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SV Meppen vs. VfL Osnabrück: Heimsieg Dank Granatowski - Flammenmeer in Gästekurve

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 21 September 2017    
 
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Choreo auf Heimseite
Foto: Die Sportplatzgänger

Wann hatte der SV Meppen im Ligabetrieb das letzte Mal gegen den VfL Osnabrück gespielt? Eine gute Frage. Mitte der 1990er Jahre? In der 2. Bundesliga? In der Tat spielten beide Vereine im Zeitraum 1987 bis 1993 gemeinsam in der 2. Bundesliga, doch die letzten Aufeinandertreffen fanden in der Regionalliga Nord in der Saison 1999/2000 statt. Am 20. April 2000 trennten sich Meppen und Osnabrück vor 9.000 Zuschauern am Ende 2:2. Mit seinem ersten Saisontor sicherte damals Ervin Fakaj nach gut einer Stunde den Emsländern einen Punkt. Abseits des Ligabetriebs liegt das letzte Duell allerdings gar nicht mal so lange zurück. Im Finale des Niedersachsenpokal standen sich Meppen und Osnabrück am 13. Mai 2015 gegenüber. Vor 10.662 Zuschauern fielen in regulärer Spielzeit und Verlängerung keine Treffer. Mit 5:4 konnte der VfL Osnabrück im Elfmeterschießen das Finale für sich entscheiden und über die Teilnahme an der ersten Runde des DFB-Pokals freuen. Und der letzte Heimsieg von Meppen? Dieser wurde in der 2. Bundesliga am 12. August 1992 gefeiert. Vor rund 10.000 Zuschauern erzielte Eckhard Vorholt per Elfmeter in der 24. Minute den Treffer des Tages. Mit dabei in den Reihen war damals Robert Thoben, der seinem Verein sehr lange treu blieb. Auf Gästeseite war damals unter anderen der heutige Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz zu finden.

Meppen

Ein Vierteljahrhundert später durfte am gestrigen Abend der SV Meppen, der im Sommer nach langer Durstrecke den Sprung zurück ins Profifußballgeschäft gepackt hatte, wieder einen 1:0-Erfolg gegen den VfL Osnabrück feiern. Beide Fanlager waren heiß auf dieses Duell am Mittwochabend. Ausverkaufte Ränge, volle Fanblöcke - was will man mehr? Gerade mal 80 Kilometer trennen beide Städte. Sogar ins benachbarte Oldenburg ist es auf dem Straßenweg (105 km) weiter. Da darf durchaus von einem regionalen Duell gesprochen werden, um nicht gleich wieder den Begriff „Derby“ zu überstrapazieren. 

Meppen

Im Gästeblock gab es weiße und violette Luftballons zu sehen, im Heimblock setzte man auf weiße und blaue Fähnchen. Dazu stand in großen Lettern geschrieben: „Die Erfahrung macht auch Ihr - Die Besten im Nordwesten waren, sind und bleiben wir!“ Oha, eine flotte Ansage. In der Gästekurve wollten sich die aktiven Fans nicht lumpen lassen und holten in der zweiten Halbzeit mal gleich die XXL-Packung Pyrotechnik raus. Zack, zack und zack - und schon stand der Block in Flammen. Auf der Haupttribüne ertönten einzelne Pfiffe, doch die meisten zückten dann doch lieber fix das Handy, um das Flammenmeer zu filmen und zu fotografieren.

VfL

Wenig erfreut zeigten sich die Vereinsverantwortlichen des VfL Osnabrück. Auch wenn keine Fackeln und Leuchtkugeln in Richtung Spielfeld und benachbarte Blöcke flogen, war die Kritik an der Pyro-Show der „Chaoten“ sehr deutlich. So ließ sich VfL Geschäftsführer Jürgen Wehland in der NOZ mit den Worten „Das war Regensburg reloaded. Offensichtlich haben einige unserer Fans überhaupt nichts dazu gelernt – in einer Phase, in der der Verband aktiv den Dialog anbietet.“ zitieren. Eine extra Stellungnahme auf der offiziellen Facebook-Seite oder der Vereins-Webseite ist indes noch nicht online gegangen. Im Spielbericht des VfL Osnabrück wurde nur auf das sportliche Geschehen vor der „stimmungsvollen Derby-Kulisse“ eingegangen. 

Osnabrück

Auf dem Platz gab es in der Anfangsphase wenig Tormöglichkeiten zu sehen, beide Mannschaften neutralisierten sich und ließen hinten wenig zu. Die erste fette Möglichkeit hatte der SV Meppen in Form eines Schusses von Granatowski, doch VfL-Keeper Gersbeck war zur Stelle. Meppen blieb am Ball. In der 25. Minute landete erstmals der Ball im Osnabrücker Gehäuse, doch wurde der Treffer von Girth aufgrund der Abseitsstellung nicht gegeben. In der Folge legten beide Teams ein Schippchen drauf und die Partie wurde intensiver. Der Treffer des Tages fiel in der 39. Minute. Nachdem Gersbeck einen Freistoß abgewehrt hatte, landete das Spielgerät bei Granatowski. Dieser fackelte nicht lange und haute das Ding aus rund 20 Metern rein. 1:0 für Meppen, das Emsland stand Kopf.

Meppen

Nachdem gleich nach Wiederanpfiff Granatowski fast das 2:0 machte, sein Schuss ging knapp neben den rechten Pfosten, drängten die Gäste immer mehr nach vorn. Möglichkeiten ergaben sich einige, doch die Chancenverwertung blieb an diesem Abend mangelhaft. So blieb es beim knappen 1:0-Erfolg des SV Meppen. Nach 25 Jahren konnte in der Liga wieder ein Heimsieg in diesem traditionsreichen Duell gefeiert werden. Während der VfL Osnabrück in der Tabelle knapp über der roten Linie zu finden ist, steht der Aufsteiger aus dem Emsland mit ausgeglichener Bilanz (3 Siege, 3 Remis, 3 Unentschieden) und einem Torverhältnis von 13:12 auf Rang neun.

Fotos: Die Sportplatzgänger

> zur turus-Fotostrecke: SV Meppen

> zur turus-Fotosrtrecke: VfL Osnabrück

Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
1:0
Zuschauerzahl:
13.286
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