Im Gästeblock war die Stimmung eher gedämpft. Kein Wunder. Magere 13 Pünktchen hatte Arminia bis dato eingefahren. Der Abstieg in die 3. Liga ist wohl kaum noch abzuwenden. Trübe Zeiten auf der Alm. In der nächsten Spielzeit führen die Auswärtsfahrten unter anderem nach Wehen, Heidenheim, Unterhaching, Burghausen und Ahlen. Immerhin fanden sich gestern Nachmittag trotzdem ein paar hundert Arminia-Fans im Gästebereich ein. Fast alle Transparente wurden verkehrt herum aufgehängt. Etwas Support erst, als die Partie so richtig in Fahrt kam.
Anpfiff 13:30 Uhr im Stadion An der Alten Försterei. Stand der Dinge: Union hatte sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, den derzeit der VfL Osnabrück belegt. Arminia hatte zwölf Punkte Rückstand. Aussichtslos?! Noch waren 24 Punkte bis zum Ende der Saison zu holen. Die ersten drei könnten in Berlin-Köpenick bei den Eisernen eingefahren werden.
Da praktisch nichts mehr zu verlieren ist, spielte die Arminia-Elf recht frech auf. Auf dem neu verlegten Rasen ging es gleich von Beginn an flott zur Sache. Es brauchte nur vier Minuten, bis Arminia eiskalt zuschlug. Christian Müller lochte mit rechts zur Bielefelder Führung ein. Das Berliner Publikum dachte an einen schlechten Scherz, an einen kleinen Ausrutscher, der gewiss sogleich ausgebügelt wird. Weiter mit toller Fußballatmosphäre. Union kam ins Spiel. In der neunten Minute prüfte Union-Kapitän Torsten Mattuschka mit einem straff ausgeführten Freistoß Arminiakeeper Dennis Eilhoff. Dieser parierte glänzend und bewahrte die Führung.
Nun kam die Partie so richtig in Fahrt. Auf dem Rasen und auch auf den Rängen. "Bitte keine Bierbecher auf das Spielfeld!" lautete die klare Durchsage des Stadionsprechers.
Nur vier Minuten nach der erneuten Führung der Arminen kam es vor der Gäste-Ersatzbank zu einem Gerangel. Die Folge: Arminias Co-Trainer Ramdane musste auf Grund eines Ballwurfs in den Rücken von Peitz auf die Tribüne, Union-Kapitän Mattuschka musste wegen eines Schubsers mit Rot vom Platz.
"Schieber, Schieber!" Die Emotionen kochten hoch. Gellendes Pfeifkonzert. Ein Böller. "Auf die Fresse!" Manch ein Union-Fan war nun richtig auf Dampf. Die dezimierte Union-Elf rannte nun wütend an, konnte jedoch vor der Halbzeitpause nicht mehr den Ausgleich erzielen. In der 37. Minute wurde ein Tor wegen Abseitsstellung nicht gegeben. Ob Abseits oder nicht, die Fans waren wütend und riefen: "Hoyzer, Hoyzer!"
Beim Marsch der Spieler und des Schiedsrichtergespanns in den Tunnel ließ sich ein Union-Fans dazu verleiten einen Bierbecher zu werfen. Das Ordnerteam und die Polizei waren auf dem Posten. Fix konnte der Übeltäter ausfindig gemacht und abgeführt werden.
Gute Laune nun auf den Rängen. Gesang und Schals wedeln. Ein Hauch von Bernabeu und San Siro.
Bielefeld ging langsam die Kräfte aus. Union wollte die Führung. Immer mitten drin im Getümmel: John Jairo Mosquera.
Abpfiff. 2:2. Die Berliner Zuschauer honorierten die Leistung des Teams, der Schiedsrichter wurde jedoch gnadenlos ausgepfiffen. Behelmte Polizisten standen bereits parat, doch die Ordner machten deutlich, dass sie die Sache im Griff haben. Nur keinen weiteren Zündstoff geben - und das war gut so...
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