Hertha BSC vs. 1. FC Kaiserslautern: Berliner nach 1:0-Sieg auf Rang eins!

Autor: Hans Lonyl     veröffentlicht am 26 Februar 2013    
 
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Montag? Scheißtag!Die Zeichen standen wahrlich schlecht für dieses vermeintliche Spitzenspiel der besten 2. Liga aller Zeiten - wie vom Sender Sport1 gerne inflationär verwendet, um auch Hits wie Sandhausen gegen Regensburg gut verkaufen zu können - denn der Vorverkauf kam nicht wirklich in die Gänge. Ein Fakt, der mit das Hauptgesprächsthema in den Medien vor dem Spiel war. Letztendlich verfolgten immerhin 37.347 Zuschauer die Partie im Olympiastadion und spitze war nur eins: Die Heimseite. 

Hertha BSCAuch wenn der alten Dame gerne nachgesagt wird, dass sie bei Flutlichtspielen öfters mal durchhängt, überzeugten die Blau-Weißen auf dem Platz von der ersten bis zur letzten Minute. Sollten die Pfälzer ernsthafte Ambitionen gehegt haben, hier und heute etwas mitzunehmen, hätten sie mehr zeigen müssen, als das was folgte. Man hätte auch die Mannschaften aus Regensburg oder Aalen mit dem FCK-Trikot verkleiden und spielen lassen können, doch die haben wenigstens eine Ausrede, warum sie so destruktiv spielten.

Sport1 und Buschi wird es sicherlich freuen, wenn sich immerhin noch der Kampf um den Relegationsplatz anpreisen lässt, während Hertha BSC und Eintracht Braunschweig wohl uneinholbar und ohne Spannung ins Ziel marschieren. Außer phasenweise fies umhertreten, kam vom viermaligem Deutschen Meister nicht viel, und wenn Ronny in der dritten Minute den Foulelfmeter reingemacht hätte, wären die Pfälzer nach dem Berliner Knotenplatzer ganz gewiss mit einer Packung die 660 Kilometer zurückgefahren. So blieb das Spiel weiter offen, obwohl das Kräfteverhältnis nach Baumjohanns groben Foulspiel und daraus resultierendem Platzverweis in der 33. Minute weiter zu Herthas Gunsten umschlug. 

Hertha BSCNachdem Pierre-Michel Lasogga nach monatelanger Verletzungspause als zweiter Stürmer eingewechselt wurde, erhöhte Hertha noch einmal die Schlagzahl und es war für die anwesenden Herthaner offensichtlich, dass sie noch den Siegtreffer zu sehen bekommen, den dann auch Peer Kluge in der 68. Minute nach Zuspiel von „ausgerechnet“ Lasogga erzielte. Das Ergebnis hätte wahrscheinlich höher ausfallen müssen, denn Chancen ergaben sich weiterhin. Wer jetzt etwas über die Lauterer Schlussoffensive lesen möchte, kann stattdessen die Torschussstatistik (11 zu 0) des gesamten Spiels interpretieren. Summa summarum ein verdienter Sieg für Hertha BSC im 21. ungeschlagenen Spiel hintereinander.

FCKDie mitgereisten Fans des FCK nutzten ihre Zaunfahnen sehr klug, um das untere Drittel des Gästeblockes abzusperren und dadurch geschlossener stehen und agieren zu können. Zu sehen waren sie bestimmt ein paar Mal, aber mit dem Hören ist immer ein Problem, wenn man auf der Heimseite aktiv ist, deswegen ist eine objektive Beurteilung des Gästeauftritts unmöglich. Die Anzahl der Gästefans sagt ebenfalls nicht viel aus, denn die Pfälzer verfügen – wie viele westdeutsche Vereine – über eine große Basis bei den Zugezogenen Berlins. 

OstkurveHerthas Ostkurve merkte man das milde Klima am Spieltag an und dass vor dem Spiel ordentlich getankt wurde, denn es war mal wieder Risikospieltag in der Hauptstadt angesagt. Wenn es nach der Risikospielquote diese Saison geht, dürfte sich die Herthaszene sicherheitstechnisch bestimmt „Randalemeister“ nennen. Dies spiegelte sich in einem überzogen wirkenden Polizeiaufgebot wieder, das sich mehr als weniger die Beine in Bauch stand. Die Ostkurve kam schon vor dem Elfmeter gut aus den Startlöchern und zeigte endlich wieder einen guten Heimauftritt mit wenigen leisen Phasen, wobei sich auch die angrenzenden Bereiche in die Gesänge relativ oft mit einklinkten. Als Kluge das erlösende Tor machte und die Heimmannschaft damit auf Platz eins hievte, erschallte zum ersten Mal der Gassenhauer „Hier kommt Hertha“ der letzten Zweitligasaison außergewöhnlich laut aus den Kehlen und auch das „Spitzenreiter, Spitzenreiter – Hey, Hey!“ wurde in einer guten Lautstärke zelebriert. Großartig zittern musste man zum Ende hin mal nicht und so konnte nach Abpfiff zusammen mit der Mannschaft in der Kurve gefeiert werden, dass Hertha BSC zunächst wieder die Nummer Eins im Zweitligageschäft ist. 

OlympiastadionApropos: Der 1:0-Sieg gegen die Roten Teufel weckte Erinnerungen an die Aufstiegssaison 1996/97. Auch damals konnte Hertha BSC gegen den Mitkonkurrenten aus der Pfalz die Big Points holen und den Weg in Richtung Aufstieg ebnen. Das damalige Spiel am 07. April 1997 dürfte unvergessen sein (die turus.net-Macher waren bereits damals vor Ort). 75.000 Zuschauer strömten in das damals noch unsanierte Berliner Olympiastadion und standen völlig Kopf, als Publikumsliebling Axel Kruse in der 25. Minute den 1:0-Führungstreffer erzielen konnte. Zunge raus bei Kruse, Gänsehaut und Freudentränen bei den Fans. Als es nach 55 Minuten nach Eigentor durch Axel Roos 2:0 für Hertha stand, gab es kein Halten mehr. Ganz so euphorisch wurde der gestrige Sieg sicherlich nicht gefeiert. Schließlich war die Durstphase bei weitem nicht so lang wie damals in den 90er Jahren.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Die Vorbereitungen laufen. Am Samstag geht es nun zum Auswärtsspiel bei der SG Dynamo Dresden und die Vorfreude auf das Duell mit den Sachsen ist riesig.

Fotos: Archivaufnahmen

(Auch in Dresden wird turus.net vor Ort sein!)

> zur turus-Fotostrecke: Hertha BSC

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Kaiserslautern

 

 

 

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