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Fürth, FCK, Wolfsburg, Hansa, Hertha: Vereinslogos im steten Wandel

Marco Bertram   21 Februar 2012  

Hertha BSCAuch in Berlin hat man sich noch immer nicht mit dem neuen Logo von Hertha BSC abgefunden. Allein, dass im äußeren blauen Ring „Hertha BSC Berlin“ zu lesen ist, finden zahlreiche Hertha-Fans mehr als albern. Schließlich steckt im „BSC“ bereits „Berliner Sport-Club“ drin. Muss man auch dem Dümmsten mit der Keule erklären, dass Hertha ein Berliner Verein sei? Wer weiß das nicht? Schreiben Journalisten in ihren Artikeln „Hertha BSC Berlin“ oder gar „Hertha Berlin“ ist das genauso merkwürdig wie die beliebte Dopplung „BFC Dynamo Berlin“. Der Standpunkt zahlreicher eingefleischter Hertha-Fans ist ganz klar: Zurück zum alten Vereinswappen, bei dem die historische Hertha-Flagge nur durch einen schlichten schwarzen Kreis umrahmt war.

Fandemo FCKEin Sprung hinüber in die Pfalz. Das Vereinslogo des 1. FC Kaiserslautern, das sich uns im Kopf einbrannte, hatte von 1969 bis 2010 Bestand. Eine runde rote Fläche mit einer fetten weißen „1“ und den drei fetten weißen Buchstaben „FCK“ drauf. Rund, praktisch, gut. Einprägsam und schlicht. Seit 2010 haben die Teufel ein neues Emblem, das mehr ins Weinrote geht. Bei der Gestaltung der Buchstaben mag man fragen, welcher Grafiker da wohl Hand angelegt hatte!? Das soll modern sein? Die Farbe und die zarte Umrandung sind durchaus modern, doch die Buchstaben?! Doch halt! Neu ist die Buchstabengestaltung nicht, vielmehr kehrte man zu einem Logo zurück, dass die Pfälzer von 1955 bis 1969 auf der Brust trugen. Zu der noch älteren Version, die von 1932 bis 1955 wollte man indes nicht zurückkehren. Allerdings wäre dieses Logo der letzte Schrei gewesen. Diese Logovariante sieht aus wie Retro aus den 70ern und 80ern. Sieht das „C“ doch aus wie aus dem legendären Computerspiel Packman.

Hansa RostockHoch an die Küste zum FC Hansa Rostock. Als Ende 1965 aus dem SC Empor Rostock der FC Hansa hervorging, wurde wenig später von Karl-Heinz Kuhn das markante Vereinsemblem mit der Kogge entworfen. Roter Rumpf, blaues Segel. Auf dem Segel der Greif, der auch das Rostocker Stadtwappen ziert. Im Zeitraum von 2000 bis 2008 gab es beim FC Hansa Rostock ein modifiziertes Wappen. Man muss schon genau hinschauen, um die Unterschiede zu erkennen. Kleinere Buchstaben mit einem Schlagschatten. Dunklere, kräftigere Farben und ein leicht veränderter Greif. Damit das traditionelle Logo auch wirklich flächendeckend zurückkehren konnte, gab es im Oktober 2011 eine Aktion unter dem Motto „Tradition verbindet“. Mit dem Verkauf von 10.000 Ansteck-Buttons sollten die Logos am Mannschaftsbus, am Stadion, auf der Fan-Info-Tonne und an der Geschäftsstelle wieder ausgetauscht werden.

Dresden 90erEin paar Änderungen gab es seit 1990 beim Wappen der SG Dynamo Dresden. Nach dem Fall der Mauer wurde die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden in 1. FC Dynamo Dresden umbenannt. Im Vereinslogo wurde zudem das Weinrot in ein Grün umgetauscht. Das Dynamo-Weinrot kehrte bereits 2002 im Wappen zurück, 2007 wurde aus dem 1. FC wieder die traditionelle SG. Die Umbenennung hatte jedoch auf das Wappen keinen Einfluss, da „SG“ oder „1. FC“ graphisch nie auftauchten. Ganz aktuell wurde noch einmal nachgebessert. Aus dem eher quietschfarbenen Gelb wurde wieder das eher orangefarbene Gelb, das bis 1990 Verwendung fand.

FürthAuch bei der SpVgg Greuther Fürth würden sich zahlreiche Anhänger ein älteres Logo zurückwünschen. Zu massiv ist das „Greuther“ im Vereinsemblem zu lesen. Eingefleischte Fürther möchten keine „Vergreutherung“ und wollen das traditionelle Kleeblatt (wie auf dem Bus) mehr im Vordergrund sehen.
Topaktuell ist das Thema Vereinswappen bei den Fans des VfB Stuttgart. Zurück zum historischen Wappen – das ist die Devise der Kampagne „Pro altes VfB-Wappen“. Von 1949 bis 1994 wurde ein Wappen verwendet, bei dem die Buchstaben noch weitaus verschnörkelter waren als bei der aktuellen Version. Eine weitere Änderung ist eklatant, jedoch kurioserweise erst auf dem zweiten Blick erkennbar. Aus dem roten „1893“ wurde ganz schlicht und einfach „STUTTGART“. Lieblos mit schwarzen, schnörkellosen Buchstaben. Vereinfacht wurde zudem im Jahre 1994 der untere markante Teil des Wappens: Die drei Hirschstangen auf der Plakette.
Mal ganz ehrlich. Im Alltag schaut man sich die Vereinslogos nicht bis ins letzte Detail an, doch betrachtet man das aktuelle VfB-Wappen, so muss man in der Tat sagen: Der Stuttgart-Schriftzug wirkt typographisch im Vergleich zum oberen „VfB“ völlig daneben.

Fallbeispiel Bayer 04 Leverkusen. Der Verein hatte von 1928 bis 1996 sechs verschiedene Logos, die allesamt nicht wirklich das Gelbe vom Ei waren. In Erinnerung ist noch jenes, das von 1984 bis 1996 Verwendung fand. Zwei abgerundete Quadrate. In dem einen eingebettet zwischen schrägen roten Balken das Bayerkreuz, in dem anderen grau und schwarz geschrieben: TSV Bayer 04 Leverkusen. Eine eher gruselige schwarz-rote Variante gab es zuvor von 1976 bis 1984. Zurück zum Schwarz-Rot kehrte man im Jahre 1996, doch dies auf eine angenehme Art und Weise. Ein neues Logo wurde geschaffen. Zwei rote stehende Löwen, die das Bayerkreuz halten. Oben und unten steht schwarz auf gelb „1904“ bzw. „Leverkusen“. Gewiss eine durchaus gelungene Version. Das eher muffige „TSV“ ist indes in der ausgegliederten Fußballabteilung verschwunden.

WaldstadionQuizfrage: Wann wurde bei Eintracht Frankfurt das Vereinswappen ausgetauscht? Kurzes Nachdenken. Hatte die Eintracht mal ein anderes Logo als diesen roten Adler auf weißem Grund? Ach ja, stimmt. Zu Zeiten von Yeboah, Bein & Co. trug die Frankfurter Eintracht einen weißen Adler auf schwarzem Grund auf der Brust. Anlässlich der 100-Jahr-Feier des Vereins wurde 1999 wieder der traditionelle rote Adler eingeführt. Das von 1980 bis 1999 verwendete Emblem wurde Geschichte. Allerdings taucht es auf Gemeinschaftsseiten in sozialen Netzwerken immer wieder auf. Der Grund: Man habe so schöne Erinnerungen an die Zeit, als die Eintracht noch das schwarz-weiße Emblem hatte. Angefangen mit dem UEFA-Pokal 1980 über den DFB-Pokal 1988 bis hin zu den 90ern, als Yeboah und Bein durch das Waldstadion wirbelten.

HSVUnd beim SV Werder Bremen? Das unten spitze und oben geschwungene „W“ geht ins Jahr 1920 zurück. Damals gab es die erste grün-weiße Version des heutigen Logos. Dreimal wurde die Form geändert, von 1976 bis 1977 tauchte sogar der Bremer Schlüssel im Wappen auf, doch dieser Versuch war eher ein Rohrkrepierer.
Wer indes annimmt, beim Bundesliga-Dinosaurier Hamburger SV habe sich das markante Logo mit der Raute niemals geändert, der sieht sich getäuscht. Im Zeitraum von 1950 bis 1978 stieß das quer stehende weiße Quadrat noch fast an die Außenkanten des Logos. In der heutigen Version ist der Innenteil von weitaus mehr Blau umgeben. Die schwarze Raute ist etwas dicker geworden. Im Großen und Ganzen blieb das HSV-Logo allerdings seit gefühlter Urzeit unverändert.

Müngersdorfer StadionMan schrieb das Jahr 1973, als der Bock zum Dom kam. Wir sprechen vom 1. FC Köln. Von 1948 bis 1967 gab es eine rot-weiße Version mit Dom und Schriftzug, ab 1967 kam schwarz mit ins Spiel. 1973 bestieg der Geißbock das runde Vereinslogo – und das ist gut so. Es entstand ein Vereinsemblem mit einem enormen Wiedererkennungswert.
Und beim Ligaprimus FC Bayern München? Von 1954 bis 1996 hatten die Bayern eine erste Version des Vereinswappens, das im Groben bis heute Gültigkeit hat. Allerdings gab es kleine Veränderungen. So gab es 1996 Überarbeitungen. Ein blauer Außenrand wurde hinzugefügt, die Rauten würden leicht geändert und die Punkte beim „EV“ verschwanden. 2002 wurden auf Grund der Umwandlung des FC Bayern in eine Aktiengesellschaft die beiden Buchstaben „EV“ im Vereinslogo entfernt...
(Ein Teil der Aufnahmen stammt aus den 90er Jahren)

Anmerkung: Ein ausführlicher zweiter Teil der Logo-Betrachtung folgt in Kürze.

> zu den turus-Fotostrecken: Stadien, Fußballfans, Choreographien

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