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Dynamo Dresden bei Hertha BSC: Guter Support, desaströses Angriffsspiel

Autor: Marco Bertram   veröffentlicht am 27 September 2012    
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Blockfahne DresdenNach Abpfiff der mit Spannung erwarteten Zweitligapartie zwischen Hertha BSC und der SG Dynamo Dresden hatte der neutrale Zuschauer ganz klar das Gefühl, dass das Ganze unter den Erwartungen blieb. Das lag vor allem an zwei Dingen: Zum einen waren die Ränge doch nicht ganz so gefüllt wie vielleicht erhofft. Zum anderen hatte die Gästemannschaft besonders in der Offensive ein mutloses Spiel abgeliefert, das die rund zehntausend Gästefans am Ende der Begegnung immer leiser werden ließ. Eines ist klar: Ein volles Berliner Olympiastadion unter der Woche ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Zumal, wenn der Anstoß bereits um 17:30 Uhr erfolgt. 

Hertha - DresdenZuletzt kamen gegen den VfR Aalen 34.712 Zuschauer. Zieht man beim gestrigen Spiel die rund 10.000 Dynamo-Fans ab, so kam wieder fast exakt die gleiche Anzahl an Berliner Fußballfreunden. Insgesamt 45.747 Zuschauer waren es, die dem Nordost-Duell im weiten Rund beiwohnten. Für die 2. Bundesliga gewiss keine schlechte Hausnummer. Allerdings hätten es ruhig ein paar mehr sein dürfen. Dass die frühe Anstoßzeit sich in der Tat für viele Fans als Problem erwies, war unschwer während der ersten 30 Minuten zu erkennen. Zahlreiche Zuschauer strömten auf ihre Plätze während die Partie unten bereits längst lief. Schlimmer noch: Diese verpassten die riesige schwarz-gelbe Blockfahne des Dresdner Anhangs und zudem das Tor des Tages, das bereits in der fünften Minute fiel.

ReiterstaffelDer Reihe nach. Die polizeilichen Einsatzkräfte waren bestens vorbereitet. Zwar birgt das Duell Hertha BSC gegen Dynamo Dresden wenig Brisanz, da man sich zuvor nie (Duelle mit Hertha II mal ausgenommen) direkt begegnet war. Allerdings sind 10.000 Gästefans ein Fakt für sich. So war ein Viertel des Olympiastadions nur für den Gästeanhang zugänglich. Zudem stand den Hertha-Fans und den neutralen Zuschauern nur der Eingang am Osttor zur Verfügung. Die Polizei zeigte in Form einer Reiterstaffel und aneinander gereihten Fahrzeugen mächtig Präsenz und ließ kaum Zweifel aufkommen, dass man alles im Griff haben würde. In der Tat zeigten sich die Gäste aus Sachsen recht entspannt. In einer Plastiktonne und mit Wagen brachten die Ultras Dynamo von der Jesse-Owens-Allee kommend ihre Utensilien in Richtung Stadion.

Der Griff zum kühlen Blonden glich dagegen eher einem Griff ins Klo. Zwar wurde bei der örtlichen Gastronomie rings um das Stadion angegeben, dass es sich um dreiprozentiges Pils handle. Jedoch schmeckte es eher wie das berühmte „pi**warme Chango“ aus dem Filmklassiker Desperado. Genau meine Marke? Eher nicht! Sei es drum. Das Bier floss allgemein trotzdem in Strömen. Auch später im Stadion hielt der eine oder andere unbeschwert einen Literbecher in den Händen und machte keine Anzeichen, dass es ihm nicht schmecke. 

OstkurveBeim Einlaufen der Mannschaften gab es in der Ostkurve die gewohnte Schalparade zu sehen. Im Gästebereich wurde vom Oberring aus die gigantische Blockfahne herabgelassen. Dynamo Dresden schwarz auf gelb. Darunter die Silhouette von Dresden inklusive der Flutlichtmasten des früheren Rudolf-Harbig-Stadions. Am oberen Rand kokelte es ein wenig. Pyrotechnik unter dem Stoff. Im späteren Verlauf des Spiels blieben Bengalos und Rauchtöpfe in der Tasche. Stattdessen wurde verbal nach Kräften das Team auf dem Rasen unterstützt. Genutzt hatte es wenig. Auf Dresdner Seite wollte der Funke nicht überspringen. Die Hausherren hatten von der ersten Sekunde an alles im Griff. Bereits nach drei Minuten konnte Hertha drei Ecken für sich verbuchen. Hinzu kam ein Lattentreffer von Hertha-Kapitän Niemeyer. In der fünften Minute dann schließlich die Führung von Hertha BSC. Eine Freistoßhereingabe von Ronny bugsierte Bregerie ins eigene Tor. Wer dachte, jetzt müsste Dynamo ein Schippchen drauf legen, sah sich getäuscht. Hertha machte das Spiel und ließ hinten nichts, wirklich rein gar nichts anbrennen. Klare Fakten nach 35 Minuten: 8:0 Torschüsse. Am Ende waren es 21:3 Torschüsse, wobei von den drei nicht einer Hertha-Keeper Kraft wirklich in Bedrängnis bringen konnte. 

Dynamo DresdenZu Beginn des zweiten Spielabschnitts wurde auf beiden Seiten ein Spruchband mit der gleichen Aufschrift gezeigt. „Der Fußball braucht Meinungsfreiheit!“, so die klar formulierte Forderung der Dynamo- und Hertha-Fans. Hervorgehoben die drei ersten Angangsbuchstaben, die ein „DFB“ ergeben. Gemeinsam wurde nun das Olympiastadion mit einem kraftvollen „Scheiß DFB“ und einem ebenso intensiven „Fußballmafia DFB“ belebt. Auf Gästeseite blieb der Support bis zur 70. Minute auf recht hohem Niveau, anschließend ebbte die Stimmung zunehmend ab. Zu schlecht war einfach die Offensivleistung der Dynamo-Elf. Kein wirkliches Aufbäumen in der Schlussphase. Die drei extrem behäbig vollzogenen Auswechslungen auf Hertha-Seite nahmen auch noch den letzten Schwung aus der Partie. 

OlympiastadionGewohnt knackig war die Stimmung in der gut gefüllten Ostkurve. Keine Frage, die dort stehenden Hertha-Fans geben ihr Bestes, um das weite Oval mit Leben zu füllen. Jedoch fiel gestern wieder einmal auf, dass der Funke nicht mehr auf die umliegenden Bereiche überspringt. Kein Vergleich zur Zeit Ende der 90er Jahre / Anfang des Jahrtausends, als das „Ha Ho He“ noch aus den verschiedensten Ecken angestimmt wurde und sich fast das gesamte Publikum dran beteiligt hatte. Fort sind zudem zahlreiche Unikate, die nach Bier schnuppernd in den Blöcken neben dem Marathontor standen und den Jungs auf den Rasen verbal einen Einlauf machten. Nein, die marode, größtenteils unüberdachte Schüssel aus der Zeit vor dem Umbau möchte man nicht zurückhaben. Allerdings vermisst man als Berliner schon ein wenig die Atmosphäre, die in der Aufbruchszeit nach dem Aufstieg im Jahre 1997 geherrscht hatte...

> zur turus-Fotostrecke: SG Dynamo Dresden

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Gesendet: 10 Okt 2012 07:28 von carpinteyrodct #19161
carpinteyrodcts Avatar
.
Gesendet: 08 Okt 2012 08:28 von carpinteyrohag #19139
carpinteyrohags Avatar
schön
Gesendet: 27 Sep 2012 15:02 von RV #19095
RVs Avatar
Ich fand den Gästesupport ziemlich lautstark, bedenkt man den Spielverlauf (Kein wirklicher Torschuss der Gäste + frühes Gegentor) und die eher maue Anstosszeit unter der Woche.
Gesendet: 27 Sep 2012 12:06 von xyz #19094
xyzs Avatar
in solch einem stadion mit rundlaufbahn und immenser entfernung zwischen spielern und fans kann einfach kein funke überspringen. hertha hätte damals in mitte ein reines fußballstadion bauen sollen. den plan dazu gab es. man hat sich dieses olympiastadion weiter aufschwatzen lassen. in anderen städten wie london funktioniert es doch auch. wieso hatte das nicht in berlin geklappt?
Gesendet: 27 Sep 2012 11:23 von Marco #19093
Marcos Avatar
Okay, also noch einmal mein Standpunkt:
Ich redete ja nicht pauschal von "früher", da mir die grausigen Jahre vor 1996/97 bei mir bildhaft hängen blieben. Vielmehr sprach ich von der Stimmung von 1997 bis etwa 2002. Also spannende BL-Spiele Ende der 90er Jahren waren schon nicht übel. Das HaHoHe ging durch das gesamte Rund. Die späteren CL-Spiele nehme ich mal aus. Da war in der Tat ein irgendwie anderes Publikum vor Ort.
Während der Bauphase war es im Olympiastadion ein Desaster. Keine Frage! Die Ostkurve hatte sich gut entwickelt. Die nahm ich sowieso von der Kritik aus. Die verbreitet stets gute Stimmung! Gegen Galatasaray zum Beispiel vor ein paar Jahren stand diese Kurve im Olympiastadion allein auf weiter Flur - und gab ihr Bestes!
Aktuell war ich einige Male im Olympiastadion. Mein persönlicher Eindruck: Die Ostkurve stets knackig. Das restliche Rund sitzt eher ruhig und schaut halt das Spiel...
Davon ganz abgesehen ist diese Situation in zahlreichen BL-Stadien ähnlich.
Beste Grüße Marco
Gesendet: 27 Sep 2012 11:03 von 68er #19092
68ers Avatar
Was für eine gute Stimmung früher? Hertha hat vor 20 Jahren noch vor 4.000 Zuschauern gespielt in der 2. Liga. Stimmung kam doch erst in den letzten zehn Jahren auf und ist heute auch nur auswärts sehenswert. Hertha in Berlin und Stimmung sind wohl eher Worte die nicht zusammenpassen!
Gesendet: 27 Sep 2012 10:27 von g.s. #19091
g.s.s Avatar
zumindest kann man zurecht behaupten, daß hertha sportlich auf dem richtigen wege ist und zu den aufstiegsfavoriten gehört. das sah am anfang der saison nicht so aus, doch nach den letzten spielen kann man das durchaus behaupten.
Gesendet: 27 Sep 2012 09:57 von Jürgen #19090
Jürgens Avatar
Hätte Dresden nur etwas besser gespielt, hätte die Stimmung gepasst. Etwas mehr Spannung und die Kulisse wäre da gewesen.
Gesendet: 27 Sep 2012 09:44 von Berliner #19089
Berliners Avatar
Bei dem mit der Berliner Atmosphaere kann ich so nicht zustimmen. Nach der CL-Quali-Saison 98/99 und einigen CL-Spielen 99/00 (Heimspiel Chelsea) war die Stimmung im Olympiastadion auf dem Tiefpunkt. In den letzten Jahren hingegen hat sich die Stimmung (ausserhalb der Ostkurve) langsam verbessert.
Gesendet: 27 Sep 2012 09:38 von P.Schoedler #19088
Schoedlers Avatar
yep, die Stimmung bei Hertha ist bei weitem nicht mehr die wie vor zehn Jahren!

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