Dabei nicht nur der Tod des Fußball-Nationaltorwarts alleine, sondern vor allem die Inszenierung seiner Beerdigung: Am 10. November 2009 nahm Robert Enke sich an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge, Ortsteil Eilvese das Leben. Enke litt an Depressionen. Nicht nur in Deutschland war die Trauer groß: Obwohl Robert Enke nur ein Spiel für sie bestritt, gedachte der FC Barcelona vor seinem Pokalspiel gegen Cultural Leonesa mit einer Schweigeminute an Robert Enke. Die Katalanen liefen dazu mit Trauerflor auf. Auch Benfica Lissabon, wo er von 1999 bis 2002 spielte brachte Ihre Trauer auf der vereineigenen Homepage zum Ausdruck. Ob DFB, UEFA oder FIFA auch die großen Verbände zeigten sich bestürzt. Der DFB sagte unter anderem das Länderspiel Deutschland-Chile ab.
Alle Beileids-Bekundungen und -Aktionen waren dem Menschen Robert Enke würdig. Die Krönung war aber die Trauerfeier fünf Tage nach seinem Tod im Stadion von Hannover. 35.000 Fans, Freunde und Kollegen nahmen Abschied von dem großen Sportler. Die Feier wurde im Fernsehen übertragen. Der Sarg stand im Mittelkreis und wurde nach der Zeremonie von den 96er Spielern aus dem Stadion getragen. An dieser Stelle fragten sich manche, ob diese Inszenierung nicht zuviel war und ob Enke dies gewollt hätte. Der Druck auf die Mannschaft wurde mit diesem Ereignis sicherlich nicht gemindert: Der Sarg im Mittelkreis, in dem Stadion in dem sie noch elf Heimspiele austragen mussten. Man muss nicht besonders abergläubisch sein, denn auch die bisherigen Heimspiele nach der Trauerfeier belegen es schwarz auf weiss: drei Niederlagen und ein Unentschieden.
Robert Enke ist noch im Kopf der Mannschaft, verstärkt durch die emotionale Trauerfeier in der Arena. Auch das Trikot, das der Verein unter das Stadiondach hängte half der Mannschaft gegenteilig, deswegen wurde es jetzt entfernt. Trotz aller berechtigten Trauer: Was der Mannschaft fehlt, ist ein Heimsieg, um alle Flüche aus dem Stadion zu verbannen. An dieser Stelle sollte unser Artikel-Foto auch symbolisch wirken: Statt grau lieber grün. Statt runter hoffentlich aufwärts. (R.S.)
