| Mauerfall - Spurensuche an der Grenze: Tschechien & Slowakei - Deutschland & Österreich |
| Aktuelles |
| Geschrieben von: Ralf Schmahld |
| Donnerstag, 09. April 2009 um 15:17 |
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Wer vor dem Herbst 1989 dachte, er könnte sein Glück an der tschechoslowakisch-deutschen oder tschechoslowakisch-österreichischen Grenze ein Flucht gen Westen ausüben, weil er dachte, dort seien die Grenzanlagen nicht so engmaschig wie an der innerdeutschen Grenze, der sah sich getäuscht. Auch an der tschechoslowakisch-deutschen und der tschechoslowakisch-österreichischen Grenze bestimmten Grenzzäune, Bodenminen und Schießbefehl das Bild. Die Grenze selbst war durch einen ab 1951 errichteten Metallzaun gesichert. Er war ursprünglich als Starkstromzaun (Spannung: 5000 Volt) ausgelegt, doch wurde er bis 1968 durch einen Metallgitterzaun ersetzt. Es wurden auch Bodenminen vergraben. Auf tschechischem Gebiet wurden Beobachtungstürme errichtet, im Unterschied zu den Beton-Beobachtungstürmen der DDR waren diese meist Holz- oder Stahlfachwerktürme. Insgesamt starben vermutlich über 1.000 Menschen entlang des Eisernen Vorhangs an der Grenze der CSSR. Davon waren 390 Zivilisten, zumeist Flüchtlinge, aber auch Touristen oder Opfer von Unfällen. Den Großteil der Todesopfer bildete jedoch die Gruppe der Grenzsoldaten. Insgesamt starben 648 entlang der Grenze. Darunter zwölf im Kampf mit Grenzverletzern, 67 wurden von Kollegen erschossen, 208 begingen Selbstmord. Fährt man heute den ehemaligen Eisernen Vorhang ab, so kann man an einigen Punkten Mahnmäler, Gedenksteine und Grenzmuseen besichtigen. Sehr prägnant ist das eiserne Mahnmal am Grenzübergang bei Cheb (Eger) / Svaty Kriz (Heiligenkreuz) und Waldsassen. Interessant auch das Mahnmal Eiserner Vorhang in der nähe der österreichischen Ortschaft Guglwald und der tschechischen Ortschaft Prední Vyton am Moldaustausee. Sowohl in der Tschechischen Republik als auch in der Slowakei kann man vielerorts alte Betonbunker in Grenznähe ausfindig machen. Ein Kuriosum ist der Bahnhof von Bayerisch Eisenstein / Zelezna Rúda an der deutsch-tschechischen Grenze. Das großzügig konzipierte Bahnhofsgebäude steht zur einen Hälfte auf deutschem, zur anderen Hälfte auf tschechischem Territorium. Der Grenzverlauf führt mitten durch das Gebäude. Fragen und Infos: > mit Marco Bertram im Forum diskutieren
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