Der Blick nach Südwest: 1. FC Saarbrücken und Waldhof Mannheim mit klaren Heimsiegen

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 11 September 2017    
 
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turus Fotostrecke
Gruppenfoto mit dem langjährigen Fan Wolfang
Foto: Fabian Kleer

Gerade mal 13 Kilometer sind es von Saarbrücken ins westlich gelegene Völklingen. Der Regionalexpress benötigt gerade mal sieben Minütchen. Weniger also, als die Fahrzeit der Berliner S-Bahn von Ostkreuz nach Köpenick beträgt. Auch wenn der Weg für die Anhänger des Regionalligisten 1. FC Saarbrücken zum Ausweichstadion nach Vöklingen nun nicht das große Ding ist, Fakt ist nun mal: Exil bleibt Exil. Die Anhängerschaft sehnt sich danach, wieder im heimischen Ludwigsparkstadion die Spiele verfolgen zu können. Und ja, das Hermann-Neuberger-Stadion im benachbarten Völklingen kann es einfach nicht sein auf Dauer. Zumal völlig offen ist, wann endlich der Umbau am Ludwigsparkstadion abgeschlossen sein wird. Aufgrund einer kleinen Kostenexplosion (bei welchen Bauvorhaben in Deutschland gibt es diese eigentlich nicht?) wurde der Bau zwischenzeitlich gestoppt. Die Fertigstellung wird sich demzufolge erheblich verzögern. Die klare Forderung der Fans: „Rückkehr in den Park! Spielbetrieb während des Umbaus! Jetzt handeln!“ 

Saarbrücken

Beim Heimspiel gegen den FSV Frankfurt, das von insgesamt 3.070 Zuschauern besucht wurde, gab es noch weitere Spruchbänder zu sehen. Neben einer Botschaft an italienische Freunde bekam auch in Völklingen der DFB etwas zu lesen: „Theo Z. / Wolfgang N. / Franz B. - Koryphäen eines korrupten Systems! Grindel, wo bleibt das Erdbeben?!“ Apropos Wolfgang. Nicht die „Koryphäe“ des DFB, sondern der Wolfgang aus Saarbrücken - langjähriger, treuer Fan des 1. FC Saarbrücken - bekam Lorbeeren. So gratulierte die gesamte Mannschaft (siehe Titelbild) dem Wolfgang zu seinem Geburtstag. Auf, dass Wolfgang in absehbarer Zeit wieder Profifußball sehen kann - und zwar im geliebten Ludwigsparkstadion!

Völklingen

Sportlich läuft es derzeit prima beim 1. FC Saarbrücken. Ein 4:1-Auftaktsieg beim SSV Ulm, ein 0:0 in Elversberg, ein 3:1 gegen Hessen Kassel, eine klasse Leistung im DFB-Pokal gegen die Eisernen aus Berlin-Köpenick (1:2 n.V.), ein 3:0 gegen Röchling Völklingen, ein 3:0 gegen die Stuttgarter Kickers und klarer 3:0-Sieg bei der U23 des 1. FSV Mainz 05. Allein beim SC Freiburg II musste man sich in der laufenden RL-Saison mit 1:3 geschlagen geben. Gemeinsam mit Kickers Offenbach wird derzeit die Tabelle angeführt - und das sollte nach dem achten Spieltag so bleiben! Gegen den arg schwächelnden FSV Frankfurt konnte ein weiterer 3:0-Erfolg gefeiert werden. 

FSV Frankfurt

Bärenstark ging es in die erste Halbzeit. Bereits nach sechs Minuten machte Patrick Schmidt das 1:0 klar. Nur weitere sechs Minuten später konnte Kevin Behrens mit dem Kopf zum 2:0 nachlegen. Unmittelbar nach der Pause beschenkte sich Patrick Schmidt, der seinen 24. Geburtstag feierte, noch einmal selbst. 3:0 in der 46. Minute - der Drops war gelutscht, die drei Punkte waren im Sack. Nicht rosig sieht es indes beim FSV Frankfurt aus. Nur sechs Punkte aus sieben Spielen, eine negative Tordifferenz von minus 13. Das dürfte eine schwere Saison werden. Der freie Fall von der 3. Liga (zuvor sogar 2. Bundesliga) in die Oberliga droht…

Mannheim

Und auch ein paar Kilometer weiter hing der Haussegen schief. Nachdem zweimal denkbar knapp der Aufstieg in die 3. Liga verpasst wurde, möchte der SV Waldhof Mannheim mit dem Jetzt-erst-recht-Gefühl einen dritten Anlauf nehmen. Mund abputzen - und los geht´s! Nach der 1:2-Auftaktniederlage bei Hessen Kassel konnte der Hebel fix umgelegt werden. Ein beeindruckender 3:0-Erfolg gegen den SV Elversberg und ein 3:1-Sieg bei Röchling Völklingen. Der SV Waldhof schien wieder auf Kurs. Doch dann folgten gleich drei Niederlagen in Folge. 0:1 gegen den SC Freiburg II, 1:2 bei den Stuttgarter Kickers und 1:3 gegen den 1. FSV Mainz 05 II. Plötzlich war die Euphorie wie weggeblasen. Knallharte Ernüchterung.

Mannheim

Beim FSV Frankfurt konnte jedoch die Negativserie in Form eines 2:0-Sieges beendet werden. Und nun wurde am vergangenen Freitag daheim im Carl-Benz-Stadion vor 4.334 Zuschauern der VfR Wormatia Worms, nicht gerade ein sportlicher Lieblingsgegner, unter Flutlicht empfangen. Vor Anpfiff trugen die Waldhof-Spieler allesamt ein Shirt mit der Nummer sieben. Der Grund: Der Neuzugang Raffael Korte hatte sich kürzlich schwer verletzt und wird nun für lange Zeit ausfallen. 

Mannheim

„Tradition darf nicht sterben! Kämpfen für unseren SV Waldhof!“ war auf einem Banner im Heimblock zu lesen. Gesagt, getan. In der 35. Minute wurde Jannik Sommer im gegnerischen Strafraum gefoult. Er übernahm Verantwortung, schnappte sich den Ball und verwandelte souverän den fälligen Elfmeter. 1:0 für Mannheim. Gerade mal zwei Minuten später konnte Sommer nachlegen. Er lupfte den Ball über den Wormatia-Keeper - und schon stand es 2:0 für den Gastgeber. Als unmittelbar vor dem Pausentee auch noch Maurice Deville ins Schwarze traf, war der Heimsieg gegen Worms quasi bereits fast in trockenen Tüchern. Im zweiten Spielabschnitt ließ man nichts mehr anbrennen. Zwar gelang Jonathan Zinram in der 69. Minute der Anschlusstreffer für Worms, doch in letzter Minute machte Mete Celik mit seinem Tor zum 4:1 den Sack endgültig zu. Der Rückstand zum Spitzenduo beträgt sieben Punkte, umso wichtiger, dass am kommenden Freitag auswärts nach Möglichkeit beim FC-Astoria Walldorf nachgelegt wird, um oben halbwegs dranzubleiben.

SVW

Fotos: Fabian Kleer, Steven Mohr

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Hoffe, beide steigen auf. Den OFC braucht niemand!

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