Preußen Münster vs. Hansa Rostock: Es knirscht mal wieder im Kogge-Gebälk Hot

Autor: Mia B.     veröffentlicht am 09 Februar 2017    
 
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Hansa-Aufkleber ...
 

Die Rückrunde in der 3. Liga ist jetzt genau zwei Spieltage jung und schon gibt es aus Sicht der Hansa-Fans den ersten Frust. Nach dem 0:0 im Geisterspiel gegen Jahn Regensburg zeigte sich der F.C. Hansa am Sonntag von einer ganz erschreckenden Seite, die einmal mehr das bewirkt hat, was in Rostock schon seit Jahren gut funktioniert: Aufkommende Hoffnung oder gar Euphorie schon im Keim zu ersticken. Aber von vorn: Nachdem der Auftakt in die Rückrunde aufgrund des Geisterspiels mehr oder weniger ins Wasser fiel, war die Motivation für die Fahrt nach Münster umso größer. In meinem Fall sowieso, da ich aktuell im Prinzip in Münster lebe, wobei das Spiel natürlich genau in einer der fünf Wochen stattfand, die ich Zuhause verbringen durfte. So klingelte am Sonntagmorgen frühzeitig der Wecker und zusammen mit ein paar Begleitern ging es in Richtung Westfalen.

Die Hinfahrt war landschaftlich sehr attraktiv, was der Einstellung „kürzeste Strecke“ auf dem Navigationsgerät des Fahrers geschuldet war. So konnten wir uns die Stadt Eschwege mal genauer ansehen, wobei ein Mitfahrer plötzlich ganz wirre Sachen erzählte. Er behauptete, dass ihm die Stadt irgendwie bekannt vor kam. Er wüsste nur nicht, ob wegen einer Brauerei oder der Bundespolizei. Während die restlichen Mitfahrer noch grübelten, wieso er ausgerechnet zwischen den beiden Sachen schwankte, hatte ein weiterer die Gemeinsamkeit schon gefunden und meinte ganz trocken: „Läuft ja aufs gleiche raus, bei beidem sind viele Flaschen unterwegs.“ Nachdem der Fahrer dann zwischenzeitlich im Sekundentakt mit Fragen á la „Wann sind wir da?“ oder „Wie weit ist es noch?“ genervt wurde, erreichten wir dann auch viel zu früh die Stadt Münster, und hier passte der Spruch eines weiteren Fans dann wie der sprichwörtliche Arsch auf den Eimer. „Je näher man an Münster kommt, umso höher der Schnittlauchbewuchs am Fahrbahnrand.“ 

Wasserwerfer

Im weiteren Verlauf wurde man dann direkt vor dem Stadion noch von einem Wasserwerfer begrüßt. Aufgrund der Tatsache, dass es in den letzten Jahren sowohl bei uns, als auch bei verschiedenen anderen Vereinen immer mal wieder Theater am Einlass gab (auch der Tatsache geschuldet, dass im Prinzip nur zwei Durchgänge für 2.500 Leute zur Verfügung stehen) und keiner von uns Lust auf eine Dusche hatte, führte uns der Weg dann bereits frühzeitig ins Stadion, um das kulinarische Angebot zu testen. Sowohl die Currywurst, als auch die Pommes bekamen das Prädikat „Kann man essen“, während die Bratwurst eher unter die Kategorie „Wenn man Hunger hat, ist es schon okay“ fiel. Das Highlight war für die meisten wahrscheinlich eh, dass es mal kein entschärftes Bier gab. 

Pünktlich um 14:00 Uhr begann dann auch das Spiel und beizeiten dachten sich viele nur noch: „Naja, wenigstens ist das Wetter schön“. Aus meiner Sicht war die Aufstellung bis auf eine Position exakt so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Aber mit so einem spielerisch und vor allem defensiv schwachen Auftritt hatte wohl keiner gerechnet. Schon zur Halbzeit waren die meisten wieder pappsatt, obwohl man nur mit 0:1 hinten lag. 

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit gab es noch kleinere Querelen im Gästeblock. Dadurch, dass die Polizei (aus welchem Grund auch immer) während des Spiels direkt im Block stand, kam es in der Folge wohl auch zu Festnahmen. Gut für die Statistik, hätte sich aber sonst wahrscheinlich auch anders regeln lassen.

Die zweite Halbzeit war dann aus unserer Sicht genauso bescheiden wie die erste, wobei wir noch von Glück sagen konnten, dass die Preußen sich teilweise richtig dämlich angestellt haben. Sonst hätte das an diesem Tag eine richtig böse Klatsche gegeben. Auf Seiten der Rostocker gab es dann noch ein paar Wechsel, die eher wenig nachvollziehbar waren. Zum Einen musste der einzige Spieler, der noch geistig anwesend schien, den Platz verlassen und zum Anderen wurde ein technisch starker und vor allem schneller Spieler erst dann gebracht, als der Braten schon gegessen war. 

Kurz vor Schluss gab es aus dem Nichts noch einen Elfmeter für Hansa, der sogar versenkt wurde, aber an der Tatsache, dass man verlor und vor allem spielerisch nichts entgegenzusetzen hatte, nichts änderte.  Als nach dem Elfmetertor „Auswärtssieg“-Rufe und später noch „Nie mehr Dritte Liga“ oder „Wir steigen auf und ihr steigt ab“ aus dem Gästeblock zu hören waren, zeigte das vor allem eins: Hansa Rostock hat zwar das Spiel verloren, aber den Humor noch lange nicht. 

Münster

Ob das allerdings in drei bis vier Spielen auch noch so aussieht, wenn weiter solche Auftritte hingelegt werden, ist stark zu bezweifeln. Man würde gut daran tun, wenn gerade die neuen Spieler weniger durch Statements in der Presse, als durch gute Leistungen auffallen würden. Und wer weiß ... im letzten Jahr wurden die ersten Spiele nach der Winterpause auch grandios verkackt, um danach eine bärenstarke Rückrunde hinzulegen. Man möchte es sich eigentlich selbst verbieten, aber irgendwo ist aus Sicht der Hansa-Fans immer ein Stück Hoffnung. Make Hansa great again!

Text & Fotos: Mia

> zur turus-Fotostrecke: F.C. Hansa Rostock

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guter bericht

Hi Mia, ja hast es kurz und genau auf den punkt gebracht. Vor allem die neuen Spieler müssen mehr auffallen. Chancen müssen herausgespielt und auch genutzt werden. Aber es klappen ja nichtmal 5m Pässe. Freue mich schon sehr auf deinen nächsten Artikel.

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Kurz und präzise!

Mehr gibt es über dieses Drecksspiel halt nicht zu sagen.
Danke Mia

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Es gab schon bessere Berichte von Mia, aber das Spiel bot nun auch nicht die pralle Wonne ... :-/

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