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| Viel Rauch und ein Remis: Hallescher FC - FC Magdeburg |
| Magazin - Sport |
| Geschrieben von: Marco Bertram |
| Samstag, den 26. September 2009 um 21:00 Uhr |
|
Die ersten Fans der beiden Vereine konnten bei der Anreise beim Umsteigen in Bitterfeld ausgemacht werden, und auch die Bundespolizei zeigte Präsenz. Bei spätsommerlichen Prachtwetter war es wie eine Fahrt ins Ungewisse. Wie würde der Nachmittag werden? Würde es friedlich bleiben? Der Hauptbahnhof von Halle / Saale glich einem Hochsicherheitstrakt. Die polizeilichen Einsatzkräfte filterten sogleich die jeweiligen Fans heraus und schickte sie zu verschiedenen Ausgängen. Eine Gruppe Magdeburger Hools wurde in der Altstadt
Eine Stunde vor Spielbeginn war es im Stadion noch recht ruhig. Kaum etwas wies darauf hin, dass ein äußerst brisantes Spiel in nur 60 Minuten beginnen würde. Die Getränkestände waren nur mäßig besucht. Der Grund lag auf der Hand: Es lag ein behördliches Alkoholverbot vor. No way! Es gab nur 0,4er Drive-Bier. Die bereits gefüllten Becher stapelten sich haufenweise. "Hab mehr vom Spiel: 1 Liter für 6 Euro!" Kaum jemand kam auf dieses Angebot zurück.
12:45 Uhr. Die ersten Spieler liefen ein und wärmten sich auf. Auf den Rängen sangen sich langsam die Fans warm: "Tod und Hass dem FCM!" - "Chemieschweine!"
Das Kurt-Wabbel-Stadion ist etwas für Nostalgiker. Für außenstehende Besucher ist es wie eine Reise in die Vergangenheit. Ein osteuropäischer Hauch liegt über dem Ganzen. Von der Stadionform her, könnte das weite Rund auch in Serbien oder Rumänien stehen. Und auch die Fans standen ihren Kollegen vom Balkan in nichts nach! Die ersten 20 Minuten war der FC Magdeburg das bessere Team auf dem Rasen. Das Spiel kam ins Stocken, als der Magdeburger Spieler Daniel Bauer wegen Nachtretens die Rote Karte erhielt. Ab nun kamen die Hallenser besser ins Spiel. In der 30. Minute ging ein straffer Schuss knapp am Magdeburger Tor vorbei. In der 42. Minute hatte der FCM eine gute Chance. Ein Freistoß von Radovan Vujanovic strich knapp über das Gehäuse. Während der hektischen Minuten kurz vor der Halbzeitpause wurde es das erste Mal unruhig auf den Rängen, erste Knallkörper wurden gezündet. Als Schubert dann in der 58. Minute den Treffer zum 1:0 für den HFC erzielte, gab es auf den Rängen kein Halten mehr. Groß war der Jubel, wieder qualmte es in der Kurve und eine Leuchtkugel flog gen Himmel.
Auf dem Rasen gingen die Spieler beider Seiten körperlich robust zu Werke, was wieder einige Hallenser Anhänger zum Anlass nahmen, Böller in Richtung Spielfeld zu werfen. Schiedsrichter Florian Steuer unterbrach in der 70. Minute kurzerhand das Spiel.
"Hört auf mit dem Scheiß!" bat der Stadionsprecher wiederholt. Bei weiteren Feuerwerkskörpern drohte der endgültige Spielabbruch. Nach fünf Minuten ging es weiter. Der FCM übernahm das Ruder, erhöhte den Druck und drängte zum Ausgleich. In der 75. Minute erzielte Watzka den in der Gästekurve frenetisch gefeierten Treffer zum 1:1.
Bei diesem Ergebnis blieb es letztendlich. Gefeiert wurde verständlicherweise mehr auf Magdeburger Seite. Nach zwei Niederlagen gegen den Erzrivalen in der vergangenen Saison - 1:2 in Magdeburg und 0:1 in Halle - waren die Fans des FCM bereits mit einem Auswärtspunkt halbwegs zufrieden.
(M.B.)
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