Eintracht Braunschweig kegelt Union Berlin aus dem Aufstiegsrennen

Autor: Red.Sport     veröffentlicht am 09 Mai 2017    
 
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Alles oder nichts - Aufstieg, Relegation oder Rang vier
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Spannung, die sich wie ein Kaugummi hinzieht. Ehe das vorentscheidende Duell um mindestens den Relegationsplatz zum Aufstieg zwischen dem Tabellendritten Braunschweig gegen den direkten Verfolger Union Berlin über die Bühne gehen konnte, mussten die Anhänger beider Mannschaften das gesamte Wochenende über sich ergehen lassen. Hannover und Stuttgart gewinnen locker ihre Spiele und rauschen davon – will Braunschweig einen direkten Aufstiegsplatz ergattern, müssen sie nachziehen. Will Union überhaupt noch im Rennen bleiben, müssen sie alle drei verbleibenden Spiele gewinnen. Nach der kurzzeitigen Tabellenführung ging es für die Berliner nach Niederlagen vor allem bei den Top-Mannschaften Hannover und Stuttgart wieder bergab. Eine Niederlage beim dritten direkten Konkurrenten und Platz drei wäre sechs Punkte entfernt bei nur noch zwei Spielen.

BTSV

Die Braunschweiger haben sich in der Rückrunde nach anfänglicher Schwächephase stabilisiert sowie ein Talent dafür entwickelt, enge Spiele in letzter Minute für sich zu entscheiden und dabei wenige Gegentore zuzulassen. In dieses montägliche Spiel gingen die Löwen defensiv etwas geschwächt – der etatmäßige Innenverteidiger Saulo Decarli sah beim 1:0 bei 1860 München die fünfte gelbe Karte. Personalsorgen gab es auch bei den Berlinern: mit dem verletzten Steven Skrzybski und dem gesperrten Sebastian Polter fehlte geballte Offensivpower (gesamt 14 Tore und 8 Vorlagen).

Union

Die bot dafür Torsten Lieberknecht auf: mit Doppelspitze Christoffer Nyman und Domi Kumbela sowie dem zuletzt oft erfolgreichen Jan Hochscheidt im Mittelfeld. Das sollte sich auch auszahlen – die Braunschweiger überrollten die Berliner über weite Phasen des Spiels, 25:11 Schüsse aufs Tor und eben auch 3:1 Tore waren am Ende sehr deutliche Zahlen. Doch die entscheidenden Tore zum 1:0 und 2:0 schoss sogar ein Verteidiger: Kapitän Ken Reichel. Nachdem Braunschweig druckvoll startete und schon eine gute Chance über die Querlatte jagte, kam er nach etwas Konfusion an der Strafraumkante an den Ball, sein strammer Schuss wurde noch unhaltbar abgefälscht.

Zweikampf

Die Löwen hatten auch danach ein Chancenplus, die Berliner blitzten zwar auch ab und an vor dem Braunschweiger Kasten auf, konnten aber vor allem weitere Gegentreffer vermeiden. Ging da also noch was in Halbzeit zwei? Diese zart aufkeimende Hoffnung mussten die zirka 2.500 mitgereisten Berliner im proppevollen und stets gut hörbaren Gästeblock nach 54 Minuten schon wieder aufgeben, als Roberto Puncec vom Platz gestellt wurde. Er war bis dato der einzige verwarnte Spieler der Partie und sah wie auch schon im Spiel gegen Würzburg eine frühe Ampelkarte.

Union

Doch im Gegensatz zum Würzburg-Spiel lag Union hier zurück, nicht vorn und kassierte dann durch Reichels zweiten Treffer nur zehn Minuten später den endgültigen Knockout. Denkste: nur 27 Sekunden später verkürzte der zur Pause eingewechselte Maxi Thiel und ließ den Hoffnungs-Funken wieder etwas sprühen. Doch war es weiterhin die Eintracht, die drückte und weitere zehn Minuten später die Weichen endgültig auf Sieg stellte: der seit Dezember torlose Top-Torjäger Domi Kumbela entstaubte seinen rechten Fuß und schoss den Ball ins Braunschweiger Glück. Doch die Berliner gaben sich nicht auf. Bis in die Nachspielzeit hinein versuchten sie alles, um in die Nähe des Braunschweiger Kastens zu gelangen, doch außer ein paar Flanken und Ecken sprang nichts Zählbares hinaus.

BTSV

„Torsten lass die Löwen raus – schießt über den Zenit hinaus“ lautete der Spruch der Choreo zu Beginn der Partie, untermalt vom Braunschweiger Logo. Zudem war der gesamten Heimbereich für das Spiel über gekleidet in blauen und gelben Plastik-Umhängen. Über den Zenit könnte Braunschweig in der Tat schießen: punktgleich mit dem Erzrivalen, aber mit besserer Tordifferenz könnten die Löwen die Hannoveraner am Saisonende auf den Relegationsplatz verweisen. Hannover hat jetzt immerhin den VfB Stuttgart zu Besuch, während Braunschweig zum Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld fährt.

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Für Union sind die Spiele gegen Heidenheim und in Fürth jetzt Kür. Der Enttäuschung über den verpassten Endspurt mit Niederlagen gegen alle drei direkten Konkurrenten steht immerhin die beste Saison in der 2. Bundesliga überhaupt gegenüber. Und der keimende Gedanke, dass ein Aufstieg so unrealistisch gar nicht sein muss wie früher angenommen.

Text & Fotos: Felix

> zur turus-Fotostrecke: Eintracht Braunschweig

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Union Berlin

Spielergebnis:
3:1
Zuschauerzahl:
23.225
Gästefans
2500
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