Gegen Polizeigewalt: Demo in Berlin gibt "klare Ansage an die Polizei"

Autor: Marco Bertram     veröffentlicht am 28 Januar 2011    
 
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Foto: Marco Bertram

Anfangs sah es gegen 19:30 Uhr auf dem Rosenthaler Platz so aus, als würde es eine kümmerliche Kundgebung werden. Letztendlich waren es dann doch rund tausend Leute, die dem Aufruf diverser linker Gruppierungen gefolgt sind und sich der Demonstration "In offener Feindschaft" anschlossen. Die wie üblich überwiegend in schwarz gekleideten Teilnehmer demonstrierten gegen "Repression, staatliches Morden und den 14. Europäischen Polizeikongress". Die heutige Demo, die friedlich ablief, war allerdings nur der Auftakt heißer Tage, die nun folgen werden.


Bereits morgen startet um 15 Uhr am Kottbusser Tor die nächste Demonstration, die unter dem Motto "Hausprojekt statt Luxuslofts - Liebig 14 verteidigen - Wir bleiben alle!" steht. Vom Kottbusser Tor aus wird es am Samstag Nachmittag über die Oberbaumbrücke direkt ins Herz des Friedrichshain zum Boxhagener Platz gehen. Der Hintergrund: Am Mittwoch, den 02. Februar gegen 8:00 Uhr wird vermutlich das Haus in der Liebigstraße 14 geräumt werden.

Dass in den kommenden Tagen "Stress vorprogrammiert" ist, kann man sich denken. So war die heutige Demonstration aus Sicht der linken Gruppen eher ein warm-up. Verbal mit Nachdruck, körperlich allerdings sehr zurückhaltend. Die Auseinandersetzung mit den polizeilichen Einsatzkräften wurde dieses Mal eher nicht gesucht, auch wenn es manchmal brenzlig wirkte. Etwas unruhig wurde es nach der Demonstration, die vor dem Pariser Platz endete. Beim Abmarsch der Demonstrationsteilnehmer kam es zu vereinzelten Rangeleien und Laufereien, die Demonstration als solches blieb allerdings komplett friedlich - die zwei Böller mal ausgenommen.

Vom Rosenthaler Platz aus ging es über die Weinmeisterstraße und den Hackeschen Markt zur Oranienburger Sraße. Erstaunte Gesichter bei den Passanten, ungläubige Blicke bei den Restaurantgästen. Eine Demo wie zu alten Zeiten an einem Ort, der zu Beginn der 90er Jahre noch ganz anders aussah. Vor dem Tacheles kam der Demonstrationszug für ein paar Minuten zum Halten. Ein paar Redebeiträge, etwas Musik. Ein Böller, und schon ging es weiter.
"Ha ha ha, ne Splitterbombe"
, raunzte ein jugendlicher Passant einen Polizisten des Antikonfliktteams an. Jener fand diesen Spaß nicht wirklich lustig, zu angespannt waren die Nerven. Man weiß ja nie. Über Friedrichstraße und Neustädtische Kirchstraße erreichte der etwas martialisch anmutende Demonstrationszug die zu abendlicher Stunde eher ausgestorben wirkende Straße Unter den Linden. Noch vor dem Pariser Platz wurde die Demo gestoppt. Viel Polizei, kein Weiterkommen, wenig Nebenstraßen. Wohl auch deshalb löste man freiwillig die Demo auf und zog nach Hause. Die kommenden Tage könnten noch viel Kraft kosten...

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