Hansas Spielabsage in Großaspach: Das Beste daraus gemacht – auf nach Wiesbaden!

Autor: Mia B.     veröffentlicht am 21 Januar 2018    
 
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Osnabrück zu Gast in Wiesbaden
Foto: Mia

Um gar nicht groß in irgendwelchen Vorgeschichten hängenzubleiben, fang ich einfach mal mit dem an, was wohl die bitterste Erkenntnis des gestrigen Tages war: Seit dem letzten Spieltag gegen Lotte hätte unser Gastspiel an jedem verdammten Tag stattfinden können. Es musste nur leider der 20. Januar sein. Und genau an diesem einen Tag war es aufgrund des Wetters nicht möglich, das Spiel auszutragen. Das ist dann wohl schlichtweg Pech und da trifft weder die SG Sonnenhof Großaspach, noch den Schiedsrichter irgendeine Schuld. Viele Vorwürfe waren vor allem in Richtung der Verantwortlichen aus Großaspach zu lesen. Meine persönliche Meinung zu dem Thema geht eher dahin, dass mich weniger die Spielabsage an sich stört, als die Tatsache, dass es keiner der beiden Vereine geschafft hat, am Freitagabend (zu der Zeit setzten die starken Schneefälle bereits ein und beide Vereine standen im regen Kontakt zwecks Spielabsage) zumindest eine Meldung an die Fans durchzugeben, dass das Spiel auf der Kippe steht. Klar, für die Leute aus Rostock war es so oder so ein Minusgeschäft. Aber die Fans mit einer nicht ganz so weiten Anreise wären dann vielleicht 1-2 Stunden später gestartet und hätten dann zum Zeitpunkt der Spielabsage vielleicht nicht schon eine halbe Stunde vor Großaspach gestanden.

Großaspach

Generell stellt sich für mich die Frage, wieso man bei den dort sichtbaren Schneemengen überhaupt einen Schiedsrichter braucht, um so etwas abzusagen. Dass unter solchen Bedingungen heutzutage im sogenannten Profifußball nicht mehr gespielt wird, sollte ja hinlänglich bekannt sein. Aber gut, es ist wie es ist und ändern kann man es jetzt auch nicht mehr. 

Unsere Gruppe erfuhr pünktlich mit dem Passieren der Landesgrenze zu Baden-Württemberg von der Spielabsage. Auf dem nächsten Rastplatz wurde dann das weitere Vorgehen besprochen. Das Auto war einmal gemietet, die Sektion Suff schon ordentlich dabei und es war noch nicht einmal 11:00 Uhr. So richtig Lust, einfach wieder nach Hause zu fahren, hatte im Prinzip keiner der Beteiligten. Spontan wurde das Motto "Nur nach Hause fahrn' wir nicht" ausgerufen und nach möglichen Ersatzspielen geschaut. Hoffenheim gegen Leverkusen fiel dabei aufgrund der beteiligten Mannschaften für so ziemlich alle aus. Während zwei Mitfahrer vehement eine Fahrt nach Hamburg gegen den 1. FC Köln einforderten, schafften es letztendlich das Bundesligaduell Mainz gegen Stuttgart und der Drittliga-Kracher Wehen Wiesbaden gegen Osnabrück in die engere Auswahl.

Sinnlos Pöbeln

Aufgrund der Nähe der beiden Städte zueinander, hatten wir noch ziemlich viel Zeit, uns einig zu werden. Dass wir uns letztendlich doch für das Drittliga-Highlight entschieden hatten, lag vor allem daran, dass etliche von uns Hansa-Klamotten an hatten. Während man damit in Mainz vielleicht in unangenehme Situationen geraten wäre, war den meisten Beteiligten klar, dass das in Wiesbaden wahrscheinlich niemanden interessieren würde. Die trinkende Fraktion war zunächst nicht so wirklich einverstanden, konnte aber mit der Aussicht auf kostengünstigeres Bier ohne Bezahlkartensystem auch ganz schnell überzeugt werden.

In Wiesbaden angekommen, wurde zunächst das Auto an der bekannten Stelle geparkt, um dann zügig in Richtung Stadion zu gehen. Taktisch clever wurde sich auf mehrere Eingänge verteilt, um nicht von Anfang an aufzufallen. Als diese Hürde genommen war, konnte das Spiel auch losgehen und beim Blick durch das Stadion konnte man vor allem auf der Gegengeraden doch recht viele Hansafans erkennen.

Aufgrund der Anzahl der gefallenen Tore und des zeitweise doch recht witzigen Supports der Osnabrücker waren wir uns auch einig, dass es uns schlechter hätte treffen können. Die Gastgeber entschieden das Spiel schon in der ersten Hälfte und gewannen letztendlich mit 5:1, wobei von den Gästen auch keine wirkliche Gegenwehr kam. 

Die erste Hälfte endete aus unserer Sicht mit einer Niederlage. Schon zu Beginn des Spiels hatten wir uns einen der leeren (aber nicht gesperrten) Blöcke im Stadion erobert, um nicht die wirklich am Spiel interessierten Fans zu stören. Eine motivierte Ordnerin konnte sich das nicht tatenlos mit ansehen und verwies uns des Blocks mit dem Hinweis auf die auf der Karte aufgedruckten Plätze. Da wir uns vor Betreten des Stadions als Ziel gesetzt hatten, nicht schon vor Beginn der zweiten Hälfte rauszufliegen, wurde den Anweisungen brav Folge geleistet

In der zweiten Halbzeit kam mehrmals kurz Bewegung in den Gästeblock. Die Fans der Osnabrücker sammelten sich dabei jeweils im oberen Bereich des Blocks, um dann aus dem Nichts einfach mal einen doch recht ansehnlichen Torjubel hinzulegen. Abgerundet wurde das Ganze durch "Nie mehr Dritte Liga" Gesänge. 

Das Highlight war jedoch die Verkündung der Zuschauerzahl. Da spielt eine Mannschaft seit Beginn der Saison einen echt ansehnlichen Ball, spielt um den Aufstieg mit und das interessiert abzüglich Gäste und Hansafans nicht einmal 1.500 Leute. Es wird wirklich Zeit, dass dieser Publikumsmagnet endlich aufsteigt und die zweite Liga bereichern darf, auch wenn das natürlich ein herber Verlust für das Premiumprodukt des DFB wäre. 

Die Ansage der Zuschauerzahl führte dazu, dass der Tagesvollste der Gruppe "10.000 Rostocker Schalalalala" anstimmen wollte, was jedoch aufgrund mangelnder Beteiligung mit dem Kommentar "Ihr seid ein paar Pfeifen" relativ schnell wieder eingestellt wurde. 

Nach dem Spiel wurde dann der schnellste Weg zum Auto gewählt, um dem nasskalten Wetter zu entfliehen. Entgegen des Mottos "Nur nach Hause fahren wir nicht" sollte es für 7 von 8 Leuten nun auf direktem Wege dorthin gehen. Aus dem Radio schallte es dann plötzlich "Und schon wieder haben Deutsche Hooligans bei Ausschreitungen für erhebliche Sachschäden gesorgt. In Stendal, in Sachsen-Anhalt lieferten sich 450 Fans von Hansa Rostock eine Straßenschlacht mit der Polizei. Und das alles nur, weil das Spiel gegen Eintracht Braunschweig, zu dem sie unterwegs waren, abgesagt worden war". Ein etwas verpeilter Mitfahrer bekam das mit "Eintracht Braunschweig" wohl nicht so ganz mit und hielt dieses abgespielte Aufnahme für eine aktuelle Radiomeldung. Für Unterhaltung sorgten die Anwesenden also quasi selbst. 

Die spontane Fahrt nach Wiesbaden hatte jedoch für eine Person der Gruppe einen kleinen Haken. Im Normalfall wäre man auf der Rückfahrt aus Großaspach die A72 entlang gefahren. Dort stand auch das Auto der besagten Person. Die Planänderung führte jedoch dazu, dass es nun über die A4 gen Sachsen gehen sollte. Mit vereinten Kräften wurde aber auch dieses Problem gelöst, sodass alle Beteiligten dann doch mehr oder weniger pünktlich daheim waren. 

hansa

Auch wenn es natürlich mehr als ärgerlich ist, dass das eigentlich geplante Spiel so kurzfristig abgesagt wurde, wurde aus Sicht der Gruppe dann noch das Beste daraus gemacht und am Ende mussten alle zugeben, dass man trotz der anfänglichen Enttäuschung auch eine Menge Spaß hatte. Trotzdem darf es jetzt auch endlich wieder losgehen. 

Fotos: Mia, Dennis Rosemund, Marcus

Spielergebnis:
5:1
Zuschauerzahl:
1.975

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