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Sonntag, 28. März 2010 19:38

Die letzten vier, fünf Wochen standen die Räder still. Grund war die Geburt des Sohnes von Marco Bertram, der zusammen mit Christian Linge das Filmprojekt
"Operation Milk" leitet. Gerade rechtzeitig vor der Ankunft des Sprösslings konnten die Nachdreharbeiten abgeschlossen werden. Gemeinsam mit Darsteller Andreas Kucklick wurden noch drei zusätzliche Bilder abgedreht. In der Wildnis, in einem Keller und in einer Schöneberger Kiezkneipe. Die Postproduktion ist nun in vollem Gange. Den Schnitt des 60-minütigen Films übernimmt die Agentur
Blond Identity aus Berlin.
"Wir sind sehr glücklich, dass wir nun sehr fähige Leute für den Cut gefunden haben. Lange Zeit war noch offen, wem wir das Vertrauen schenken, Anfang März fiel dann die Entscheidung. Die drei Frauen von Blond Identity werden mit Sicherheit ein gutes Ergebnis liefern. Christian und ich haben gleich gespürt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen", erklärt Marco Bertram.

Parallel zum Schnitt fallen derzeit die letzten Entscheidungen, die den Ton betreffen. In der Rohfassung wurden bereits diverse Balkan-Lieder eingesetzt, nun wurde sich mit der serbischen Musikkennerin Klaudija Sauppe zusammengesetzt, um mögliche Fettnäpfchen zu umgehen.
"Ich spreche zwar etwas Serbisch / Kroatisch, doch ich kann nicht die ganzen Texte verstehen. Was musikalisch zwar extrem gut passt, kann textlich ein klassisches Eigentor sein. Die Song-Texte sollten möglichst gut zum Inhalt der jeweiligen Filmsequenzen passen. Da ließen wir uns beraten. Nun werden noch die Rechtsfragen geklärt - manch ein Balkan-Song stammt aus den 80er Jahren - das macht die Sache nicht einfacher", berichtet Marco.

Musikalisch wird im Film ein weiter Bogen von Südamerika zum Balkan gespannt. Zeit und Raum sind im Film nicht konkret geklärt, doch ein gewisses "Balkan-Feeling" ist eindeutig spürbar. Und das nicht ohne Grund. Mehrere Male war Marco Bertram privat und beruflich in Kroatien, Serbien, Mazedonien und Bosnien & Herzegowina unterwegs.
"Mein Herz ist dreigeteilt. Ein Drittel schlägt für Brasilien, ein Drittel für den Balkan und ein Drittel für meine Heimatstadt Berlin. Höre ich bestimmte Lieder aus Serbien oder Kroatien, bekomme ich Gänsehaut. Ich ließ mich von meinen Gefühlen leiten und hoffe, der Zuschauer wird später ebenfalls ein Kribbeln spüren", ergänzt Marco.
Projektpartner Christian Linge ist von der musikalischen Richtung ebenfalls begeistert und leitete in Marcos Babypause bereits einiges in die Wege, was Ton und Musik betrifft.
"Marco sollte sich erst einmal um Baby und die frisch gebackene Mama kümmern. In der Zeit recherchierte ich und führte einige viel versprechende Gespräche. Nun kribbelt es schon richtig im Bauch und ich freue mich riesig darauf, das Projekt endlich zu einem erfolgreichen Ende zu führen", schildert Christian.
"2010 habe ich zwei Babys, die ich betreue und großziehe. Dominik und Operation Milk. Klar, die Geburt unseres Sohnes ließ mich erst einmal komplett ausscheren und es dauerte wieder einige Tage, bis ich wieder so richtig drin war im Film. Ein Projekt über viele Monate zu führen, ist schwieriger, als man denkt. Ständig muss die Flamme brennen und man darf niemals abschlaffen. Ohne Begeisterung am Projekt und Enthusiasmus könnte man gleich einpacken. Ja, und ein wenig bekloppt muss man auch sein", erklärt Marco mit einem Lächeln.