Chemnitzer FC vs. F.C. Hansa Rostock: Spruchbänder, Gesang mit Gitarre und ein himmelblauer Sieg

Autor: Red.Sport     veröffentlicht am 22 Mai 2017    
 
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Hansa Rostock zu Gast in Chemnitz
Foto: Marcus Hengst

Der Chemnitzer beendet die Saison 2016/2017 mit einem Sieg auf der „Festung Fischerwiese“. Im Ost-Duell gelang ein 2:0 gegen einen schwachen F.C. Hansa Rostock. Nach 90 Minuten wurde Trainer Sven Köhler gefeiert, dessen Vertrag nicht verlängert wird. Die Fans dankten ihm für seine Arbeit – und richteten einen Appell an die Mannschaft für das Landespokalfinale gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig.

CFC

Dabanli kehrt wieder zurück

Zum Saisonfinale gastierte der F.C. Hansa Rostock auf der „Festung Fischerwiese“ – und seine etwas mehr als 1.500 Anhänger sorgten für einen ausverkauften Gästesektor, der gewohnheitsgemäß chic begflaggt wurde. Auch hinsichtlich des Supports waren die Hanseaten gut aufgelegt, jedoch kam dieser nicht an die vorherigen Auftritte in Chemnitz heran. So gab es bei Schalparaden und Klatscheinlagen einige Lücken, und ebenso an den Wechselgesängen beteiligten sich nicht alle. Neben dem bereits feststehenden Klassenverbleib hatte daran sicherlich allen voran der Spielverlauf einen gehörigen Anteil. Auf pyrotechnische Erzeugnisse wurde diesmal gänzlich verzichtet.

Hansa

Bei den Himmelblauen wurde vor dem Spiel Philip Türpitz verabschiedet, der den Verein im Sommer verlassen wird. 2014 wechselte er von den Sportfreunden Lotte zum CFC. In den drei Spielzeiten absolvierte er 99 Spiele, erzielte dabei 14 Tore und bereitete weitere 16 Treffer vor. Aus Verletzungsgründen fiel für ihn das runde Jubiläum aus. 

Gleiches gilt für Sven Köhler, der sein 49 – und damit ein letztes Mal – in einem Ligaspiel auf der himmelblauen Trainerbank Platz nahm. Im Vergleich zur unglücklichen 2:3-Niederlage beim SSV Jahn Regensburg rotierte er auf insgesamt drei Positionen. Dabanli kehrt nach Verletzungspause wieder in die Innenverteidigung zurück, weiterhin durften Frahn und Baumgart, ein Torschütze aus der Vorwoche, von Beginn an stürmen. Cincotta und Hansch blieb nur die Reservistenrolle, gleiches galt für Danneberg, der zuletzt die Mannschaft als Kapitän führte. Diese Rolle nahm im Ost-Duell gegen Rostock Reinhardt ein.

Köhler

Die „Südkurve“ begrüßte ihr Team mit einer Schalparade – und dieses begann dezent aktiv. So wurde ein Schuss von Zukunft, dessen Zukunft in Chemnitz ebenfalls noch offen ist, mit den Fingerspitzen um den Posten gewickelt und damit zur Ecke geklärt. Kurze Zeit später setzte Grote Bittroff mit einem genialen Zuspiel, nur scheiterte dieser an der Schulter des FCH-Schlussmanns, der sich über fehlende Arbeit keineswegs beklagen konnte. Ausschlaggegend dafür waren seine Vorderleute, die selten für entlastende Momente sorgte, zudem im ersten Durchgang gerade eine gefährliche Chance – uns das via Freistoß, bei dem Kunz sicher auf dem Posten stand – besaßen. 

CFC

In der 25. Minute schlug Jopek aus der eigenen Hälfte in des Gegners Strafraum, wo Mast lauerte, den Ball herunterpflückte und zum Abschluss kam. Dieser wurde von Henn unglücklich ins eigene Tor abgefälscht. Eine Führung, welche sich abgezeichnet hatte und verdient war. Zehn Minuten später entsteht aus einer schnell ausgeführten Ecke der zweite Treffer. Bittroff passt präzise auf Baumgart, der sich energisch durchsetzt und sicher zum 2:0 abschließt, was gleichzeitig den Pausenstand darstellt. 

Nach dem Seitenwechsel sind in der „Südkurve“ zahlreiche Spruchbänder mit einer fordernden Botschaft zu lesen: „Den Anspruch haben wir diesmal festgelegt“, so wurde begonnen und das Anliegen mit „Ehrlichkeit“, „Kampfgeist“, „Zusammenhalt“, „Fannähe“, „Vereinsliebe“, „Respekt“, „Leidenschaft“, „Hingabe“, „Realismus“ und „Transparenz“ begründet. Abgeschlossen wurde es mit: „Akzeptiert wird, wer dahinter steht.“

CFC

Auf der Gegenseite nahmen die Rostocker den DFB ins Visier und äußerten: „Auch wir erklären Euch den Krieg!“, bekräftigt wurde dieses Ansinnen mit einer Zaunfahne. Nach dem Krieg-dem-DFB-Aufruf von Dynamo-Dresden-Fans in Karlsruhe gab es an diesem Wochenende diverse Fangruppen, welche sich mit den Schwarz-Gelben solidarisierten.  

Auf dem Feld wurde derweil die Hansa-Akteure etwas mutiger und waren gewillt den Anschluss zu erzielten, jedoch scheiterten diese mehrfach an Kunz, der am Ende zum achten Mal in Folge ohne Gegentreffer blieb. Dass Hansa nur mit einem 2:0 wieder an die Ostseeküste zurückgeschickt wurde, haben sie ihrem Schlussmann zu verdanken, der ebenso in der zweiten Halbzeit eine starke Leistung zeigte.

Hansa

In dieser gab es in der „Südkurve“ ein zweites Spruchband, und das wurde Erwin Trageser gewidmet, welcher unter der Woche nach dem „Ziffert-Beben“ seine Konsequenzen zog und aus dem Aufsichtsrat zurück. Dem langjährigen Mitglied des Gremiums sowie Gönner des Clubs dankten die Fans mit: „16 Jahre volle Kraft - Immer mit himmelblauer Leidenschaft! Danke, Erwin!“

In der Schlussphase war im Gästeblock der Klassiker „Marmor, Stein und Eisen bricht…“ von Drafi Deutscher zu hören. Die beiden Hansa-Capos stimmten den Song sogar mit zwei Gitarren an, der anschließend lautstark gesungen wurde. Ihr Team feierten die Anhänger trotz Niederlage.

CFC

Die „Südkurve“ wollte nach Abpfiff den Trainer, Sven Köhler, sehen und sich für seine geleistete Arbeit bedanken. „Danke Sven“ war auf einem Transparent zu lesen, welches die gesamte Spielzeit über zentral im Block hing. Köhler kam, lief seine Ehrenrunde winkend und unter kullernden Tränen – ein emotionaler Abschied. 

Bevor dieser aber endgültig besiegelt wird, muss noch das Sachsenpokalfinale gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig zu spielen. 1.200 himmelblaue Schlachtenbummler werden in die Messestadt reisen. Am Zaun hing diesbezüglich der freundlich gemeinte Hinweis an die Spieler: „24.05. - Rette Eure Ehre!“

Der Chemnitzer FC schließt seine sechste Spielzeit in der dritten Liga mit dem achten Platz ab.

Text & Fotos: Marcus Hengst

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