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Ruhrgebiet erhält Amphitheater für Sternengucker
Deutschland
Dienstag, 12. Februar 2008 um 20:59
Auf der Halde Hoheward an der Stadtgrenze zwischen Herten und Recklinghausen setzt der Regionalverband Ruhr (RVR) zurzeit eines der spektakulärsten Projekte im Emscher Landschaftspark um: Das Horizont-Observatorium. Es stellt eine moderne Version prähistorischer Steinkreise wie Stonehenge dar. Zudem wird der gesamte Ort künftig als "Hoheward, der Landschaftspark" auftreten.

Das Bauwerk nach einer Idee des Leiters der Westfälischen Volkssternwarte Recklinghausen Dr. Burkard Steinrücken besteht aus einer kreisrunden, DSCF0547ebenen Fläche auf der Haldenkuppe von rund 95 Metern Durchmesser, einem in der Mitte abgesenkten Forum und zwei Halbkreisen aus Stahl mit einem Durchmesser von 90 Metern, die sich wie die Großkreise Meridian und Himmelsäquator über den Platz spannen. Von dem abgesenkten Forum aus breitet sich das Plateau der Halde in alle Richtungen wie ein künstlicher Horizont aus. Mit Hilfe von Peilmonumenten können dort Sommer- bzw. Wintersonnenwenden oder die Astro

nomischen Jahreszeiten oder auch Mondwenden beobachtet werden. Die alles überspannenden Bögen teilen den Himmel in Ost- und Westhälfte sowie in Nord- und Südhalbkugel ein und dienen so tagsüber als Sonnenkalender und nachts als Orientierungshilfe am Sternenhimmel.

Die Fundamentierung der Stahlbögen ist bereits abgeschlossen. Jedes Fundament geht bis zu sechzehn Meter tief in die Erde und hat in Bodennähe die Ausdehnung eines Klassenzimmers. Die einzelnen Rohre haben einen Durchmesser von 1,40 Meter und eine Wandstärke von bis zu fünf Zentimetern.

Das Horizont-Observatorium wird voraussichtlich im Herbst fertig gestellt sein. Gleichzeitig mit dem Amphitheater für Himmelsbeobachter entstehen weitere 15 Kilometer Wanderwege an der Halde Hoheward. die an den steileren Stellen als Serpentinen verlaufen und gepflastert werden. Zudem werden weitere fünf Aussichtsbalkone gebaut, die an markanten Punkten einen eindrucksvollen Blick in die Umgebung bieten. In Planung ist auch eine Treppe, die vom ehemaligen Zechengelände Ewald bis zu einer zweistöckigen Aussichtsplattform in Höhe der Balkonpromenade führt. Die Plattform hat die Form eines Kubus.

Rund acht Millionen Euro investiert der RVR in diesem Jahr in die Baumaßnahmen rund um die Halde Hoheward. Das Land NRW und die EU fördern das Projekt zu 90 Prozent mit Mitteln aus dem Ökologieprogramm Emscher Lippe. Die verbleibenden zehn Prozent sind Eigenmittel des RVR.
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[Weg auf der Halde Hoheward (li.), Halde Hoheward mit Obelisk (re.)]
(c) www.global-photos.de

Halde Hoheward:

Seit mehr als drei Jahren baut der RVR die Halde für Naherholungssuchende aus. In einem ersten Bauabschnitt sind die Nord- und Ostflanke der Halde umgestaltet worden, da dort bereits die Aufschüttungen abgeschlossen waren. Die große Horizontalsonnenuhr auf dem östlichen Plateau mit dem rund neun Meter hohen Obelisken als Zeiger und Schattenwerfer ist das von weitem sichtbare Zeichen der Halde.

 

Eine Ring- und eine Balkon-Promenade an der Ost- und Nordflanke der Halde Hoheward führen auf das Plateau mit der Sonnenuhr. Insgesamt sind im ersten Bauabschnitt entlang der Halde Hoheward zehn Kilometer neue Wege entstanden.

Hoheward, der Landschaftspark:

Die Halde Hoheward ist ein zentraler Baustein des interkommunalen Entwicklungsvorhabens "Neue Horizonte - Landschaftspark Emscherbruch" der Städte Herten und Recklinghausen sowie des RVR in Zusammenarbeit mit der RAG Deutsche Steinkohle.

Mit dem Landschaftspark Emscherbruch wollen die Projektpartner diesen vom Bergbau stark geprägten Raum zu einem neuen Landschafts- und Lebensraum für die Menschen in der Metropole Ruhr umgestalten. Das rund 750 Hektar große Planungsgebiet zwischen der Autobahn A 2 im Norden und der Emscher im Süden umfasst u.a. den Zukunftsstandort Ewald, die Ewaldpromenade, die Halde Hoppenbruch mit dem Windkraftrad, die Halde Hoheward, den Stadteilpark Hochlarmark sowie Wald- und Naturschutzgebiete wie den Emscherbruch.

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[Blick auf Steag-Kraftwerk (li.), Blick auf Halde Hoppenbruch und Arena auf Schalke (re.)]
(c) www.global-photos.de

Im Rahmen des neuen Beschilderungs- und Leitsystems erhält der Landschaftspark Emscherbruch jetzt einen neuen Namen. Die Projektpartner haben sich auf den Begriff und das neue Logo "Hoheward, der Landschaftspark" geeinigt.

Weitere Infos:

www.landschaftspark-emscherbruch.de

www.rvr-online.de