Nach christlicher Tradition waren an Christi Himmelfahrt Flurprozessionen und Flurumritte üblich. Strittig ist deren Ursprung: Die einen halten die Umgänge für einen germanischen Rechtsbrauch, wonach jeder Grundeigentümer einmal im Jahr seinen Besitz umschreiten musste, um den Besitzanspruch aufrechtzuerhalten. Andere deuten die Umzüge als eine Anlehnung an die von Papst Leo III. (795 – 816) an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt eingerichteten Bittprozessionen. Seit dem 16. Jahrhundert verloren die Flurumgänge weitgehend ihren religiösen Sinn und endeten in Trinkgelagen.
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Diese Himmelfahrtsumgänge mögen Vorbilder gewesen sein für die „Herrenpartien“, die im 19. Jahrhundert in deutschen Großstädten überliefert sind. Fuhrunternehmer organisierten Ausflugsfahrten mit Pferdefuhrwerken aufs Land. Frauen waren bei diesen Herrenpartien nicht zugelassen - mit Ausnahme von Tänzerinnen. Die Männer unternahmen Ausflüge ins Grüne, spielten Skat und ließen kaum ein Wirtshaus aus. Nach dem Berliner Fuhrunternehmer Kremser heißen noch heute die Vatertagstouren in den ostdeutschen Bundesländern „Kremsertouren“, wobei die Männer auf geschmückten Wagen, oft mit Zylinder und Frack gekleidet, von Gasthaus zu Gasthaus fahren.
Heute ziehen Junggesellen, junge Männer und Väter am Himmelfahrtstag oft mit dem klassischen Bollerwagen, beladen mit Bierfass oder -kasten ins Grüne. Auch erobern historische Eisenbahn-Sonderzüge den Vatertag, ebenso bieten die Schiffsflotten auf dem Rhein Vatertagsausflüge an.