RB Leipzig vs. Glasgow Rangers: Feuchtfröhliche Spritztour im Schneegestöber

Autor: Red.Sport     veröffentlicht am 16 Januar 2017    
 
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6.000 Rangers-Fans in Leipzig
Foto: FB-Seite "Ostdeutsche Ultraszenen"

Leipzig gegen Glasgow. Für Nostalgiker und Anhänger des traditionellen Fußballsports klingt diese Partie wie Musik in den Ohren. Bereits zwischen der ersten Deutschen Meisterschaft des VfB Leipzig und dem Beginn des Ersten Weltkrieges wurde eine Freundschaftspartie zwischen diesen beiden Städten durchgeführt. Damals behielt der Celtic FC klar die Oberhand und schlug den VfB Leipzig mit 9:1. Ein Jahrhundert später nun also der nächste Schlagabtausch beider Städte - mit komplett anderen Vorzeichen. RasenBallsport Leipzig, in seinem Zeichen nun wahrlich kein Verein, der von seiner Geschichte lebt, lud die Glasgow Rangers zu einem Kräftemessen kurz vor Beginn der Bundesliga ein. Der Rangers FC, der sich in jüngerer Vergangenheit aufgrund anhaltender Finanzprobleme von der vierten wieder in die erste Liga zurück kämpfte, sehnte sich nach einer internationalen Auswärtsfahrt und machte fleißig mobil.

Rangers

Bereits zwei Wochen vor Beginn der Partie munkelte man, dass der Gast aus Schottland mit einer bis zu 8.000 Mann großen Anhängerschaft den Weg in den Osten Deutschlands antreten würde. Teilte man daraufhin einigen seiner Freunde diese Zahl mit, wurde man doch eher belächelt. Doch je näher die Partie rückte, desto größer wurde die Gewissheit, dass die Zahl nun doch nicht sehr weit hergeholt war. 4.500 Karten verkaufte der Gastgeber bereits im Vorverkauf an seine Gäste. Außerdem landeten außerplanmäßige Flüge in Leipzig und Berlin, egal ob nun aus Glasgow direkt oder aus Manchester. 

Bereits am zurückliegenden Samstag durfte in den Lokalitäten der Stadt so einiges erwartet werden. Und man wurde absolut nicht enttäuscht. Dass man als Leipziger Fußballfreund aufgrund der Masse nun nicht wie gewohnt in die eigene Lieblingsbar schauen durfte, da sie bis zum letzten Platz überfüllt war, machte eigentlich niemandem etwas aus. Ein paar Meter weiter wartete ja bereits die Nächste. Nach kurzer Suche fand man sich in einer etwas ungewohnten Umgebung wieder, trank in "Ruhe" sein Bier und versuchte sich mit der etwas ungewohnten Situation erst einmal vertraut zu machen. Ein paar Schlucke später wurde man als Einheimischer etwas vertrauter mit den Gegebenheiten und wechselte ein paar nette Wörter mit dem anwesenden schottischen Mob. Nach kurzer Recherche im Netz am nächsten Morgen, muss betont werden, dass in diesem Fall sogar wohl ein eher ruhigerer Platz erwischt wurde. In anderen Bars soll es doch deutlich lauter und ungesitteter vorgegangen sein. 

Rangers

Mit großer Erwartung ging es am Sonntag bei eher mäßigem Wetter in Richtung Leipziger Marktplatz. Bereits in der U-Bahn war ein vorbeiziehender schottischer Mob nicht zu übersehen und überhören. Der Fanmarsch der Rangers-Fans startete deutlich eher als im Vorfeld angekündigt. Zurück blieb auf dem großen Marktplatz eine Ort der „Verwüstung“, im Sinne von unzähligen Glasflaschen, Dosen und leeren Bierkästen. Da das Tempo nicht das höchste war, war es nicht allzu schwer, unauffällig vorbeizuziehen und sich das Ganze von der Spitze aus anzuschauen. Angeführt wurde der schottische Fanmarsch von drei, vier Streifenwagen. Unmittelbar dahinter lief die erste Reihe der Rangers-Fans, die jedoch nicht unbedingt den sportlichsten bzw. motiviertesten Eindruck machte. Eine kleine Sektionsfahne rundete das Gesamtbild ab. Zu erwähnen ist an dieser Stelle auf jeden Fall der emsige Trommler, der sich unermüdlich und vermummt auf seinem Instrument austobte. 

Rangers

Bekanntlich sind Fanmärsche immer eine Sache für sich. Nicht immer sind Beobachter willkommen, und das Fotografieren ist in vielen Fällen nicht geduldet. In diesem Fall konnte man jedoch ungestört zwischen Polizei und den marschierenden Rangers-Fans laufen sowie Fotos und Videos anfertigen. Interessiert hatte es im Endeffekt niemanden, außer einem deutschen Mitbürger, der wohl dachte, man sei Anhänger des heutigen Gastgebers. Logisch, dass diese Sache ziemlich schnell aufgelöst werden konnte. 

Unter dem Strich verlief - nicht zuletzt aufgrund der Länge des Weges - doch ziemlich ruhig. Allerdings machten typisch britische Gesänge, die mitunter den feucht fröhlichen Mob mitrissen, und ein bisschen Pyrotechnik das Ganze doch durchaus ansehnlich und lohnenswert. Interessant wurde es, als der einzige Polizeibeamte, der sich stehend auf einem Streifenwagen befand, minutenlang mit Schneebällen beworfen wurde. Bei bis zu zehn Schneebällen gleichzeitig aus den verschiedensten Richtungen war auch seine Reaktionszeit doch eher begrenzt. Daraufhin sprangen seine Kollegen aus den anderen Fahrzeugen, um ihm zur Seite zu stehen. Allerdings merkten sie, wie zwecklos nun ein Einsatz wäre, und stoppten kur vor dem schottischen Mob wieder ab.

Leipzig

Die Wege zwischen Rangers-Fans und neutral sitzenden Beobachtern trennte sich vor den Stadiontoren. Die Rangers-Fans fluteten den Gästebereich. Im Heimbereich war es an der Tageskasse nicht ohne weiteres möglich, ein Wunschticket zu erwerben. Block 12 statt Block 03. Am Ende war es dann doch möglich, von Block 03 aus zu beobachten, was die schottischen Schlachtenbummler wohl auf die Beine stellen würden. Zu überzeugen wusste vor allem die Beflaggung, die man in der Form ja von schottischen und englischen Fußballspielen kennt.

Rangers

Zum Anpfiff gab es zudem eine kleine Portion Pyrotechnik zu sehen. Ansonsten blieb es jedoch eher ruhig. Das hatte seine Gründe: Zum einen wurde sich sicherlich im Vorfeld in all den Kneipen mächtig verausgabt, zum anderen verloren die Rangers das Spiel auf dem Rasen vor insgesamt 18.730 Zuschauern (rund 6.000 Gästefans) mit 0:4. Sportlich war der Bundesligist einfach eine Nummer zu groß. Werner 21. Minute), Burke (43. Minute) und Poulsen (63. und 83. Minute) erzielten die Treffer. Unter dem Strich war diese Testspiel-Sause aus Sicht des Rangers FC jedoch ganz sicher eine lohnende Angelegenheit.

Text: In Zusammenarbeit mit der FB-Seite „Ostdeutsche Ultraszenen“

Fotos: „Ostdeutsche Ultraszenen“

> zur turus-Fotostrecke: Glasgow Rangers FC

> zur turus-Fotostrecke: RB Leipzig

Inhalt über Klub(s):
Spielergebnis:
4:0
Zuschauerzahl:
18.700
Gästefans
6000
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Ekelhaft!

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Fast richtiges Spielergebnis

Das Spiel endete 4:0 Anm. ganz unten stand 2:1

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@ºº@

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:-D Ha, geil!!!

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