Was für ein phantastisches Torfestival! Union Berlin besiegt Holstein Kiel 4:3!

Autor: Red.Sport     veröffentlicht am 05 August 2017    
 
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Holstein Kiel mit voller Kapelle in Berlin
Foto: Felix

Was für eine langweilige zweite Hälfte – nur ein Tor gab es zu sehen. OK, unter normalen Umständen wäre das ja gar nicht so schlimm, aber normal war das heute auch nicht, was da in der ersten Hälfte abging und Tore im Zweiminutentakt fielen. Da hättet ihr Abwehrreihen euch mal nicht so anstellen müssen in Halbzeit zwei. Hat doch viel mehr Spaß gemacht, als ihr komplett durcheinander wart und euch Angreifer nach Belieben zerlegen konnten und Tore am laufenden Band erzielten.

Union

Man muss schon weit zurückblättern, um ein vergleichbar verrücktes Spiel an der Alten Försterei zu finden. Da wären zwei 3:3 Remis gegen St. Pauli und Nürnberg Ende 2015 – nicht verrückt genug, spulen wir weiter zurück: 2:4 gegen Fürth und 4:2 gegen St. Pauli im Jahre 2013? Immer noch zu normal. Aber jetzt: im April 2012 gab es ein 5:4 gegen Hansa Rostock und dasselbe Ergebnis auch 2009 gegen Paderborn. Bei dem einen oder anderen Auswärtsspiel war auch mal ein solches Ergebnis dabei aber im Allgemeinen sind solche Spiele doch eher selten.

FCU

Ein Fußballspiel läuft heute doch sehr diszipliniert ab, wir haben uns gewöhnt an die knappen und torarmen 1:0, 2:1 oder 1:1 Ergebnisse – mit etwas Glück springt ja sogar mal 2:0 oder 3:1 heraus. Aber Spiele mit einem so feurigen Hin und Her, eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Torschreie gibt es nicht oft.

Es steht ja auch zu viel auf dem Spiel – die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Titel ist das Mantra, was wir zu hören bekommen. Wenn Spiele dann 1:0, 1:1 oder 2:1 enden wird oft ins Mikro gesagt, wie eng doch die Leistung beider Teams aneinander lag, wie hoch die Qualitätsdichte in der Liga doch ist (zumindest in der 2. Bundesliga) und wie nah die Mannschaften beisammen liegen.

Kiel

Schön und gut – aber warum können Mannschaften denn nicht ähnliche Leistungen abrufen und trotzdem wie verrückt Tore schießen? Und uns dabei auf eine Reise nehmen, wo Jubel, Wut und Zittern sich so schnell ablösen? Es muss ja nicht gleich wie beim Basketball oder Handball sein, wo jeder erfolglose Angriff schon spielentscheidend sein kann, aber vielleicht eine Art Kompromiss?

UNion

Trainer betonen nach solchen Spielen oft, dass ihre Spieler zu viele Fehler gemacht haben und dem Gegner zu viel Raum gegeben haben. Und gerade ein Team mit Aufstiegsambitionen wie Union sollte doch weniger fahrlässig um den eigenen Sechzehner sein, oder? Vielleicht kam das aber auch zustande, weil Union in den ersten 32 Minuten in denen sechs der sieben Tore erzielt wurden begeisternden Angriffsfußball gespielt hat und wie von der Tarantel gestochen immer wieder das Kieler Tor angerannt hat.

Jens Keller hatte gegen Kiel eine spezielle Taktik angekündigt – war sie das, oder zumindest ein Teil davon (drei Mal dürft ihr raten welcher Teil)? Natürlich werden ihn die Gegentore wurmen, aber für die Zuschauer war das ein atemberaubendes Match und wer diesem in der ersten halben Stunde nicht seine volle Aufmerksamkeit geschenkt hat, wird vermutlich mindestens ein Tor verpasst haben. 

Kiel

Union startete also angriffslustig aber geriet schon nach 12 Minuten in Rückstand: Jakob Busk im Tor konnte Kingsley Schindlers Schuss nur abklatschen und der Stürmer nahm beim zweiten Versuch besser Maß. Aber während die Fans noch ihren Schock verdauten, köpfte Unions Damir Kreilach schon einen Freistoß ins Kieler Tor. Ausgleich nach nur zwei Minuten! Jubel bei den Eisernen, jetzt sollte es so richtig losgehen und... oh – weitere zwei Minuten später lag Kiel wieder vorn! Schindler streichelte den Ball wieder an Busk vorbei und Pedersen machte unfreiwillig ein Eigentor daraus: der Ball spielte nach seiner Grätsche mit dem Pfosten ein paar Mal Ping-Pong, ehe er sich dann hinter der Linie niederließ. Jubel im Kieler Block!

Kiel

Jetzt grummelten die Union-Fans immerhin acht Minuten lang, ehe Steven Skrybski einen Kreilach-Pass am Kieler Keeper vorbei spitzelte. Und wieder Jubel bei Union, wieder der Ausgleich! Und noch mehr Jubel drei Minuten später, als Simon Hedlund von Skrzybski bedient wurde und die Eisernen erstmalig in Führung brachte. Jetzt aber! Denkste! Nur drei Minuten später lag der Ball schon wieder hinter Jakob Busk im Tor. Man kam kaum noch hinterher und hinzu kamen zwischen diesen Toren noch zahlreiche Großchancen auf beiden Seiten. Als das Spiel in Richtung Halbzeit aufbrach, wurde es aber etwas ruhiger.

FCU

Und blieb ruhig – wie gesagt, die zweite Halbzeit war vergleichsweise „langweilig“. Beide Teams gignen in den normalen Spielmodus über, nur einmal blitzte diese Verrücktheit der ersten Hälfte noch auf, als Skrzybski in der 52. Minute seinen zweiten Treffer mittels Drop-Kick aus spitzem Winkel markierte. Union kontrollierte das Spiel für weite Teile der zweiten Hälfte und hatte auch noch gefährliche Angriffe in petto, aber auf Teufel komm raus spielte hier keiner mehr. Die Kieler hatten ihr Pulver verschossen und so wurde Unions zweiter Saisonsieg im zweiten Spiel amtlich – das gelang 2009/10 zuletzt.

FCU

Am nächsten Wochenende pausiert die Liga zu Gunsten der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal. Kiel hat da gleich das nächste Pfund vor der Brust und empfängt Eintracht Braunschweig. Union reist nach Völklingen zum Duell mit dem 1. FC Saarbrücken. Über ein stinknormales 1:0 würde sich dann wahrscheinlich keiner beschweren.

Bilder und Text wurden für produziert für turus.net von https://football-wildlife-media.com/

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Union Berlin

> zur turus-Fotostrecke: Holstein Kiel

Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
4:3
Zuschauerzahl:
21.242
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