Ballern bis der Arzt kommt! Torfestival par excellence in Halberstadt

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 16 Oktober 2017    
 
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Jubel nach dem Auswärtssieg
Foto:  Patrick Skrzipek

Die Niederlage gegen Meuselwitz hatte mächtig geschmerzt. Da ließen die Lausitzer in Leipzig-Probstheida in der laufenden Saison die ersten Punkte liegen, und der Verfolger aus Berlin-Hohenschönhausen konnte dies nicht nutzen. Aber wat willste machen? Mund abputzen, ordentlich trainieren, und dann mit neuem Mut zum nächsten Spiel düsen. Die Saison ist noch lang, und man weiß ja nie, ob nicht doch eines Tages in Cottbus die Sache ins Wanken gerät und eine kleine Negativserie gestartet wird. Und ja: Ein Treffer gegen Meuselwitz? Das ist einfach zu wenig. Kriegt der Gegner einen Elfmeter zugesprochen - sind die Punkte schnell versiebt. Wie heißt es so schön? Scheiß egal, wie viele Buden man hinten reinkriegt - Hauptsache man macht vorn ein Törchen mehr rein! Gesagt, getan!

Mit 5:4 gewann der BFC Dynamo am Freitagabend bei Germania Halberstadt. Allein das Ergebnis klingt schon spektakulär. Es kamen jedoch ein paar weitere Faktoren hinzu, die diese Partie denkwürdig werden ließen. Zweimal ging der Gastgeber in Führung! Der Siegtreffer der Gäste fiel in der 90.+2. Spielminute! Und auch die Art und Weise, wie die Treffer erzielt wurden, war schon der Hammer! Und somit lohnt es sich, den Spielverlauf mal kurz zu schildern. In der Anfangsphase taten sich die Gäste aus Berlin im Friedensstadion vor knapp 600 Zuschauern eher schwer. Halberstadt stand und gut und ließ wenig los. 

Der viel zitierte Knoten platzte schließlich in der 26. Minute. Ein weiter Einwurf von der rechten Seite, mit dem Kopf wurde der Ball weitergegeben, Halberstadt bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone, David Zeferino Malembana war zur Stelle und brachte das Spielgerät unten rechts unter. Ausgelassener Jubel bei den Berlinern auf dem Rasen und im geräumigen Gästeblock. Die Freude währte jedoch nur zwei Minuten. Fix stieß Germania über die linke Seite nach vorn, ein feines Zuspiel zu Patrik Twardzik, dieser machte aus vollem Lauf mit dem linken Fuß den Ausgleich klar. Besser kann es ein Robben oder Ribery auch nicht machen! Vor Freude ein Tritt gegen die Werbebande eines Malerfachbetriebes und dann eine Umarmung mit den Mitspielern.

Tor

Die weiteren Tore gab es allesamt in der zweiten Halbzeit zu bestaunen. Nach knapp einer Stunde dann das 2:1 für den VfB Germania. Wieder ging es forsch über den linken Flügel nach vorn, dieses Mal kam der Körper zum Einsatz. Ein leichter Rempler - Elfmeter für den Gastgeber. Tim Oschmann übernahm Verantwortung und netzte souverän ein. Keine Chance für BFC-Keeper Bernhard Hendl. Dieses Mal durfte sich Halberstadt nur kurz freuen, denn nur vier Minuten später musste der Ausgleich hingenommen werden. Die Berliner kamen über rechts, weit wurde der Ball in den Strafraum geflankt, dort köpfte Rufat Dadashov in den rechten Winkel. Zwar war Paul Büchel noch mit den Händen dran, doch der Ball war schon hinter der Linie. 2:2 - und weiter ging es im Sauseschritt! 

Locker flockig herausgespielt wurde das 3:2 der Berliner. Joey Breitfeld spielte den rechts mitlaufenden Matthias Steinborn an, und dieser hatte keine Mühe, den Ball im Kasten unterzubringen. Jetzt dürfte doch für den Tabellenzweiten der Regionalliga Nord doch wohl nicht mehr allzu viel anbrennen, vermuteten die mitgereisten Fans. Doch denkste! Halberstadt kam zurück ins Spiel! Halberstadt stürmte nach vorn, und plötzlich ertönte der Pfiff. Der Linienrichter hatte Handspiel angezeigt. Allerdings lag dieser nicht richtig. Halberstadt war es schnuppe. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Dieses Mal war es Nico Hübner, der vom Punkt aus den Ball unterbrachte. Rechts unten rein. 3:3.

BFC

Und noch war längst nicht Schluss. In der 82. Minute wurde der Ball von rechts hereingebracht, die BFC-Abwehr dachte wohl schon an das Feierabendbierchen, völlig frei konnte Florian Beil aus kurzer Distanz zum 4:3 einschieben. Auf Heimseite waren nun alle völlig aus dem Häuschen. Der erste Heimsieg der laufenden Saison war greifbar nahe. Doch anders als daheim gegen Meuselwitz ließ man sich auswärts im Harzer Vorland nicht lumpen. Wieder kam der BFC Dynamo zurück ins Spiel. Flott über die linke Seite, eine lange Hereingabe, eine Kopfballvorlage, ein Abschluss durch Matthias Steinborn in der 84. Minute. Das sah aus wie bei einem Computerspiel. Zack, zack, drin. 

BFC

Ein Punkt? Zu wenig! Also drückte der BFC Dynamo weiter auf die Tube. Da ging noch was! Die Uhr hatte die 90 Minuten bereits voll, als sich die Berliner im Halberstädter Strafraum festbissen. Ein hoher Ball hinein, kurzes Getümmel, dann kam David Haider Kamm Al-Azzawe an den Ball und brachte diesen aus der Drehung trocken links unter. 5:4 für den BFC Dynamo - kollektives freudiges Ausrasten auf dem Rasen und im Gästeblock. Wie die Mannschaft im Anschluss in der Kabine den Sieg feierte und was die Trainer auf der PK zu sagen hatten, ist in den beiden unteren Videos zu sehen. Und ja, die BSG Chemie Leipzig kann nun am Sonntag kommen ...

Fotos: Patrick Skrzipek (bfc-fotos.de)

> zur turus-Fotostrecke: BFC Dynamo

Videos:

Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
4:5
Zuschauerzahl:
590
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