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Union Berlin vs. MSV Duisburg: Hunderte Ausrufezeichen und ein knackiges Remis

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 09 März 2012    
 
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Pyro MSV„Stehplätze sind das Herz des Fußballs – erhaltet sie!“ Vor Anpfiff wurde von den Ultras auf der Waldseite ein riesiges Spruchband präsentiert, dazu hunderte Ausrufezeichen, welche fast lückenlos die gesamte Tribüne bedeckten. Auf Duisburger Seite ließ man es ein wenig qualmen, die restliche Spielzeit über beließ man es dagegen bei verbalem Support. Schätzungsweise 400 bis 500 Duisburger Fußballfreunde hatten den Weg in die Hauptstadt gefunden. Insgesamt waren es 15.076, die das Freitagabendspiel der 2. Bundesliga sehen wollten.

Zu Beginn waren es die Hausherren, die das Heft in die Hand nahmen, allerdings konnten auf Grund der guten Duisburger Defensivarbeit kaum Torchancen herausgespielt werden. In der neunten Minute rettete MSV-Keeper Felix Wiedwald außerhalb des Strafraums mit dem Kopf, zwei Minuten später zeigte Unions Simon Terrode an der Außenlinie ein kleines Kabinettstückchen, bei dem immerhin eine Ecke für Union heraussprang. Nur eine Minute später war es Patrick Kohlmann, der aus dem Hintergrund einfach mal abzog. Der Ball traf allerdings nur die Latte. Der MSV ließ den Hausherren viel Raum im Mittelfeld, dementsprechend gut war die Stimmung auf den Rängen.

Union - msvIn der 16. Minute versuchte auf Duisburger Seite Vasileios Pliatsikas sein Glück, Union-Keeper Jan Glinker hatte jedoch keine große Mühe. „Auf geht´s Duisburger Jungs!“, ertönte es aus dem Gästeblock. Der MSV zeigte sogleich noch einen guten Angriff, doch die Abseitsstellung verhinderte, dass Maurice Exslager aus guter Position Maß nehmen konnte. Hochkarätige Tormöglichkeiten blieben bis zur Pause eher Mangelware, langweilig war die Partie jedoch keinesfalls. Das sahen auch die MSV-Fans so, die kurz vor dem Pausentee den Klassiker „Zebrastreifen weiß und blau. Ein jeder weiß es ganz genau: Das ist der MSV!“ anstimmten.

TorjubelMit mächtig Dampf (nur auf dem Rasen) gingen die Duisburger in den zweiten Spielabschnitt. In der 47. Minute war es Exslager, der aus zirka 13 Metern knapp über das Berliner Gehäuse schoss. Bissige Zebras, die sich wohl richtig was vorgenommen hatten. Es dauerte rund zehn Minuten, bis die Hausherren wieder mit im Spiel waren. Union nun am Drücker und auf den Rängen stieg der Lärmpegel. Hoffnung bei einem Freistoß in der 57. Minute. Den Ball überraschend rüber zu Marc Pfertzel, doch sein Schuss blieb in den Duisburger Abwehrreihen hängen.
Während Union den Druck erhöhte, machte der MSV prompt das 1:0. Eine Spielsituation wie aus dem Lehrbuch – zumindest aus Sicht der angreifenden Mannschaft. Jürgen Gjasula brachte den Ball von links optimal rein, Maurice Exslager brauchte nur noch einlochen. Stimmung im Gästeblock. Traubenbildung vor dem Block. Nach der bitteren Pleitenserie mal wieder ein Duisburger Treffer. Hoffnung im Zebragehege.

ElferNachdem Duisburg sogar die Chance zum 2:0 hatte, erhöhten die Hausherren wieder den Druck. In der 68. Minute legte sich ein Duisburger Arm (Soares) um des Unioners Hals (Stuff). Zum berechtigten Elfmeter trat Silvio de Oliveira mit der Nummer 23 an. Dieser wollte die Kirsche unten links platzieren, doch der Schuss wurde zu schwach und nicht genau genug. Der MSV-Keeper ahnte die Seite und konnte den Ball halten.

Duisburg witterte nun erst recht Morgenluft und hielt mächtig gegen. Zu einem Berliner Schlussspurt, den man eigentlich hätte erwarten müssen, kam es nicht. Noch nicht. Erst nachdem die Nachspielzeit (drei Minuten) angesagt wurde, war mit einem Mal Feuer drin. Und was für welches! In der 90. Minute vergab Terrode noch DIE Chance zum Ausgleich und brachte die Union-Fans zum Stöhnen, doch nur zwei Minuten später traf er ins Schwarze und somit den arg abstiegsbedrohten Zebras mitten ins Herz! Vorarbeit Silvio, der Ausgleichstreffer von Terrode – für beide gab es am Freitagabend noch ein echtes Happy End. Union nutzte die verbleibenden Sekunden und wollte sogar noch einmal nachlegen, doch das wäre vielleicht des Guten zu viel gewesen.

Union BerlinWährend der 1. FC Union in einer Woche zu Alemannia Aachen reist, empfängt der MSV Duisburg daheim den VfL Bochum. Das Duell zweier Mannschaften, die am Ende der Saison eigentlich aufsteigen wollten.

In Berlin-Köpenick steht indes in Kürze noch etwas anderes auf dem Programm. So wird in der „Eisern Lounge“ des Stadions An der Alten Försterei eine dreiteilige Veranstaltungsreihe im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus stattfinden. „Auf den Rängen gibt´s kein Abseits“ – so der Titel dieser moderierten Veranstaltungsreihe. Den Auftakt bildet am 18. März um 14 Uhr die Veranstaltung „Querpass. Lesben und Schwule auf dem Platz und den Rängen“. Am 25. März um 15 Uhr heißt es dann: „Pyro, Provo, Policja – polnischer Fußballaltag?“. Zu Gast wird Dariusz Lapinski sein. Den Abschluss bildet am 03. April um 18:30 Uhr die Veranstaltung „Spielfeld für Nazis? Rechtsextremismus und Fußball. Ein Aussteiger berichtet.“

> Mehr Infos zur dreiteiligen Veranstaltungsreihe

> Zur turus-Fotostrecke: 1. FC Union Berlin

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