Ja, was möchte man mehr? Eine Frage, die leicht zu beantworten ist. Die Antwort lautet: Etwas mehr Respekt von Seiten der Ordnungshüter. Logischerweise wurde die Begegnung von hunderten Polizisten abgesichert. Etliche Hundertschaften der Berliner Polizei wurden extra mit Mannschaftswagen herangefahren. Nach dem Spiel wirkte einiges wie eine Übung für den bevorstehenden 1. Mai. Nachrücken, absichern, aufschließen, in Vierergruppen stehen.
Energie Cottbus - Union Berlin: Wie viel Freude bereitet eine Auswärtsfahrt?
- Dienstag, den 27. April 2010 um 13:48 Uhr
- Marco Bertram
- Bereich: Magazin -
- Sport
Ja, was möchte man mehr? Eine Frage, die leicht zu beantworten ist. Die Antwort lautet: Etwas mehr Respekt von Seiten der Ordnungshüter. Logischerweise wurde die Begegnung von hunderten Polizisten abgesichert. Etliche Hundertschaften der Berliner Polizei wurden extra mit Mannschaftswagen herangefahren. Nach dem Spiel wirkte einiges wie eine Übung für den bevorstehenden 1. Mai. Nachrücken, absichern, aufschließen, in Vierergruppen stehen.
Ganz besonders wichtig nahm am gestrigen Abend die Bundespolizei die Aufgabe, den Cottbuser Hauptbahnhof abzusichern. Wie eine Trutzburg wurde der Bahnhof von den Einsatzkräften abgesichert. So weit, so gut. Alles andere als wünschenswert war der Umgangston mancher Bundespolizisten. Extrem forsch wurde auch zivilen Leuten erklärt, dass das Bahnhofsgebäude und die Zugänge gesperrt seien. Um auf andere Gleise zu gelangen, musste man durch eine Zugangskontrolle gehen.Â
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Jeder, der mit der Bahn angereist war, musste durch das Nadelöhr am Cottbuser Hauptbahnhof. Egal, ob er mit dem "VIRUS-Sonderzug" oder mit dem normalen Regionalexpress fuhr.Â
Eine Freude ist solch eine Abfahrt nicht. Unterschiede zwischen potentiellen jugendlichen Krawallmachern und ganz normalen Erwachsenen wurde nicht gemacht. Selbst freundliches Fragen wurde barsch entgegnet. Kurioserweise wurde auf dem Bahnsteig vergessen, einen Fahrstuhl "abzusichern". Die Fans, die diesen Fahrstuhl benutzten, um zum Regionalexpress zu gelangen, wurden in der Unterführung von überraschten und zugleich ruppigen Einsatzkräften mit Hund empfangen.Â
"Was soll das?", fragte ein Fan. "Den ganzen Tag lang werden wir hier nur schlecht behandelt!"Â
Trotz einer 2:4-Niederlage im "brisanten Hassduell". Dass die Unioner über 90 Minuten lang und auch nach dem Spiel friedvoll ihr Team supporteten, spielte keine Rolle.Â
Nur als Gruppe ging es zurück zum Bahnhof. Wer mit dem eigenen Fahrzeug angereist war, sollte sich "bei den Beamten am Lausprecherkraftwagen melden".
Ist es notwendig, dass zig Mannschaftswagen der Polizei extra aus Berlin herangekarrt werden? Haben die Stadt Cottbus und das Land Brandenburg nicht genügend Einsatzkräfte? Muss ein Polizeihubschrauber stundenlang über der Stadt schweben und Kerosin verbraten, obwohl unten eh so gut wie jede Straße gesichert ist? Wer bezahlt solche Einsätze? Der Steuerzahler! Also auch die Fußballfans selbst, die Tag ein Tag aus in der Woche ihrer Arbeit nachgehen.
Wo soll es hingehen? Was wünscht man sich? Nur noch personalisierte Tickets? Keine Gästefans mehr?
Fans, die sich Woche für Woche bei Auswärtsspielen schikanieren lassen müssen, haben irgendwann einmal schlichtweg "die Schnauze voll". Egal ob in Bielefeld, Paderborn oder Cottbus. Es ist höchste Zeit, mal wieder ein wenig umzudenken. Bei den Vereinen, bei der Polizei und bei den Politikern. Wer meint, es sei alles in Ordnung, kann sich ja mal die Sache vor Ort anschauen...
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