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Mittwoch, Mai 22nd

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3:0 beim Ostklassiker: Lok Leipzig schlägt den 1. FC Magdeburg

Autor: Marco Bertram   veröffentlicht am 31 Oktober 2012    
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Fußball aus:

Lok LeipzigNach der Aufstiegseuphorie kam die harte Landung. Die Fans des 1. FC Lokomotive Leipzig durchlebten bisher eine nicht gerade erquickende Regionalliga-Saison. Schnell war die prächtige Laune vom Spiel bei Fortuna Chemnitz am Ende der vergangenen Oberligaspielzeit hinfort. Grund zum Jubeln gab es zuletzt selten, Tiefpunkt war die 0:5-Klatsche gegen das Kellerkind 1. FC Union Berlin II. Keine Frage, in Probstheida hing der Haussegen schief. Hinzu kamen die 17 jüngst verhängten Stadionverbote, die sowohl daheim im Bruno-Plache-Stadion als auch bei Auswärtsspielen des 1. FC Lok gelten. 

LeipzigSo war bereits im Vorfeld des Ost-Klassikers gegen den 1. FC Magdeburg klar, dass es keine so prächtige Kulisse wie beim Derby gegen RB Leipzig geben würde. Waren es gegen die Roten Bullen sage und schreibe 24.795 Zuschauer (unter ihnen rund 13.000 in Blau-Gelb), so hoffte man nun – nicht zuletzt auf Grund der zahlreich anreisenden FCM-Fans – auf zumindest 5.000 Zuschauer, die das einstige Leipziger Zentralstadion mit Leben füllen. Und dann das! Das Kellerkind konnte den Mit-Aufstiegsfavoriten aus der Börde mit 3:0 bezwingenn! Tiefes, ganz tiefes Aufatmen bei der Loksche. Doch alles der Reihe nach.

PolizeiLeipzig Hauptbahnhof gegen 9 Uhr. Während in Berlin ganz normal der Arbeit nachgegangen werden muss, ist in Sachsen Feiertag. Die Stadt schlummert noch, nur einige Reisende laufen die Bahnsteige entlang. Zwei Anhänger der SG Dynamo Dresden steigen um. Ihr Ziel: Hannover. Ein kurzes „Dyyyynaaamo“, dann herrscht wieder Ruhe auf dem passablen Kopfbahnhof. Zwei Tassen Kaffee später. Gegen 11 Uhr ergibt sich bereits ein anderes Bild. Zwar herrscht noch immer Ruhe, doch ist diese extrem angespannt. Zahlreiche Polizisten patroullieren und nehmen vor einem Gleis Aufstellung. Während der Sonderzug aus Magdeburg am Bahnhof Leipzig-Messe enden wird, treffen die mit dem regulär fahrenden Nahverkehrszug reisenden FCM-Fans am Hauptbahnhof ein.

Fan-ShuttleAlles was nach Lok-Fan aussieht, wird aus der Bahnhofshalle gebeten. Weg frei für die Magdeburger Jungs. Und in der Tat, gegen 11:15 trifft ein stattlicher Magdeburger Mob ein. Mit Polizeibegleitung geht es in Richtung Seitenausgang, vor dem einige Shuttle-Busse bereit stehen. Und nicht nur das. Das Terrain vor dem Seitenflügel ist überflutet von Polizeifahrzeugen und deren Besatzungen. Lok gegen Magdeburg? Die Polizei möchte nichts anbrennen lassen. Recht bereitwillig lässt sich die kernige Reisegruppe in die Busse verfrachten, die dann auch recht fix in Richtung Stadion düsen. 

FCM12 Uhr. Stelldichein vor der Red-Bull-Arena, die einst den klangvollen Namen Zentralstadion besaß. Auf Heimseite wirkte noch immer alles verschlafen. Nur wenig deutete darauf hin, dass vom Namen her ein echter Kracher auf dem Programm stand. Richtig was los war im Prinzip erst, als die beiden Mannschaften auf den grünen Rasen marschierten. Das Geschehen hinter den Toren konnte sich akustisch und optisch hören und sehen lassen – mit leichten Vorteilen auf Gästeseite. Der Anblick in der Arena - knapp 5.300 Fußballfreunde fanden den Weg - war etwas kurios. Zwei knackige Fanblöcke – der Rest war tote Hose. Ein paar Zuschauer auf der Haupttribüne, die Gegengerade blieb komplett geschlossen. Die Fans taten auf beiden Seiten das einzig richtige. Kompakt stehen und geschlossen die jeweilige Mannschaft anfeuern. Ein wenig erinnerte das Szenario an die Stadionverhältnisse auf dem Balkan. 

Lok & HFC„L – O – K!“, ertönte es auf der einen Seite. „Hier regiert der FCM!“, auf der anderen Seite. Dazu ein kraftvolles „Leipzig und Halle, Fußballkrawalle!“ Apropos Halle. Die Freundschaft zwischen den Ultras von Lok und dem HFC war unübersehbar und bildete die Basis für den heutigen Support. Auch auf dem Rasen ging es sogleich flott zur Sache. Die Gastgeber wollten die letzten drei Niederlagen in Folge zu den Akten legen, gegen den Favoriten aus Sachsen-Anhalt sollte wieder eine andere Loksche Dampf machen. Gesagt, getan, in der elften Minute wurde ein Schuss von Alexis Theodosiadis zur Ecke geklärt. Der Heimblock kam jetzt noch mehr in Schwung. Die verbale Antwort aus dem Gästeblock, die eigentlich eine Frage war: „Welche Hure, welcher Bock erschuf den 1. FC Lok?!“ 

FCMZeitgleich kam Lok zur nächsten guten Möglichkeit. Markus Krug spielte prima Christoph Schulz an, doch dieser befand sich im Abseits. Allein diese Aktion zeigte bereits, dass an diesem Mittwochnachmittag mit den Leipzigern zu rechnen war. Während jedoch Lok anfangs häufig mit der Brechstange agierte, zeigten die Magdeburger den technisch besseren Fußball. Allerdings nutzte dies vor dem gegnerischen Gehäuse nicht allzu viel, denn am heutigen Tage fehlte es an Präzision und Durchschlagskraft. In der 17. Minute hätte es für Magdeburg klingeln müssen, doch Tobias Friebertshäuser schoss aus dem Gewühle heraus über die Latte. Im direkten Gegenzug war Lok brandgefährlich, ein scharfer Schuss von Theodosiadis ging knapp am rechten Pfosten vorbei.

LokEs blieb weiterhin eine offene Partie, in der die Hausherren erstaunlich gut mithalten konnten. Und nicht nur das! Unmittelbar vor dem Pausenpfiff hämmerte Patrick Grandner der Ball zum 1:0 in die Magdeburger Maschen. Ein Urschrei im Leipziger Fanblock. Die Erleichterung bei den Lok-Spielern und Fans war bis in die letzten Winkel des Stadions zu spüren. Vom Pausentee kehrten beide Mannschaften überpünktlich auf den Platz zurück. Zur Sache! Für neutrale Besucher – wenn gleich diese wohl kaum auf den Rängen anzutreffen waren – erschien dieser Spielverlauf optimal. Es musste etwas geschehen. Magdeburg musste nun kommen. Diese Partie konnte einfach nicht dahin plätschern, so viel war klar.

SpruchbandUnd richtig! Es war Pfeffer im Spiel. Auf dem Rasen und auf den Rängen. „Tod und Hass dem FCM“, skandierte der Leipziger Block. Als Antwort detonierte ein Böller. Richtig rasant wurde es, als in der 67. Minute Steve Rolleder hart in den Magdeburger Keeper Matthias Tischer holzte. Glatt Rot für den Lok-Spieler. In Unterzahl musste nun die Sache gedeichselt werden. Ein paar Magdeburger Fans zerrissen sogleich provokativ einen gelb-blauen Stoff und warfen diesen verächtlich in den Innenraum. Kurz darauf hatte Magdeburgs Marco Kurth eine prima Möglichkeit, die jedoch nicht verwertet werden konnte. Im gleichen Atemzug zeigte der Leipziger Anhang drei Spruchbänder: „Man macht uns zu Verbrechern, zu finsteren Gestalten. Doch selbst wenn Lok Leipzig fällt, werden wir die Stellung halten! Scenario Lok!“

FCMWährend im Lok-Block eine Uffta zum Besten gegeben wurde, hatte der zuvor eingewechselte Fabian Burdenski die Möglichkeit für Magdeburg den Ausgleich zu erzielen. Besser machte es Albert Spahiu, der in der 81. Minute nach einer Ecke mit dem Kopf ins Schwarze traf. 2:0 für Lokomotive Leipzig. Der Magdeburger Anhang gab nun das Spiel verloren. Es detonierten noch zwei Böller, etwas unmotiviert wurde ein lilafarbener Rauchtopf gezündet. Große Frustattacken blieben jedoch im Gästeblock aus, dafür war der bisherige Saisonverlauf – vor allem in Anbetracht der zurückliegenden grottenschlechten Spielzeit – dann doch zu gut. In der Nachspielzeit erzielten die Hausherren per Strafstoß sogar noch das 3:0.

LokWer hätte nach dem 0:5-Debakel gegen die U23 von Union Berlin und der 1:3-Niederlage in Neustrelitz gedacht, dass diese Mannschaft gegen Magdeburg etwas reißen könnte? Sei wie es sei. Nach den Wochen der Tristesse könnte nun wieder eine hoffnungsvollere Zeit folgen. Und dann würden auch wieder mehr Zuschauer zu den Heimspielen (zuletzt nur 2.500 gegen den FCU II) ins Bruno-Plache-Stadion kommen. Die Möglichkeit dazu gibt es bereits am 10. November, wenn Optik Rathenow seine Visitenkarte abgibt.

Und die Magdeburger? Nach dem derben Schock werden sie fix ins Training finden müssen, denn am Sonntag, den 11. November trifft der FCM daheim wieder auf eine Leipziger Mannschaft. Genauer gesagt auf den Tabellenführer RB Leipzig, der derzeit in der Regionalliga Nordost sportlich das Maß aller Dinge ist. Sollten die Roten Bullen am kommenden Wochenende in Torgelow patzen, könnte Magdeburg im direkten Duell im Fall eines Sieges auf zwei Punkte herankommen.

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Lokomotive Leipzig

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Magdeburg

 

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Gesendet: 01 Nov 2012 19:58 von Broda #19299
Brodas Avatar
Viktoria Köln = Retortenverein? Ganz so schlimm wie Bullenball kann es nicht sein, denn Viktoria hat zumindest Tradition. Bullenball hat gar nichts.
Gesendet: 01 Nov 2012 17:09 von Retorte #19295
Retortes Avatar
wenn man Pech hat spielen sie gegen die andere retorte Viktoria Köln
Gesendet: 01 Nov 2012 16:42 von Anti-RB #19294
Anti-RBs Avatar
Ich wünsche Magdeburg alles Gute beim Spiel gegen die BrauseKicker. Von mir aus soll auch Jena oben ran. Nur nicht RetortenBall Leipzig. Und falls sie doch Erster werden, sollte gegen Kiel & Co mächtig was in die Hose gehen.
Gesendet: 01 Nov 2012 14:14 von LOK #19293
LOKs Avatar
L - O - K!!!!
Gesendet: 01 Nov 2012 10:51 von Marco #19292
Marcos Avatar
@ Sebastian: Stimmt, es waren beim Derby exakt 24.795 Zuschauer, also habe ich auch die Zahl der Lok-Fans nach unten korrigiert. In der Mehrheit waren sie so oder so. Ob im Verhältnis 60:40 oder 55:45 wird man nie klären können, da gewiss auch zahlreiche neutral schauende Leipziger Fußballfreunde vor Ort waren.
Zum Thema Neutralität. Wir bei turus.net versuchen stets neutral zu bleiben.
Du kannst gern auch noch mal diesen Bericht lesen:

www.turus.net/sport/6740-1-fc-magdeburg-...bzeit-mithalten.html

Gruß Marco
Gesendet: 01 Nov 2012 09:38 von Sebastian #19291
Sebastians Avatar
danke für den link von turus... da ich auch da war würde ich schlicht und ergreifend 50:50 tippen und es waren knapp 25.000 leute, mit leichten hang zu lok, da, wie du schon richtig gesehen hast vereinzelt loksche auf der presse-tribüne saßen. also 53:47 (vielleicht 55:45) ;)

darum gings mir auch nicht wirklich. mir geht es mittlerweile echt auf die nerven, dass sämtliche artikel nur noch geschönt werden. entweder pro oder contra rb. und nichts neutrales ist zu finden ist...
Gesendet: 01 Nov 2012 09:20 von Marco #19290
Marcos Avatar
@ Sebastian: Wie würdest du denn das Zahlenverhältnis vom 02. September einschätzen? Ich war auch bei diesem Spiel vor Ort und hatte vom Innenraum aus einen guten Blick auf sämtliche Ränge der Arena:

www.turus.net/sport/6929-leipziger-derby...en-roten-bullen.html

Zur Erinnerung: Hinter dem einen Tor komplett blau-gelb. Die Gegengerade fest in Hand der Lok-Anhänger. Haupttribüne gemischtes & neutrales Publikum. Hinter dem anderen Tor eine gut gefüllte RB-Kurve.

Beste Grüße
Marco (turus.net)
Gesendet: 01 Nov 2012 09:11 von Sebastian #19289
Sebastians Avatar
meinte natürlich LOK...
Gesendet: 01 Nov 2012 08:52 von Sebastian #19288
Sebastians Avatar
15000 KLO-Fans... Ich kann nicht mehr vor lachen!
Gesendet: 01 Nov 2012 06:52 von Rico #19287
Ricos Avatar
vielleicht sollten die ab jetzt nur noch in der schüssel spielen. sieg gegen jena. sieg gegen magdeburg. dazu prima stimmung. von dem einen oder anderen gesang mal abgesehen...

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