Fröhlich sein und singen! Der SV Gebelzig 1923 rockt das Oberlausitzer Pokalfinale

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 28 Juni 2017    
 
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Anhängerschaft des SV Gebelzig 1923
Foto: Sachseninformer

Die Bilder sprechen für sich. Beste Stimmung auf dem Sportplatz am Hänscheberg in Neusalza-Spremberg. Über 550 Fußballfreunde hatten sich zum Kreispokalfinale Oberlausitz eingefunden, und vor allem die mitgereisten Anhänger des SV Gebelzig 1923 ließen ihren Emotionen freien Lauf und sorgten für einen schmucken Anblick. Um das Ganze aber verorten zu können, erst einmal ein Blick auf die Landkarte. Der Austragungsort Neusalza-Spremberg befindet sich direkt an der deutsch-tschechischen Grenze, ein kleines Stück nordwestlich von Neugersdorf (bekannt aus der Regionalliga Nordost). Grob gesagt: Südlich von Bautzen, nordwestlich von Zittau. Die Ortschaft Gebelzig (zur Gemeinde Hohendubrau zugehörig) liegt rund 15 Kilometer östlich von Bautzen. Für den Gegner FSV Oderwitz 02 war es indes nur ein Katzensprung zum Sportplatz am Hänscheberg, sprich 17 Kilometer auf der B96 entlang.

Ein wenig stutzt man, wenn geprüft werden soll, in welcher Liga der SV Gebelzig 1923 beheimatet ist. Zum einen spielt Gebelzig Kreisliga A Kreis Oberlausitz (Elbauer Schwarzbierliga Staffel 1), zum anderen bildet Gebelzig mit Spg Weißenberg eine Spielgemeinschaft, die in der Kreisliga A Kreis Westlausitz (ewag-Kamenz-Liga Staffel 1) den Ball rollen ließ. Während Gebelzig in der Oberlausitz die Saison mit Rang sechs abschließen konnte, reichte es für die Spielgemeinschaft Weißenberg/Gebelzig in der Westlausitz nur für Rang 13, der den Abstieg in die Kreisklasse bedeutet.

Gebelzig

Zurück zum Kreispokalfinale. Finalgegner FSV Oderwitz 02 ließ es in der Kreisoberliga Oberlausitz mächtig krachen und durfte mit 14 Punkten Vorsprung und einem Torverhältnis von eben mal 144:26 den Meistertitel feiern. Allein beim vorletzten Saisonspiel gab es vor 80 Zuschauern einen 18:1-Sieg (kein Tippfehler) zu feiern. Fast jeder durfte mal ran, es gab acht verschiedene Torschützen. Allein Hendrik Dietrich und Matej Werner erzielten jeweils fünf Treffer. Völlig klar, im Pokalfinale war Oderwitz gegen Gebelzig der klare Favorit. Aber auch Gebelzig hatte sich warm gemacht. In der Liga gab es zuletzt einen 4:3-Sieg (nach 4:0-Führung) beim SSV Germania Görlitz und einen 4:2-Sieg beim SV Aufbau Kodersdorf zu feiern. 

Gebelzig

Dass der SV Gebelzig 1923 zuschauertechnisch ein echtes Potential hat, war am 15. April 2017 bei der Halbfinalpartie gegen die zweite Mannschaft des SC Großschweidnitz-Löbau zu sehen, als 130 Fußballfreunde auf dem Sportplatz am Schloß vorbeischauten und den 2:0-Sieg zu feiern wussten. Der FSV Oderwitz 02 siegte indes mit 3:1 beim SV Ludwigsdorf 48.

Böllergruppe

„Forza SVG“. Die Anhänger des SV Gebelzig 1923 hatten mächtig mobil gemacht. Hinter dem Banner versammelten sich auf einem kleinen Hang einige Fans mit Trommel, roten Shirts und Fahnen. Dass ein Großteil der Sportsfreunde auch die SG Dynamo Dresden unterstützt, dürfte sich von selbst verstehen. Die Oberlausitz ist Dynamoland, und so zeigte der Mann mit dem Megaphon auch stolz seine auf dem Oberkörper aufgebrachten dynamischen Verzierungen. Und auch das berühmt berüchtigte Camouflage-Shirt mit der weißen Aufschrift „Krieg dem DFB!“ wurde gesichtet. Keine Frage, es wurde ein fröhlicher Nachmittag mit gut gelaunten Zuschauern. Ein Mönch mit brauner Kleidung brachte ein Bierfass herbei, der Schützenverein Schönbach spazierte mit mit historischen Waffen umher - nicht ohne Grund war auf den Shirts auch „Böllergruppe“ zu lesen, und auch die Fans in Rot trugen einiges für Ohren und Augen bei. 

Gebelzig

Zwar wurde das Finale gegen den Favoriten aus Oderwitz mit 0:2 verloren, doch der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Fackeln wurden angerissen, Lieder wurden angestimmt, die Spieler genossen sichtlich das fröhliche Fußballfest vor großer Kulisse. Sorgsam trug im Anschluss der Fete ein Fan mit einem Tablett die abgebrannten Reste fort, um diese fachgerecht zu entsorgen. Beste Laune auf allen Seiten - so müsste es eigentlich immer sein!

Fotos: Lukas, Sachseninformer

> zur turus-Fotostrecke: Kreispokalfinale Oberlausitz

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Zuschauerzahl:
553
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