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FSV Karlshagen vs. FSV Traktor Kemnitz II: Munteres Scheibenschießen auf Usedom, Bauch-Rutschen als Dankeschön

Autor: Michael     veröffentlicht am 28 November 2017    
 
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Ultras aus Karlshagen
Foto: Michael

Ein Spiel nach dem anderen wurde abgesagt. Das geht nun schon so seit drei Wochenenden in Folge. Ein wunder und weißer Punkt war bisher Karlshagen, das bei mir vor der Haustür liegt und sich bei solchen Wetterlagen dann doch mal sehr gut anbietet. Wenn es im dritten Anlauf schon wieder nicht klappen sollte, dann wären zumindest in der Umgebung noch ein paar Spiele. Karlshagen nennt man hier häufig in einem Atemzug mit Peenemünde. Denkt man an Peenemünde, so kommen einem recht fix solche Begriffe wie „Wernher von Braun“, „V2-Rakete“ und „Phosphor“ in den Sinn. Letzteres liegt gelegentlich noch am Strand herum. Vorsicht ist geboten! Nicht alles, was golden glänzt, ist auch Bernstein.

Peenemünde

Ich weiß nicht wie, aber mir ist die BSG Turbine Peenemünde irgendwie ein Begriff, obwohl diese nie zu Ruhm in der DDR gelangte (bis auf einige talentierte Spieler, die es nach Rostock zog). Vielleicht liegt es an dem alten mit einem Turbine-Schriftzug versehenen Sportplatztor, das beim letzten Besuch noch den Eingang zierte. „Irgendeiner hat es sich unter den Nagel gerissen“, meint ein älterer Herr. Damals beim ersten Anlauf blieben durch Urlauberstau nur 30 Minuten vom Spiel übrig. Beim zweiten Anlauf streikte das Auto. Nun zwang einen das Wetter nach Usedom, da dort die Plätze robuster sind. 

Usedom 

Mit der Pünktlichkeit wurde es wieder nichts, denn die Brücke in Wolgast ließ erst die Schiffe durch. Für rauchende Fahrer ein idealer Moment, für Sportanlagen-Sammler eine kleine Qual. Bei der Ankunft kamen mir schon zwei Sportler entgegen, die den Ball vom Nachbargrundstück bargen, da der Platz fast komplett von Gärten und Einfamilienhäusern umgeben ist. Es soll noch mindestens ein weiteres Haus folgen. Dann hat sich das auch mit dem Parkplatz erledigt. Wo sollen die Zuschauer dann noch ihre Autos abstellen können? Schnell kommen die Leute auch auf den Punkt und benennen die Mängel – direkt norddeutsch. Die Parkplatzsituation ist im Ort sowieso schon eine Katastrophe aus der Sicht der Besucher und Touristen. 

Karlshagen

Spielstand nach sieben Minuten bereits 1:0. Ein Tor verpasst. Die restlichen zwanzig Zuschauer waren  wenigstens Zeuge des Tores bei diesem Spielchen in der untersten Liga. Der Gast von Traktor Kemnitz steht sogar deutlich auf dem letzten Rang. Karlshagen nur wenig darüber. Trotzdem ist das Spiel auf dem, was man als Acker bezeichnen würde, ist sehr flott. Der Doppelschlag in den Minuten 31 und 33 bedeuten den Hattrick des Spielers Steffen, der auf dem Platz mit seinen Mitspielern die Modalitäten klärt. Das heißt, es geht darum, wer nach einem Hattrick oder gar einem vierten Tor für die ganze Mannschaft Bier organisiert. Was gibt es hier sonst noch? Die Flora des Sportplatzes an der Hafenstraße ist artenreich.

Usedom

Hingucker sind die zwei Kiefern hinter dem Tor. Um den Platz herum verläuft eine Barriere, die einst den Platz wässerte, als er noch ein Hartplatz war. Wer genau hinsieht, erkennt noch die Anschlüsse. Da wurde damals noch praktisch gedacht. Und es hält bis heut! Für die Ewigkeit scheinen auch die mit Eisengittern versehenen Scheiben der Trainerkabinen gebaut zu sein. Die wenigen Zuschauer versammeln sich vor dem Imbisswagen. Ihn schmücken edle, weiße Promenaden-Bänke. Die blieben heut unbenutzt. 

Karlshagen

In der zweiten Hälfte geht das muntere Scheibenschießen weiter. Mit 6:0 gewinnt der FSV. Das „F“ steht übrigens für Freizeit. Die hatten jetzt die Spieler auch wieder. Das hinter dem Tor hängende Ultras-Banner hatte ich schon fast in die Schublade der vereinseigenen Werbung gesteckt, da wurde plötzlich doch einmal gesungen. Bevor die Spieler den Kreis bildeten, gingen sie zu dem spärlichen Anhang bzw. rutschten auf dem Bauch, bedankten sich und führten dann eben diese Spielerzeremonie durch. Hinter Ahlbeck ist’s normal, das ist klar, aber im deutschen Land doch eher selten, dass die Spieler gleich zum Anhang gehen. Selten sind auch Bilder des alten Stadions. Gelegentlich tauchen sie allerdings nur noch in geäußerten Erinnerungen auf. „Ein Tor wie das Brandenburger Tor, nur kleiner“, so wird es mir beschrieben. Gemeint ist das Stadion der Heeresversuchsanstalt bzw. die Zufahrt zu diesem. Tribünenreste findet man noch heute im Dickicht. Auf Usedom gibt es viel zu entdecken, Usedom lohnt sich, aber das wissen ja ohnehin die zahlreichen Touristen, die jedes Jahr wiederkommen.   

Sieg

Bericht & Fotos: Michael

Foto aus Peenemünde: Marco Bertram

Spielergebnis:
6:0
Zuschauerzahl:
40
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