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Die (neue) Erfolgsgeschichte des SV Austria Salzburg

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 15 Juni 2011    
 
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„Tod und Wiederauferstehung“, genauer gesagt „Todesstoß mit anschließender Auferstehung“. So bringen die Fans des 2005 ins Leben gerufenen Sportvereins Austria Salzburg die Sache auf den Punkt. Alles nahm sein Ende bzw. seinen Anfang, als am 6. April 2005 die Salzburg Sport AG vom Limonadegiganten Red Bull übernommen wurde. Groß zu Beginn die Euphorie – nach eigenen Angaben auch unter den treuesten Fans. Rapid und Austria Wien könnte endlich Paroli geboten werden. Auf in die Champions League, und das am besten als österreichischer Serienmeister. Bereits Mitte Juni 2005 kommt es allerdings für die Anhänger knüppeldick. Die Katze – oder besser gesagt, der Bulle - wurde aus dem Sack gelassen.

Salzburg

Bruch der Vereinstraditionen. Neue Farben, neuer Namen. Fertig ist das neue Fußballprodukt. Der FC Red Bull Salzburg. Von Violett keine Spur mehr. Zu Hause in rot-weiß, auswärts in blau. In der Zeit zuvor mussten die Salzburger Fußballfans seit 1973 bereits Kompromisse eingehen. SV Gerngroß A. Salzburg, SV Sparkasse Austria Salzburg, SV Casino Salzburg, SV Wüstenrot Salzburg. Allerdings blieben die Vereinsfarben, und auch mit den Vereinslogos konnten die Fans recht gut leben. Nicht leben konnte der harte Kern der Anhängerschaft mit dem kompletten Bruch der Tradition im Sommer 2005.

Austria

Back to the roots. Und zwar richtig! Nach Abbruch der Gespräche zwischen Verein und Faninitiativen wurde am 7. Oktober 2005 der „Sportverein Austria Salzburg“ in das Vereinsregister eingetragen. Die Wiederauferstehung des Traditionsvereins sollte schnellstmöglich erfolgen. Der Clou: Als Logo wurde jenes genommen, das von 1950 bis 1978 Bestand hatte. Als Vorbilder dienten die englischen Vereine AFC Wimbledon und FC United of Manchester, die 2002 bzw. Sommer 2005 von enttäuschten Fans gegründet wurden.
Nach ein paar Monaten in der Landesliga, die gemeinsam mit dem PSV Schwarz-Weiß Salzburg ausgespielt wurde, startete die Austria in der Saison 2006/06 einen kompletten Neubeginn in der untersten Spielklasse, der Salzburger 2. Klasse Nord A. Als Austragungsort der Heimspiele diente die Anlage des UFC Salzburg-Danubia. 800 Zuschauer sahen das erste Saisonspiel gegen USV Leopoldskron/Moos. Mit 5:0 ging es sogleich gut zur Sache. Und so blieb es auch. 24 von 26 Partien wurden gewonnen. Das letzte Saisonspiel gegen den SV Nussdorf wollten stolze 2.500 Fans sehen! Nach dem Aufstieg spielte der Verein nun auf der Sportanlage West im Salzburger Stadtteil Maxglan. Es folgten weitere drei Aufstiege in Folge. Ein neuer Rekord im Bundesland Salzburg! Über 1.000 Zuschauer kamen in der Regel immer, mal waren es sogar weit über 2.000 wie beim 4:1-Sieg gegen den USV Elixhausen oder dem 3:0-Sieg gegen den SV Grünau.

Salzburg

Inzwischen ist der Sportverein Austria Salzburg in der Regionalliga West (dritthöchste Spielklasse Österreichs) angesiedelt. Gespielt wird im My Phone Austria Stadion, das inzwischen rund 2.000 Zuschauern einen Platz bietet. Eine schmucke Haupttribüne bietet Raum für 400 Sitzplätze, den Fansektor und einem großen Gastronomiebereich.
„In Salzburg eh die besten, nun zeigen wir´s dem Westen!“ Mit diesem Slogan ging es in die Saison 2010/11. Von 30 Saisonspielen konnten 15 gewonnen werden, nur sechsmal ging die Austria als Verlierer vom Rasen. Abgeschlossen wurde die Spielzeit mit einem guten fünften Rang. Meister der Regionalliga West wurde der FC RB Salzburg Amateure. Apropos Red Bull Juniors. Die Duelle gegen die „kleinen Bullen“ waren das Saisonhighlight schlechthin! Am 7. August 2010 gab es einen „Sieg für die Ewigkeit“. Mit 2:1 wurde die zweite Mannschaft von RB Salzburg geschlagen. Vor 1.800 Zuschauern (ausverkauft) erzielte Vujic die beiden Treffer in der 12. und 20. Minute. Bereits in der zweiten Spielminute brachte Hinteregger die Gäste in Front. Am 13. November 2010 folgte das Rückspiel im Stadion Wals-Siezenheim (Red Bull Arena) vor knapp 6.000 begeisterten Fans. Zweimal ging Red Bull in Führung, zweimal konnte die Austria ausgleichen. Die Fans und Ultras des SV Austria präsentierten ein Spruchband mit der Aufschrift „Never changed passion for glory“. Welch ein Jubel bei Spielern und Anhängern, als Lukas Wührer das Tor zum verdienten 2:2 schoss!

Sportlich ein Höhepunkt war zudem das 2:0 gegen TSV Neumarkt in der Vorrunde des ÖFB-Cups. 1.050 sahen den historischen Sieg, der den Einzug in die Hauptrunde bedeutete. Ebenfalls 1.050 Fans sahen schließlich die 0:3-Niederlage gegen den SC Austria Lustenau. Bereits vor der Pause hatten die Gäste mit drei Toren alles klar gemacht. 2.000 Zuschauer waren es schließlich, die das letzte Heimspiel der Saison am 4. Juni dieses Jahres besuchten. Mit 1:0 wurde Union Innsbruck geschlagen, Torschütze des Tages war Sonko, der in der 18. Minute eingelocht hatte. Zwei Dinge ließen die Herzen der Austria-Fans höher schlagen: Marko Vujic holte sich mit insgesamt 22 Treffern die Torschützenkrone, und der SV Austria Salzburg ist der beste Aufsteiger in die Westliga seit über 20 Jahren...

> zu den turus-Fotostrecken: 2.000 Fußballbilder aus aller Welt

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