Union Berlins neues Kapitel startet mit 0:1 gegen Dynamo Dresden

Autor: Red.Sport     veröffentlicht am 10 Dezember 2017    
 
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Foto: Felix

Da ist also so eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt. Logisch, denn es geht ja um Fußball: ausgerechnet Uwe Neuhaus nahm Platz auf der Gäste-Trainerbank im Stadion an der Alten Försterei am Ende einer für die Köpenicker turbulenten Woche. Neuhaus war bekanntlich sieben Jahre Trainer bei Union - länger als jeder andere. Und vielleicht war es seine Amtszeit, die den Eindruck erweckt hat, dass Union ein Club ist der nicht den üblichen Regeln des Geschäfts folgt. Der auch bei schlechtem Saisonstart zum Trainer hält. Der Erfolg gab ihnen Recht: unter Neuhaus stieg Union von der Regionalliga in die 3. Liga und von dort in die 2. Bundesliga auf. Dort konnte er die Mannschaft schließlich etablieren.

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Am Ende der Saison 2013/14 wurde Neuhaus entlassen - die Verantwortlichen erhofften sich frische Impulse für den nächsten großen Schritt: den Aufstieg in die 1. Bundesliga in naher Zukunft. André Hofschneider ist seitdem Trainer Nummer vier an der Wuhle. Mit Norbert Düwel stimmte am Ende die Chemie nicht, Sascha Lewandowski hatte Burn-out und nahm sich am Ende tragischerweise das Leben. Und Jens Keller - der Trainer, der den Aufstiegsfunken erst zum Glimmen brachte, der Trainer, der Union zur besten Zweitligasaison führte war wohl auch der Trainer, dem der Verein am Ende nicht mehr zutraute, die hehren Ziele zu erfüllen.

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Keller war überrascht, die Mannschaft war überrascht, die Fans waren schockiert. Hat Union mit dieser vermeintlich harschen und kurzfristigen Entscheidung gegen ureigene Werte verstoßen? Ist der Druck, noch in dieser Saison aufzusteigen so groß und muss sich der geneigte Fan Sorgen machen, wenn es doch nicht klappt? Schafft es Hofschneider tatsächlich, dem Team dauerhaft neue Impulse zu geben? Diese Fragen können wohl erst in naher Zukunft beantwortet werden.

Hofschneider war bereits Interims-Trainer zwischen den diversen Neuhaus-Nachfolgern und hat dabei eine recht gute Bilanz. In der letzten Saison hat er seine Trainerlizenz erworben und war vermutlich seitdem ein solides Backup in den Köpfen der Verantwortlichen. Und entgegen seiner Vorgänger lebt und atmet Hofschneider Union - er spielte bereits in den 1980ern und 1990ern für den Club und war während Neuhaus gesamter Wirkungszeit Assistenztrainer, stand bei über 300 Spielen mit an der Seitenlinie.

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Heute konnte der Schüler den Meister aber nicht übertreffen. Die Eisernen spielten zwar deutlich sicherer als noch in Bochum, aber es mangelte weiterhin an Kreativität und Flexibilität in der Offensive; so waren gute Chancen Mangelware. Felix Kroos bereitete dann mit einer zu kurzen Kopfball-Klärung im Strafraum den Treffer durch "Lumpi" Lambertz vor - der musste aus 10 Metern nur noch einschieben. In den verbleibenden 20 Minuten entstand auch nicht der Eindruck, dass die Köpenicker den Dresdnern ihre drei Punkte noch einmal streitig machen würden und so stand am Ende die erste Niederlage und das erste Spiel ohne eigenes Tor daheim zu Buche. Dresden gewinnt damit erstmals seit 1988 im Stadion an der Alten Försterei und tritt zum Jahresausklang und Rückrundenauftakt noch mal auswärts in Duisburg an.

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Es ist natürlich zu früh, um Hofschneiders Wirken zu bewerten, er konnte das Training nur wenige Tage leiten und wird vor der Winterpause nicht alles auf den Kopf stellen. Heute durften immerhin schon Steven Skrzybski und Dennis Daube von Beginn an auflaufen (statt Marcel Hartel und Grischa Prömel). Eigengewächs Skrzybski hatte zuletzt aufgrund seines Bank-Daseins Wechselabsichten geäußert, hat die Entscheidung seines Mentors aber heute mit guten Aktionen in Offensive und Defensive gerechtfertigt.

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Union muss sich nun vor der Winterpause noch durch die Heimpartie gegen Ingolstadt mogeln. Den Berlinern stehen bei weiterhin ausbleibendem sportlichen Erfolg unruhige Zeiten bevor und eine Niederlage in einem Spiel das einem Derby momentan am nächsten kommt, hilft dabei nicht sonderlich. Nichtsdestotrotz feuerten die Fans ihre Mannschaft wie gewohnt das Spiel über an und erinnerten daran, worauf es eigentlich ankommt: 

“Fußballclub Union Berlin in weiß und rot,

wir steh’n zu dir auch in größter Not,

Spieler, Trainer kommen und sie geh’n,

doch uns're Liebe zu dir bleibt besteh’n.

Das trifft momentan nicht nur auf Union zu - auch in Hamburg, Darmstadt, Köln oder Dortmund wären diese Zeilen mit leichten namentlichen und farblichen Anpassungen aktuell vermutlich nicht ganz unpassend.

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Bilder und Text wurden produziert für turus.net von https://football-wildlife-media.com/

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Union Berlin

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Statistischer Fehler

1998 hat Dynamo 3:0 bei Union gewonnen!

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