Samstag, 04 Februar 2012

Verdammt ärgerlich: Zero Tolerance bei der BVG

altDie Zeiten der Kulanz und Toleranz sind vorbei. Das Geschäft zählt. Ausnahmen gibt es keine mehr. Augen zudrücken? Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) klare Fehlanzeige. Hat man als Monatskarteninhaber auch nur um einen einzigen Tag verpasst, die neue gleitende Monatskarte zu kaufen, ist ohne Wenn und Aber eine Strafe in Höhe von 40 Euro fällig. Da hilft es auch nicht, nett und freundlich zu sein und im BVG Kundenbüro Erhöhtes Beförderungsgeld vorzusprechen.

Rein rechtlich ist es völlig Wurscht, ob man Schwarzfahrer aus Prinzip ist oder einfach nur knapp verpasst hat sein neue Monatskarte zu erwerben. Früher - in den 90er Jahren häufig persönlich in Berlin erlebt - wurde von den Kontrolleuren schon mal ein Auge zugedrückt, wenn der neue Monat anbrach. "Hups, mein Herr, heute ist bereits der Erste. Kaufen sie sich mal fix die neue Karte..."
In der Gegenwart gibt es so etwas nicht mehr. Pech gehabt. Fairerweise muss man sagen, dass der Kontrolleur in der U-Bahn nett war und meinte: "Fahren sie mal zum Kundenbüro und legen beide Tickets vor. Sie haben ja mit EC-Karte bezahlt..."

Skepsis blieb. Bei der Berliner S-Bahn machte man vor einem halben Jahr alles andere als gute Erfahrungen. Im Büro am Ostbahnhof war von Kulanz keine Spur. Mit diesem Wissen im Hinterkopf ging es zum Kundenbüro der BVG an der Jannowitzbrücke. Nummer ziehen wie beim Jobcenter und vortreten, sobald die Nummer auf dem Display aufblinkte.
Am Schalter keine Spur von Kulanz. Trocken wird auf das Beförderungsgesetz hingewiesen. Alles schön und gut. Trotzdem. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus. Jeden Monat zahlt man ein sattes Sümmchen für die VBB-Monatskarte AB - um nur einen halben Tag verpasst, die neue Karte zu holen - 40 Euro extra.

Mit Humor und Arroganz kann man nun sagen: Scheiß auf die 40 Euro, schließlich war ich selber Schuld. Aber! Es geht ums Prinzip. Manchen Leuten können 40 Euro bitter wehtun. 
Würde man als Fahrgast genauso wenig Toleranz und Kulanz zeigen - was dann? Unpünktlichkeit, verpasste Anschlüsse, immer weniger Personal auf den U-Bahnhöfen, Ausdünnung der Taktfrequenzen. Als langjähriger Berliner sieht man doch, wo die Wege hinführen...

Der Vorschlag der BVG: Besser gleich eine Abo-Jahres-Karte kaufen. Wenn ich diese persönliche Zeitkarte vergesse, muss ich nur sieben Euro kaufen, wenn ich sie mal zu Hause liegen lasse.
Doch der Hammer folgt ja sofort auf einem Hinweiszettel: "Die BVG braucht die Vorlage der Zeitkarte nicht anzuerkennen, wenn der Fahrgast bereits im zurückliegenden Jahr ab Feststellungsdatum ohne gültigen Fahrausweis oder eine entsprechende Fahrtberechtigung angetroffen wurde."
Auch da beißt sich die Katze in den Schwanz. Also nix für Schusselköpfe...

Die persönliche Konsequenz aus der Null-Kulanz-Politik der Berliner Verkehrsunternehmen wurde jetzt gezogen. Ab April geht es nur noch mit dem Fahrrad durch die Stadt. Ist gesünder und vor allem preiswerter. Für die BVG war die Sache somit ein finanzielles Eigentor und schlecht fürs Image sowieso. Irgendwann bekommen nämlich auch gewöhnlich recht dickhäutige Berliner echt schlechte Laune...

Ein Tipp für Inhaber gleitender Monatskarten: Rechtzeitig schrillen Alarm einstellen! Auf Computer, Handy oder sonstewo... ;-)

Foto: Das Pech kann in einer rein geldorientierten Gesellschaft jederzeit zuschnappen
Gesendet: 08 Okt 2010 09:59 von Boris #15466
Mich ärgert vor allem, dass die BVG immer schlechter arbeitet. Immer wieder fahren Bussen 2, 3 manchmal 5 Minuten zu frueh. Fuer den Idiot hier, der bis tief in der Nacht im Buero sitzt, ist ganz schoen bitter 30 Min. in der Kaelte zu warten. Da sollte moechte man tolerant sein. Schliesslich ist der Busfahrer nur ein Mensch, der nach Hause moechte wie alle andere. Aber vergisst man sein Semester Ticket am ERSTEN Tag des Semesters, so hat man schnell Aerger. Die SBahn ist aber in solchen Sachen viel schlimmer. Die Kontrolleuren scheinen nach Leistung bezahlt zu werden. Ein einziges Mal hatte ich kein Dokument mit Foto. Hatte aber EC-Karte und andere, was deutlich darauf hinweist, dass ich derjeniger bin, dessen Name im Ticket steht. Da half aber nix. Die wollten mir sogar das Semesterticket wegnehmen. Unglaublich! Ich bin bald kein Student mehr. Dann fahre ich nur Rad!
Gesendet: 03 Mai 2010 22:57 von spider #14293
Habe ich sogar als Jahreskarteninhaber erlebt. Erster Tag im neuen Monat, neuen Kartenabschnitt, der ja zu Hause liegt, vergessen auszutauschen und schon "schwarz " gefahren.

Man könnte ja gleich vor Ort durch die Abo-Nummer prüfen, ob das Abo auch noch für den aktuellen Monat läuft - aber wieso denn? Wenn man sich seine eigenen Beförderungsbedingungen zimmert, kann man natürlich auch seine wichtigsten Bestandskunden abzocken.

Nur wie immer - die Rechnung ohne den Wirt gemacht:

Die völlig ineffektiv gemanagte Beförderungsanstalt BVG habe ich mit einer Jahreskarte für 670,- EUR bereits ein Jahr zinslos vorfinanziert. Dazu kommen noch die jährlichen 400 Millionen Subventionen der Berliner Steuerzahler (also auch von mir). Also ist der Laden für meinen Teil komplett von mir bezahlt.
Die Leistung, die ich dafür erhalte, ist oben angesprochen worden: Immer weniger Personal, Ausdünnung der Taktfrequenzen, Reduzierung des Liniennetzes und des Fuhrparks.
Und dann werde ich am 1. des Monats noch angeschissen, weil die verdammte Papierkarte aus Vorkriegszeiten (wo bleibt endlich die versprochene Chipkarte?) nicht aktuell dabei habe - sondern zu Hause im Schrank!

Meine Konsequenz: Ich bin auf diesen maroden Verein nicht angewiesen. Ich fahre nach Abo-Ende wieder Pkw und im Sommer Motorroller.
Ich plädiere für jede Petition, die BVG schnellstens abzuschaffen. Der einzige Fall, in denen ein staatlich geführtes Unternehmen tatsächlich privatisiert werden sollte!
Gesendet: 12 Mär 2010 23:00 von Adolfo #13742
Ich würde an deiner Stelle total austitschen und komplett durchdrehen!!!!!
Gesendet: 08 Mär 2010 23:21 von Annette #13699
Blöde Bande!
Gesendet: 08 Mär 2010 22:59 von Marvin #13698
So etwas ist mir auch passiert. Ich hatte so lange diskutiert, bis die Kontrolleties mich gehen ließen. Pah, wegen einem halben Tag. geht´s noch? Diese Kontroll-Pissies kriegen auch noch eine Provision für, wenn sie jede arme Sau rausziehen. Mich nicht, Freunde! Pustekuchen!
Gesendet: 08 Mär 2010 21:34 von Silvio #13695
Derb! Ohne Worte!!!
Gesendet: 08 Mär 2010 17:32 von Gregor #13694
S-Bahn und BVG = alle gleich!
Nur die Knete zählt! Pfuiiiiiiiiiiiiiiiiii!
Gesendet: 08 Mär 2010 17:29 von Marina #13693
Das heisst nicht Beschissen Viel Geld, sondern Kunden Bescheissen um Viel Geld
Gesendet: 08 Mär 2010 16:20 von Ole #13692
das finde ich auch richtig scheiße. da wird man noch zum kundenbüro geschickt und dann so was. ich finde das untragbar, dass nicht mal bei einem tag ein auge zugedrückt wird. für ein unternehmen ist das ein armutszeugnis!!!
zumal sie gesehen haben, dass eine neue monatskarte gekauft wurde, oder nicht?
sieben euro hätten sie ja so oder so bekommen. aber nein, auf den hals...
grüße von ole
Gesendet: 08 Mär 2010 14:48 von Ne #13689
BVG: Beschissen Viel Geld
Gesendet: 08 Mär 2010 14:48 von Paule #13688
Was für ein Sauhaufen. Alles Abzocker auch die Kontrollerue, die wissen genau was einem blüht. Wollen nur den Ärger weiterschieben. BVG beudetet: unfreundlich, unsauber, unpünktlich und unverschämt teuer.

An dieser Diskussion teilnehmen.
Bitte anmelden oder registrieren um an dieser Diskussion teilnehmen zu können.