Babelsberg 03 vs. Karlsruher SC: Keine Tore vor stimmungsvoller Kulisse

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 21 Oktober 2012    
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BabelsbergerVor Anpfiff gab es eine Schweigeminute für den im Alter von 93 Jahren verstorbenen Ehrenpräsidenten Karl-Heinz „Schrippe“ Schröder, der in Babelsberg einst das Tor gehütet hatte und später Trainer und ab 1998 Ehrenpräsident bei Nulldrei war. Mucksmäuschenstill wurde es auf den Rängen und auch aus dem Gästebereich war wirklich nichts zu hören. In der Tat eine echte Schweigeminute.

Schwungvoll begann auf dem grünen Rasen die mit Spannung erwartete Begegnung. Babelsberg 03 gegen den KSC, diese Konstellation hatte es bisher erst einmal gegeben, und zwar am 03. November 2001. Damals konnte Karlsruhe die Zweitligapartie deutlich mit 4:2 für sich entscheiden. Am zurückliegenden Samstagnachmittag hätte der KSC recht fix einen Grundstein für einen weiteren Auswärtssieg legen können. Bereits in der dritten Minute gab es einen satten Schuss in Richtung Babelsberger Gehäuse, nachdem Sergej Evljuskin im Mittelfeld ein grober Patzer unterlaufen war. Die Gäste blieben am Drücker und Philipp Klingmann wusste auf der linken Seite zu gefallen. Immer wieder leitete er von dort gute Möglichkeiten ein.

B03 - KSCNach zehn Minuten gab es die ersten Spruchbänder im Block des Filmstadt Inferno 99. „10.11.: Nazis in FF/O blockieren und in die Oder schicken!“ sowie „Ein Koch kam in die Küche & stahl dem Mob 03“ wurden rot auf weiß und schwarz auf weiß präsentiert. Auf dem Platz versuchte der KSC indes den Führungstreffer zu erzielen. In der 12. Minute ging ein weiterer Versuch über die Latte. Die erste gute Babelsberger Möglichkeit ergab sich in der 16. Spielminute nach einer von links getretenen Ecke, der Ball zischte jedoch rechts am Kasten vorbei. Zwei Minuten später segelte nach einem direkten KSC-Freistoß der Ball recht fies in Richtung 03-Gehäuse, Frederic Löhe musste ihn zur Seite abklatschen lassen. 

KSCEine recht gelungene Babelsberger Ballstafette gab es nach 20 Minuten zu sehen. Erst über die linke Seite, dann rüber nach rechts zu Christian Groß, dann zurück zum Torwart, dann wieder über links, doch dort blieb Assimiou Toure in der KSC-Abwehr hängen. Immerhin, es gab einen zarten Szenenapplaus. Zehn Minuten später segelte der kraftvoll geschossene Ball links am Karlsruher Tor vorbei. Insgesamt war es eine ausgeglichene Partie, bei der die Mannschaft des KSC jedoch in der Offensive gefährlicher agierte. Während aus dem Gästebereich ein kraftvolles „Hertha und der KSC“ ertönte, kamen die Jungs vom anderen Ende der Republik wieder einmal über die linke Seite gefährlich vor das Babelsberger Tor. 

Filmstadt Inferno 99Kurz vor der Pause stieg die Betriebstemperatur. „Schalalala... Scheiß Babelsberg“, rief nun die blau-weiße Gemeinschaft hinter dem Tor. Noch eine Möglichkeit auf beiden Seiten, dann ging es zur Halbzeitansprache in die Kabine. Nach der Pause gab es im prall gefüllten Gästeblock zwei Spruchbänder (sehr im Stil der Hertha-Ostkurve) zu sehen. „Fankodex contra Grundrechte!“ und „12.12.: Der Anfang vom Ende?“ Das „Fan“ im Wort „Anfang“ rot hervorgehoben. Dazu ein lautstarkes „Fußballmafia DFB“, in das die Babelsberger Anhängerschaft erstaunlicherweise nicht so recht einstimmen wollte. Stattdessen gab es etwas für den Gästeanhang zu sehen: „Und der Mond zieht seine Kreise über´m Reich der Karlsruher“. Dazu ein gemaltes Klohäuschen, aus dem es durch den mondförmigen Sehschlitz gelb leuchtete. Als Antwort gab es sogleich ein „Eure Eltern wählen CDU!!“

KSCBeim KSC nun im Spiel ein alter Bekannter, der lange Zeit das Trikot des 1. FC Union Berlin trug. Karim Benyamina, der für Koen van der Biezen auf den Platz kam. Im Zusammenspiel mit Hakan Calhanoglu kam dieser sogleich zu einer guten Möglichkeit, doch Nulldrei-Keeper Löhe war auf dem Posten. Karlsruhe machte nun Druck und drängte zur Führung. Selcuk Alibaz hatte diese auf dem Fuß, doch von schräg rechts ging der Ball über das Gehäuse. Nur gelegentlich kamen die Hausherren vor das Gästetor. Und wenn, fehlte das entscheidende Zuspiel. Nachdem Lennart Hartmann in der 74. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste, beschränkte sich Babelsberg mehr oder weniger auf das Verteidigen. In der 83. Minute hätte es gefährlich werden können, doch der Freistoß des KSC brachte keine wirkliche Gefahr mit sich. Als auch die Schlussoffensive der Hausherren verpufft war, wurde die Begegnung mit einem Spielstand von 0:0 abgepfiffen. 

JeansjackenträgerKeine Frage, auf Babelsberger Seite freute man sich mehr über das torlose Remis. Die Fans auf der Gegengerade – auch Nordkurve genannt – riefen die Spieler zu sich. Immerhin: Da zeitgleich der SV Darmstadt 98 gegen das Schlusslicht Borussia Dortmund II verloren hatte, verließen die Filmstädter die Abstiegsränge. Zudem sollte erwähnt werden, dass der KSC neben dem 1. FC Saarbrücken die stabilste Abwehr hat. Nur neunmal wurde bisher ein Gegentor zugelassen. Am kommenden Samstag muss Babelsberg beim ebenfalls abstiegsbedrohten Rot-Weiß Erfurt antreten. Doch Vorsicht! Völlig überraschend konnten die Erfurter zuletzt beim Spitzenteam SpVgg Unterhaching einen Punkt mitnehmen. Das nächste Heimspiel von Nulldrei wird am 03. November 2012 um 14 Uhr angepfiffen. Gegner werden dann die Stuttgarter Kickers sein. Für den Karlsruher SC steht indes als nächstes das Heimspiel gegen den Tabellenführer Preußen Münster an, anschließend folgt das Auswärtsspiel beim Chemnitzer FC.

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