3:0 in Frankfurt: CFC-Fans feiern den Sieg und gedenken Gartenfee Erika Krause

Autor: Red.Sport     veröffentlicht am 14 Februar 2017    
 
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Spielszene beim Duell FSV Frankfurt vs. Chemnitzer FC
Foto: Marcus Hengst

Der Chemnitzer FC zeigt sich stark und effektiv. So konnte – nach zwei Unentschieden – im dritten Spiel des Jahres der erste Sieg eingefahren werden. Mit 3:0 wurde der FSV Frankfurt 1899 an deren „Stadion am Bornheimer Hang“ vor 500 gut aufgelegten himmelblauen Fans geschlagen. Mast, Jopek und Hansch waren die Torschützen. Zuletzt gastierte der Chemnitzer FC im April des Jahres 1995 im „Stadion am Bornheimer Hang“ zu Frankfurt. Jetzt, mehr als zwei Jahrzehnte später, hat sich im Vergleich zu damals einiges verändert. So findet die Partie zwischen dem FSV Frankfurt 1899 und den Himmelblauen nicht mehr in der zweiten, sondern in Liga drei statt; dazu in einer neuen Arena, die eine überdachte Haupttribüne und Gegengerade vorweisen kann. Die Kapazität liegt nach dem Umbau bei 12.542 Plätzen, davon entfallen mehr als 4.000 auf die überdachten Sitzplätze. Beim letzten Duell in Frankfurt waren gerade einmal 1.000 Zuschauer zugegen, 22 Jahre später kamen 2.800 Zuschauer, von denen 500 den Gästeblock bevölkerten.

FSV

Um in diesem kompakt zu stehen, wurden zwei Banner im Block aufgehangen, zwischen denen ein Großteil letztlich auch stand – und für guten Support sorgte. Vor dem Spiel wedelten bekannte Schwenkfahnen. Im Heimbereich gab es hinter der Zaunfahne von „Block 385“ und der „Pugnatores Ultras“ zwei Spruchbänder, die beide auf die Ereignisse in Erfurt in der Vorwoche anspielten. Dort kam es nach dem Spiel zu Ausschreitungen. So wollten Frankfurter – unterstützt von Jenenser – die Haupttribüne stürmen. Die „Erfordia Ultras“, die aufgrund einer Sperre nicht in ihrem eigentlichen Block stehen konnten, nahmen diese Angebot an – und rannten in Richtung der Gäste. Zu einem direkten Kontakt kam es aber nicht, dessen ungeachtet wurden – angeblich auch antisemitische – Beleidigungen ausgetauscht. So war zum einen das Spruchband „Gegen jeden Antisemitismus!“ zu lesen, dazu „Lieber Rostbratwürste als Thüringer Bullen! FCK CPS!“ aufgrund der angewandten Polizeigewalt. 

FSV

In Bezug auf Support blieb dieser kleine Frankfurter Mob äußert blass, gleiches gilt für die „Senseless Crew“, die ebenfalls nur mit den Spruchband „Gentlemenlike in Dortmund – Frauen und Kinder zuerst! FCK RB!" in Erscheinung treten konnte. Ein kurzzeitiges „Nazischweine“ war außerdem im ersten Durchgang leise zu vernehmen. Ansonsten schaute man sich die Partie an.

Auf einem schlechten Platz fing – im Vergleich zum Last-Minute-Remis gegen den HFC – wieder Jopek für Reinhardt an. Dazu feierte Dabanli sein Startdebüt – und das ausgerechnet in seinem Geburtstort.

CFC

Die in solargrün spielenden Himmelblauen begannen stürmisch – und erhielten dabei Unterstützung von den Frankfurtern, die einen Fehler nach dem nächsten machten. So hatte Frahn nach 120 Sekunden zweimal die Möglichkeit, die Führung zu erzielen. Er traf jeweils nur das Außennetz. In der fünften Minute fiel dann der längst fällige Führungstreffer. Mast, der immer besser wird, marschiert zielstrebig nach vorn, spielt mit Hansch einen Doppelpass. Via Übersteiger narrt er danach seinen Gegenspieler und vollendet mit der Picke eiskalt. Sein viertes Saisontor zelebrierte er direkt vor dem ausrastenden Gästeblock.

Die Hausherren benötigten eine gute halbe Stunde, um ins Spiel zu finden. Davor hatten sie einzig eine Kopfballmöglichkeit, die Kunz jedoch parieren konnte. Auf der Gegenseite hatte Hansch das 2:0 auf dem Fuß, nur ging sein Versuch nach Grote-Vorlage knapp übers Tor.

CFC

Auf einmal zappelte dann aber der Ball im Kasten von Kunz. Dem Treffer wurde aber glücklicherweise die Gültigkeit verwehrt, da der Vorlagengeber hauchzart im Abseits stand. Die letzte Minuten bis zur Pause mussten die Himmelblauen zittern und blieben nur in Führung, weil Kunz wieder einen bärenstarken Tag erwischte und alles hielt, was auf seinen Kasten abgegeben wurde. In der 43. Minute landete ein Fehlpass bei Jopek, der ohne gestört zu werden, sich zum Frankfurter Tor aufmachte, vor diesem mit Grote einen Doppelpass durchführte und anschließend den Ball sicher im Tor unterbrachte. Sein erster Saisontreffer entscheidet – wenn man so will – schon vor der Pause die Partie.

Spätestens in der 51. Minute sind die Messen gelesen und der „Auswärtssieg“ in trockenen Tüchern. Dannenberg setzt Frahn ein, der mustergültig auf Hansch weiterleitet. Hansch, bekanntlich in bestechender Form, schließt ohne Probleme zum 3:0 ab. Der Rest der zweiten Halbzeit wird einfach heruntergespielt. Ohne nennenswerte Sachen.

Im Gästeblock wird daraufhin noch stärker und singt diverse Lieder lautstark. Je näher der Abpfiff rückt, desto mehr Herren klettern auf den Zaun und freuen sich über den fünften Auswärtssieg, der zur Folge hat, dass man – hinter dem Spitzenreiter MSV Duisburg – in fremden Stadion die zweitbeste Mannschaft ist. Wenn dazu die Heimbilanz aufpoliert werden kann, ist mehr als der derzeitige fünfte Platz in dieser Spielzeit drin.

Erika Krause

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte der Gästeblock ein Spruchband, mit man sich vom legendären Ruhrmichell verabschiedete. „Wo auch immer Du jetzt bist, wir wünschen Dir Glück auf Deiner Reise! Ruhrmichell fUEr immer Unvergessen!“. In den Farben getrennt, in der Sache vereint, Fußball verbindet.
Außerdem gedachte man noch auf der Heimreise auf einem Parkplatz der beliebten DDR-Gartenfee „Erika Krause“ mit pyrotechnischen Erzeugnissen. 

Text & Fotos: Marcus Hengst

> zur turus-Fotostrecke: FSV Frankfurt

> zur turus-Fotostrecke: Chemnitzer FC

Inhalt über Klub(s):
Inhalt über
3. Liga
Spielergebnis:
0:3
Zuschauerzahl:
2.800
Gästefans
500
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