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SpVgg Greuther Fürth vs. 1. FC Union Berlin: Beide Seiten sorgen für munteren Saisonausklang

Autor: Red.Sport     veröffentlicht am 22 Mai 2017    
 
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Die Eisernen feiern den 2:1-Sieg in Fürth
Foto: Felix

Für den 1. FC Union Berlin war der Aufstiegszug schon mit der Niederlage in Braunschweig abgefahren. Die Chance war nur noch theoretisch mit 6 Punkten Rückstand, schlechterem Torverhältnis und nur noch zwei ausstehenden Spielen. Dennoch keimte am letzten Wochenende kurz ein Hoffnungsfunke auf, als Bielefeld den Braunschweiger Löwen gleich sechs Tore einschenkte. An der Alten Försterei stand es da noch 0:0 und ein knapper Sieg hätte den eisernen Anhang im letzten Spiel in Fürth noch einmal zart hoffen lassen können. Heidenheim beendete diese Gedankenspiele recht schnell, gewann bekanntlich 1:0 in Berlin.

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Der Vorverkauf für Heimtickets für das Spiel Fürth gegen Union startete vor einigen Wochen und die Verantwortlichen der Kleeblätter bemerkten, dass es ein ungewöhnlich hohes Interesse gab. Als ihnen bewusst wurde, wer sich da mit Karten eingedeckt hatte, war es zu spät. Auch eine Abgabe an Personen nur mit Postleitzahl 9 half nichts, es war klar, dass am letzten Spieltag mehrere Tausend Berliner im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer Platz nehmen würden.

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Aber würden diese jetzt trotz der vertanen Aufstiegschance noch die 4,5 Stunden Fahrt auf sich nehmen? Diese Frage war spätestens beantwortet, als Fürth Unions Hymne für eine Strophe anspielte und neben dem prall gefüllten Gästeblock und weiteren Blöcken hinter dem Tor auch noch weite Teile der Gegengerade die Stimme erhoben. Sie wollten dem Team noch mal ihre volle Unterstützung geben und für eine erfolgreiche Saison danken. Für ein packendes Pokalspiel in Dortmund, das bis zum Elfmeterschießen ging. Für die beste bisherige Zweitligaspielzeit mit Platz vier und am Ende 60 Punkten, die in dem einen oder anderen Vorjahr schon für Platz 2 oder 3 gereicht hätten.

Fuerth

Und dafür erhoben sie ihre Stimme ein ums andere Mal, so dass in weiten Teilen des mit 13,090 Zuschauern gefüllten Stadions Heimspielatmopshäre aufkam. Aber auch die Fürther ließen sich nicht lumpen, machten über das Spiel hinweg mit Gesängen, Choreo und Spruchbändern auf sich aufmerksam. Zu Beginn hieß es „Seit fünf Jahren Jugend dieser Stadt“ / „Entourage“ – untermalt im Block grün und weiß und mit Konfettiregen beim Einlaufen der Mannschaften. Auch die Forderung nach einer Regionalligareform wurde später geäußert: „Die Meister müssen aufsteigen!“

WS

Die Berliner Fans ergänzten in Halbzwei zwei zu ihren akustischen auch optische Reize: eine Choreo feierte 15 Jahre Wuhlesyndikat: „Mehr als ein Rauschen im Wind“ / „Ein Rausch“ hieß es auf dem Banner über dem ein rot/gelbes Kreuz mit Wuhlesyndikat-Logo in der Mitte prangte, umrandet von weißen Papiertafeln. Auf der Gegengeraden wurde prompt geantwortet: „Alle Gute WS’02“. Etwa später wurden zudem ein Duzend Kerzen angezündet, untermalt von rotem Rauch. Abgerundet wurde der Auftritt später durch eine Botschaft an den DFB als Ergänzung zum Dresdner Auftritt in Karlsruhe vom letzten Wochenende: „Den Dialog mit den Fanszenen beendet, die Zeit für immer absurdere Strafen verschwendet! / „Wir kämpfen weiter – Krieg dem DFB“.

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Auf dem Rasen ging es weniger kriegerisch zu, denn sportlich ging es ja um nichts mehr. Union war wie zuletzt personell geschwächt: es fehlten verletzt nicht nur drei von vier etatmäßigen Innenverteidigern sondern auch Teile des Mittelfelds und Angriffs. Dafür kehrte Sebastian Polter nach abgelaufener Rotsperre zurück und wirbelte die – ebenfalls ersatzgeschwächte – Fürther Defensive ein ums andere Mal durcheinander.

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Und es entwickelte sich doch ein recht ansehnliches Spiel mit mehreren Chancen auf beiden Seiten. Während Fürth in der ersten Halbzeit nur die Latte traf, machte es Union besser: nach Pass von Polter schoss Redondo mit gütiger Hilfe des abfälschenden Fürthers Caligiuri das erste Tor für die Berliner.

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Auch in Halbzeit zwei konnten sich beide Teams immer wieder Feldvorteile erkämpfen und Chancen herausspielen. Und während Unions Allrounder Michael Parensen in seinem unerwarteten Einsatz als Innenverteidiger noch in der 62. Minute mit einer spektakulären Grätsche vor dem einschussbereiten Žulj retten konnte, klingelte es nur vier Minuten später auch im Berliner Kasten: Serdar Dursun köpfte den verdienten Ausgleich nach einer Ecke.

Fürth

Doch die Berliner wollten hier erstmals nach 14 Jahren wieder drei Punkte mitnehmen, allen voran Sebastian Polter. In der 77. Minute wurde er elfmeterwürdig im Strafraum gefoult – das sah auch Schiedsrichter Siewer so. Also Ball zurecht gelegt, die von seiner Perspektive aus rechte Ecke anvisiert, den Keeper in die falsche geschickt, drin das Ding, Tor für Union? Nein. Siewer pfiff ab, einige Unioner waren ihm zu früh in den Strafraum gelaufen. Also noch einmal – Sascha Burchert spekulierte auf dieselbe Ecke, Polter zielte aber links und nun war die Führung der Berliner auch offiziell. Fürth fehlte am Ende die Kraft, dem noch etwas entgegenzusetzen und so blieb es beim 1:2 aus Sicht der Kleeblätter.

Union

Für die Union-Spieler war der Arbeitstag aber noch nicht vorbei – sie ließen sich zunächst von den mitgereisten Anhängern feiern und machten sich dann auf den langen Weg entlang der Hintertorseite am Gästeblock und entlang der gesamten Gegengerade, um am Zaun Glückwünsche und vor allem viele Danksagungen für die Saison entgegenzunehmen. Fürth hingegen beendet die Saison auf dem achten Platz und damit erstmals seit 1953 vor dem Rivalen aus Nürnberg (12.).

Text: Felix

Foto: Felix

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> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Union Berlin

Inhalt über
2. Bundesliga
Spielergebnis:
1:2
Zuschauerzahl:
13.090
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