Der 1. FC Magdeburg erstürmt in Berlin den Platz an der Sonne

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 29 September 2012    
Artikel weiterempfehlen / teilen:

 

MarschBegonnen hatte der Freitagabend mit einem Magdeburger Fanmarsch vom Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen zum Jahn-Sportpark. Unter Polizeibegleitung ging es die Swinemünder Straße, Gleimstraße, Gaudystraße und Cantianstraße entlang zur diesjährigen Spielstätte der U23 des 1. FC Union Berlin. Hübsch anzusehen gewiss der Gang durch den Gleimtunnel. Old school Szenario für die gezückte Fotokamera. Recht entspannt erreichte die blau-weiße Reisegruppe den Zugang zum Gästebereich des JSP. Weniger entspannt ging es eine Straßenecke weiter zu. Cantianstraße / Schönhauser Allee wurden ein paar Union-Fans von der behelmten Polizei in Richtung Stadion geführt. Adrenalin in den Adern. Kurze Rangeleien und Verbalgefechte. Eine Festnahme. Vor dem Gelände des Jahn-Sportparks wurden die überaus motivierten Anhänger von den Einsatzkräften festgehalten.

MagdeburgerWährenddessen sortierten sich die Magdeburger Fans im Gästeblock. „Weg vom Zaun!“, hieß es von Seiten des Capos. Kompakt, knackig und lautstark konnte der Support nach Anpfiff beginnen. Allerdings dauerte es noch ein Weilchen, bis schließlich alle angereisten FCM-Fans im Gästebereich waren. Letztendlich hatten knapp 1.400 zahlende Zuschauer den Weg in Stadion gefunden, unter ihnen rund 900 Fans, die dem 1. FC Magdeburg die Daumen drückten. 

Union FCMDie U23 des 1. FC Union setzte auf dem Rasen die erste Duftmarke. Ein Schuss von Daniel Ujazdowski ging in der vierten Minute links am Gehäuse vorbei. Richtig klassisch steigerte sich indes der Magdeburger Support. Klatschen, singen, Arme hoch. Ein Hauch von Osteuropa bzw. Balkan. Und das soll als Kompliment gemeint sein! Die lautstarke Unterstützung fand seinen Höhepunkt, als Fabio Viteritti in der 15. Minute den Führungstreffer für den 1. FCM erzielte. Jubelorgie. Rauf auf den Zaun! Die Polizei befand sich bereits in Hab-acht-Stellung. 

Block UZehn Minuten später hätten die Unioner ausgleichen können, ja müssen, doch Robert Herrmann vergab eine prima Doppelchance. Besser machten es die Gäste. Flinkes Spiel über die linke Seite, Zuspiel auf Fabio Viteritti, dieser hatte es leicht und musste nur noch zum 2:0 einschieben. „Keiner wird es wagen, unsren FCM zu schlagen...“, ertönte es lautstark aus der Gästekurve. Ordner wurden postiert, die Polizei befand sich weiterhin in Lauerstellung, das rollfähige Treppchen wurde vorgefahren. Ob für den Capo oder die Polizei – das blieb noch ungeklärt. „Lasst es jetzt mal richtig scheppern!“, rief der Magdeburger Capo seinen Jungs zu. Keine Frage, gemeint war allein der verbale Support!

PolizeiZu Beginn des zweiten Spielabschnitts legten die Hausherren auf dem Platz ein Schippchen drauf. In der 55. Minute fast der 1:2-Anschlusstreffer, doch der Ball ging links am Tor vorbei. Union II drückte nun. 25 Minuten vor Schluss ein Union-Freistoß aus aussichtsreicher Position, doch FCM-Keeper Tischer fing den Ball ohne Probleme. Fast im Gegenzug die Entscheidung. Florian Beil machte mit seinem Treffer zum 3:0 alles klar. Wieder ging es auf den Zaun. Das Tor zum Innenraum wurde von der Polizei bereits geöffnet. Ein schneller Zugriff oder eine Ladung Pfefferspray? Glücklicherweise nicht. Wenn gleich das spätere Aufmarschieren von behelmten Polizisten mit bellenden Hunden an der Leine die Stimmung unnötig anheizte. Kurzzeitig schien es, als könnte das Ganze kippen. Allerdings entspannte sich alles wieder, als die FCM-Spieler nach Abpfiff mit strahlenden Gesichtern zum Block kamen und gemeinsam mit den Fans den wichtigen Auswärtssieg feierten. 

> zur turus-Fotostrecke: 1. FC Magdeburg

 

Artikel weiterempfehlen / teilen: