Wuppertaler SV vs. KFC Uerdingen: Schock zu Beginn, glücklicher Gästesieg am Ende

Autor: K. Hoeft     veröffentlicht am 05 November 2017    
 
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Es lief die 13. Spielminute im Rot-Blauen / Blau-Roten Duell zwischen dem Wuppertaler SV und dem KFC Uerdingen am 16. Spieltag der Regionlliga West, als sich alles änderte und es sich einmal mehr zeigte das trotz gegenseitiger Abneigung, Fußballfans mit Herz und Verstand bei der Sache sein können, auch wenn es sonst auch mal gerne derber zugehen kann wie im Vorfeld und zu Beginn der Partie:

Ein Großteil der Krefelder Fans erreichte das Stadion am Zoo in Wuppertal per Sonderzug über den Bahnhof Sonnborn und wurde gleich von zahlreichen Plakaten der "Horst Szymaniak Tribüne" mit dem Wortlaut "Uns alleine gebührt die Ehre Rot Blau zu tragen" begrüßt. Ebenso lautete auch das Motto der Choreo der Ultras Wuppertal zu Spielbeginn die aus einem Spruchband und einer riesigen Blockfahne und einem folgenden Fahnenintro bestand. Was dann folgte waren teils derbe (aber übliche) gegenseitige Schmähgesänge auch in Anspielung auf eine im Vorfeld stattgefundene Aktionen in Krefeld.



(Fast) gleiche Vereinsfarben (Wuppertal folgt der Reihenfolge Rot und Blau, der KFC Uerdingen Blau und Rot), aber das ist das einige was die beiden Klubs eint. Eine gewisse Rivalität wird seit Jahren zwischen den Fans ausgelebt. Zum letzten Mal spielten die Vereine vor 2 Spielzeiten in der Oberliga Niederrhein gegeneinander, wo in beiden Partien der Wuppertaler SV sportlich die Oberhand behielt (05. September 2015 Heimsieg mit 5:0 und 12. März 2016 Auswärtssieg mit 2:0) und am Ende aufstieg. Auch wenn die aktive Fanszene des KFC Uerdingen just in dieser Oberligasaison 2015/2016 sich selbst ein Stimmungsboykott auferlegt hatte und nur bei den Spielen "anwesend" war, ließen es sich die Wuppertaler Fans nicht nehmen damals ein Video unter dem Motto "Krefeld kommt - Arsch hoch. Alle ins Saz"zu veröffentlichen, das auf amüsante Weise "zur Aktion" aufrief und damit überegional einige Schreiberlinge auf den Plan rief.



Nachdem der KFC Uerdingen in diesem Jahr den Aufstieg in die Regionalliga West geschafft hatte und der Stimmungsboykott schon in der vergangenen Saison ad acta gelegt wurde, versprach das Duell schon im Vorfeld einiges sicherlich auch für den einen oder anderen neutralen Zuschauer auch aus sportlicher Sicht. Entsprechend haben die Ultras Wuppertal beim Heimeingang ihr Spruchband "Liebe Hopper, bezahlt wird am Infostand" wie schon öftes gut sichtbar platziert. Ob Groundhopper tatsächlich einen Obulus abgegeben haben, ist uns nicht bekannt.



Gut 900 KFC Fans fanden sich im 4.500 fassenden Gästeblock ein. Insgesamt kamen 4.322 Zuschauer zu der Partie, die von Beginn an richtig Fahrt aufnahm, nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf den Rängen, bis ja bis zur besagten 13. Spielminute. Bei einem Zweikampf wurde Christian Müller vom KFC von Wuppertals Peter Schmetz unsanft gestoppt und blieb auf dem Rasen liegen. Die üblichen Pfiffe des Publikums, hörten ziemlich schnell auf, denn allen im Stadion am Zoo war klar, das dem Spieler etwas ernsthaftes passiert sein musste, da die Betreuer nichts mehr ausrichten konnten und nach den Sanitäter riefen: Aber es waren keine da, jedenfalls nicht im Innenraum.



Normalerweise sitzen diese am Spielfeldrand, aber diesmal waren nur zwei Sanitäter auf der Tribüne zu sehen. Verzweifelt versuchten Verantwortliche und Spieler beider Vereine das Rettungspersonal zu finden. Entsetzen bei den Zuschauern. Auch die Ultras Wuppertal stellten sofort den Support ein. Der Wuppertaler Spieler Daniel Grebe lief quer über den Platz zu am Rand stehenden Feuerwehrleuten, auf der Suche nach der "ersten Hilfe". Erst nach langen sieben Minuten (solange sollte normalerweise ein Krankenwagen maximal zum Unfallort brauchen), tauchten die Sanitäter auf dem Feld auf unter höhnischen Pfiffen der Zuschauer.



Christian Müller konnte erst nach fast zehn Minuten dann auf eine Bahre gelegt und mit Verdacht auf einen Joch- und Nasenbeinbruch ins Krankenhaus abtransportiert werden. Als er vom Spielfeld gefahren wurde, gab es vom ganzen Stadion "Standing Ovations". Respekt für diese Aktion, trotz aller Rivalität!!! Nach fast 15minütiger Unterbrechung ging das Spiel dann nur schleppend weiter auch der Support der beiden Fangruppen beschränkte sich in der restlichen halben Stunde nur auf das Anfeuern der eigenen Mannschaft und nicht auf Schmähgesänge wie noch zu Beginn.





Erst in der zweiten Hälfte wurden wieder einige "Spitzen" ausgepackt. Die Krefelder Fans hängten "nachgemachte" Zaunfahnen an den Gästeblock und die Wuppertaler Fans präsentierten Spruchbänder mit dem Wortlaut: "Unsere Legenden Pröpper, Szymaniak, Tava. Eure Legenden Bayer, Lakis, Ponomarev." und "Moderner Fußball mit aller Macht, Dank Ultras Krefeld leicht gemacht".





Sportlich bot die Partie eher "Rumpelfussball" mit teilweise rustikalem Einsteigen beider Teams. Es bahnte sich ein 0:0 Unentschieden an. Erst eine Ecke in 84. Spielminute und ein Kopfball durch den KFC-Kapitän Mario Erb, bei dem er ein wenig den Wuppertaler Torwart behinderte, bescherte den Uerdingern den Siegtreffer, die vor Viktoria Köln an der Spitze der Liga bleiben. Der Wuppertaler SV rangiert auf einem guten Platz sechs.

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Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
0:1
Zuschauerzahl:
4.322
Gästefans
900
Stadionname:
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Respekt an Euch, das ihr den Spieler unkenntlich gemacht habt. Machen ja nicht alle Medien

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Ja fand ich gut von den Wuppertalern zu klatschen, erlebt man ja in Deutschland nicht so oft, in England schon eher

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