Aktuell
| Low-Coster im empirischen Blick |
| Dienstag, 15. April 2008 | |
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Zum sechsten Mal in Folge konnten die unter dem Sammelbegriff Low Cost
Carrier (LCC) operierenden so genannten Billigfluglinien in Deutschland
ein hohes Wachstum verbuchen. Mittlerweile zeichnen sich allerdings
erste Sättigungstendenzen ab. Das sind die wichtigsten Kernaussagen der
neuesten Übersicht, die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt
(DLR) zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen
(ADV) soeben veröffentlichte. Mit der Untersuchung greift das DLR ein
aktuelles Thema auf und gibt Aufschluss über die Entwicklung des
Luftverkehrs.
Gemessen an der Zahl der Flüge im Januar 2008 ist Air Berlin nach der Übernahme des Wettbewerbers DBA der größte Low Cost-Anbieter in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr gab es das größte Streckenwachstum bei Air Berlin, Ryanair und TUIfly, die jeweils rund 30 neue Strecken im Frühjahr 2008 gegenüber dem Vergleichszeitraum des letzten Jahres angeboten haben. Insgesamt vereinen die fünf größten Low Cost Carrier in diesem Frühjahr nahezu 90 Prozent des LCC-Marktes auf sich. Die restlichen 10 Prozent nehmen kleinere Gesellschaften ein, die bisherige Nischen für sich entdecken, es ziehen sich aber auch Low Cost Carrier wieder vom deutschen Markt zurück. Lediglich die im letzten Jahr in den deutschen Markt eingetretene britische Low Cost-Gesellschaft flybe konnte ihr Angebot von mehreren großen deutschen Flughäfen zu Zielen in England ausbauen. Insgesamt wurden Anfang diesen Jahres 497 unterschiedliche Strecken im innerdeutschen und grenzüberschreitenden Verkehr bedient. Dies sind über 100 Strecken mehr als im Frühjahr des letzten Jahres und entspricht einer Zunahme von 25 Prozent. Mit den Flughäfen Memmingen im Allgäu, Rostock und Saarbrücken sind weitere deutsche Flughäfen in das Netz der Low Cost- Carrier integriert worden. Neue Ziele wurden besonders in den mittel- und osteuropäischen Ländern sowie Österreich angeflogen. Der verkehrsreichste Flughafen Deutschlands, Frankfurt-Main, spielt auf Grund seiner ausgeprägten Drehkreuzfunktion (Hub) im klassischen Linienverkehr und den ausgelasteten Kapazitäten auch weiterhin nur eine untergeordnete Rolle im LCC-Segment. Dagegen kann der Flughafen Berlin-Tegel ein Wachstum von über 30 Prozent im Low Cost-Flugangebot verzeichnen und konnte damit erstmalig den Flughafen Köln-Bonn vom Spitzenplatz verdrängen. Besonders stark nahmen auch die Low Cost-Verkehrsbewegungen an den Flughäfen Düsseldorf, Bremen und Niederrhein zu. Einen Rückgang gab es dagegen zum ersten Mal am Flughafen Frankfurt-Hahn, der nahezu ausschließlich vom LCC-Verkehr der Ryanair geprägt ist. Die Durchschnittspreise der bedeutendsten Low Cost-Anbieter auf dem deutschen Markt variieren zwischen 19 Euro und 62 Euro für den einfachen Flug. Hinzu kommen jeweils Steuern und Gebühren sowie bei einigen Fluggesellschaften auch noch ein Kerosinzuschlag oder eine Gepäckgebühr. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Nettopreise bei den meisten Fluggesellschaften erneut deutlich gefallen, ein Zeichen für einen anhaltend starken Wettbewerb. Im Durchschnitt waren die preisgünstigsten Angebote erneut bei Ryanair zu finden. Generell zeigt sich, dass die Preise im Winterhalbjahr günstiger sind als im Sommerhalbjahr. Im Jahr 2007 nutzten auf den 19 deutschen internationalen Verkehrsflughäfen sowie acht weiteren Regionalflughäfen mehr als 50 Millionen Passagiere die Angebote von Low Cost Airlines für ihre Flugreisen. Dies bedeutet ein Wachstum von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hat sich das Wachstum wie erwartet auf Grund der mittlerweile hohen Marktpositionierung weiter abgeschwächt. Bei einem Gesamtpassagieraufkommen von rund 184 Millionen Passagieren auf den internationalen Verkehrsflughäfen beträgt der Marktanteil des LCC-Segments mehr als 26 Prozent. Nimmt man den bedeutendsten Flughafen Frankfurt-Main heraus, so steigt der Marktanteil bereits auf über ein Drittel (36,3 Prozent) des gesamten Passagieraufkommens. Mehr als 32 Millionen der Low Cost-Passagiere hatten ein Ziel im Ausland, 18 Millionen reisten innerdeutsch. Dabei hatten die Berliner Flughäfen zusammen genommen mit 10,5 Millionen Passagieren das höchste Aufkommen. Bei einer Betrachtung des gesamten europäischen Marktes zeigt sich, dass Ryanair seine Marktführerschaft im Low Cost Carrier-Sektor ausgebaut hat. Mit über 6400 Starts und damit sogar noch mehr als im Sommer 2007 sowie 1032 Strecken, verfügt diese Gesellschaft über das größte Angebot, vor Easyjet und dem Low Cost-Segment von Air Berlin. Als Zielland Nummer eins bei den Low Cost Carriern gilt Großbritannien, das mit weitem Abstand die meisten Flüge aufweist. Auf den nächsten Plätzen folgen Deutschland und Spanien. Dabei ist London-Stansted der Flughafen mit der größten Anzahl an Low Cost-Flügen, Berlin-Tegel folgt auf Rang sieben und Köln-Bonn ist auf den zehnten Platz abgerutscht. Im Europaverkehr hat der Low Cost Carrier-Markt einen Anteil von 24 Prozent bei den Flugangeboten erreicht. Inzwischen gibt es Low Cost-Verkehrsangebote in 40 Ländern Europas, unter ihnen sind auch Flüge nach Nordafrika und Asien. Weitere Infos: DLR |
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