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SV Falkensee-Finkenkrug vs. Hertha BSC: Pausentee und Ansprache inmitten der Fans

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 28 Mai 2017    
 
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Lockeres Stelldichein beim Testspiel in Falkensee
Foto: Marco Bertram

Volles Programm. Zwischen den Landespokalendspielen und dem DFB-Pokalendspiel passte noch ein weiteres Highlight. Der Sechstligist SV Falkensee-Finkenkrug, der sich zuletzt in der Brandenburgliga mit vier Siegen und zwei Unentschieden in acht Partien reichlich Luft in Sachen Abstiegskampf verschaffen konnte, empfing am späten Freitagnachmittag die alte Dame von der Spree. In der Gartenstadt hatte man in der Vergangenheit gute Erfahrung mit Hertha BSC gemacht, und somit waren sich die Vereinsverantwortlichen sicher, dass die Kulisse wieder ordentlich sein und somit die Antrittsgage locker eingespielt werden würde. Gespielt wurde nicht auf dem Sportplatz Leistikowstraße - auch wenn es dem Stadionsprecher immer wieder rausrutschte -, sondern auf dem Sportplatz Ringpromenade. Dieser bietet für Familien bei schönem Wetter den perfekten Freiraum, sich auf die mit Gras bewachsenen Hänge zu lümmeln.

Der Zuspruch war wieder ordentlich, bereits eine Stunde vor Anpfiff bildete sich vor dem Haupteingang eine lange Schlange. Insgesamt 3.500 Zuschauern hatten letztendlich den Weg zum Sportpark gefunden. Bei bestem Frühsommerwetter hatte man / frau die Wahl: Pralle Sonne oder etwas Schatten unter märkischen Kiefern und Laubbäumen auf der Gegengerade. Wer ein VIP-Ticket gebucht hatte, musste auf der kleinen aufgebauten Tribüne mit frontaler Sonneneinstrahlung vorliebnehmen, doch im Gegenzug durfte schließlich im VIP-Zelt ein Kaltgetränk geschlürft werden. Was jedoch die allgemeine Getränkeversorgung betraf, so hätte alles besser geplant werden können. Zwei Getränkestände und ein Wurststand sind für 3.500 Fußballfreunde doch arg zu wenig, zumal am Eingang penibel drauf geachtet wurde, dass keine eigenen Getränke mitgenommen werden.

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Sonne, Hitze und überdurchschnittliche viele Kinder - da muss es zumindest bei nichtalkoholischen Getränken in Strömen fließen. Platz war genug. Ran mit den Müttern und Vätern der Jugendspieler. Tische aufgebaut und das Wasser reihenweise in die Becher gießen lassen. Ein Becher ein Euro - und gut wär’s. Dazu noch drei, vier Bierstände - und wirklich alle wären zufrieden. Wie es perfekt funktionieren kann, sieht man unter anderen auf dem großen Vorplatz vor dem Stadion des 1. FC Magdeburg. Palettenweise wird dort das Büchsenbier vorgekühlt. Wahlweise wird aus Büchse und Fass im Akkord ausgeschenkt - die Wartezeit beträgt trotz der dortigen Massen nie mehr als drei, vier Minuten. Allerdings muss hierzu gesagt werden, dass allzu oft solche Versorgungsprobleme zu beobachten sind. In seltenen Fällen stimmt wirklich das Verhältnis. Leider muss der durstige Fußballfreund in allzu vielen Stadien arg lange auf den kühlen Gerstensaft oder auch die Cola warten.

Doch genug mit dem Meckern, denn bei allen anderen Punkten erwies sich der SV Falkensee-Finkenkrug als hervorragender Gastgeber. Nettes Ambiente, völlig entspannte Ordner, eine gut Organisation. Auf dem Rasen schien sich der Brandenburgligist gegen die Berliner, die mit voller Kapelle angereist waren, einiges vorgenommen zu haben. Es waren nicht mal zwei Minuten gespielt, da klingelte es bereits im Hertha-Gehäuse. Christopher Schulze sorgte dafür, dass der Tagesplan quasi schon erfüllt war. Einen Treffer wollte man unbedingt erzielen - und das wurde bereits nach zwei Minuten erledigt. Und die Zuschauer staunten nicht schlecht, Falkensee-Finkenkrug machte weiter Druck. Eine weitere gute Möglichkeit folgte, das 2:0 war im Bereich des Möglichen.

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Etwas über eine Viertelstunde lang konnte der Gastgeber die Führung verteidigen. Gerade wurde Trainer Steffen Borkowski vom Stadionsprecher gefragt, wie sich denn die Führung anfühle, als die Berliner langsam aber sicher ernst machten. 17. Spielminute - Salomon Kalou schlug das erste Mal zu. Nur vier Minuten später war es Vedad Ibisevic, der das 2:1 für Hertha BSC klarmachen konnte. In den folgenden sieben Minuten wurden weitere Fakten geschaffen. Jeweils noch einmal Kalou und Ibisevic - nach einer halben Stunde führte der Bundesligist standesgemäß mit 4:1. 

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Mit diesem Spielstand ging es dann auch zum Pausentee. Weit gegangen werden musste jedoch nicht, denn die Pausenbesprechung fand im Schatten direkt hinter dem einen Tor statt. Langmachen auf dem Rasen und lauschen, was die Trainer Steffen Borkowski und Pal Dardai zu sagen hatten. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Hertha-Fans zaghaft heranrückten. Anfangs achteten die Ordner noch darauf, dass kein Zuschauer den Profis zu nahe auf den Pelz rücken würde, doch im Verlauf der Halbzeitpause wurde der Kreis immer enger. Am Ende hatten die Ordner aufgegeben, die Hertha-Spieler samt Trainer und Betreuer wurde umringt. Fotos wurden angefertigt, Autogramme wurde gegeben. Auf Shirts, auf Eintrittskarten, auf die Hose oder auch auf die blanke Haut. Es war schön anzusehen, wie locker es zugehen kann. Und das ohne jegliche Vorkommnisse.

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Nachdem die Ordner die auf dem Platz herumwuselnden Kids baten, doch mal das Spielfeld freizugeben, konnte es weitergehen. Neu ins Spiel kamen bei der Hertha Thomas Kraft, Florian Kohls und Ciljan Skjelbred. Wohlgemerkt wurde Torhüter Thomas Kraft für den Stürmer Salomon Kalou eingewechselt! Kraft als Feldspieler - das wird man auch nicht allzu oft sehen dürfen. Auf Heimseite wurde indes in der 72. Minute noch einmal kräftig rotiert. Zu jenem Zeitpunkt führten die Blau-Weißen bereits mit 6:1. Peter Pekarik und Sinan Kurt hatten in der 59. und 61. Minute für einen Doppelschlag gesorgt. 

Hertha

Interessantes geschah in der Schlussphase. Nachdem Falkensee-Spieler El-Moghrabi von Körber zu Fall gebracht wurde, gab es Elfmeter. Der Gefoulte trat selber an, konnte den Ball jedoch nicht unterbringen. Sein Schuss war zwar kraftvoll, aber halt zu unplatziert. Wenig später ertönte wieder der Pfiff des Schiedsrichters. Dieses Mal gab es einen Strafstoß für die Berliner. Thomas Kraft schnappte sich das Spielgerät und lief zum Punkt. Problemlos verwandelte er den Elfer und sorgte somit für den 7:1-Endstand. Aus Sicht des Gastgebers durfte man trotzdem zufrieden sein: Die Kulisse stimmte, es wurde nicht zweistellig verloren, und ein eigenes Törchen gab es schließlich auch zu sehen. Mit Motivation kann es nun die letzten beiden verbleibenden Ligaspiele gegangen werden. Am 10. Juni hat Falkensee-Finkenkrug den VfB 1921 Krieschow zu Gast, am 17. Juni reisen die Gartenstädter zum SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen.

Fotos: Marco Bertram

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> zur turus-Fotostrecke: Hertha BSC

Spielergebnis:
1:7
Zuschauerzahl:
3.500
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