Erste Anzeichen für das lebensgefährliche Problem, gab es schon vor wenigen Wochen in den USA. Das Gaspedal federte bei einigen Autos nicht zurück, so dass ein Bremsen für die Fahrer unmöglich war. Auch nach zahlreichen Unfällen, wies Toyota die Schuld weit von sich. Das Unternehmen gab diese den Autofahrern und sah als Grund für den Defekt nicht richtig befestigte Fußmatten. Erst nach einem Fernsehbericht und zahlreichen weiteren sogar tödlichen Unfälle, lenkte Toyota ein und änderte sein Kommunikationskonzept von Ignoranz zur Häppchenweise gelieferten Information. Für viele Kunden zu spät - der gewaltige Image-Gau nahm seinen Anfang.
Der nun in der medialen Herunterspielung seine Fortsetzung findet. So heißt es in der Pressemeldung "Bei den betroffenen Fahrzeugen kann das Gaspedal in seltenen Fällen schwergängig werden oder nicht in der gewohnten Geschwindigkeit in die Ausgangsposition zurückkehren. In vereinzelten Fällen kann das Gaspedal in der betätigten Position verbleiben." Vereinzelte Fälle? Alleine unserer Redaktion sind einige bekannt. Betroffen sind die Modelle AYGO, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso und Avensis. Nach Angaben von Toyota tritt dieses "Phänomen" auf, da es zu Verschleißerscheinungen an dem betroffenen Bauteil kommen könne. Dieser fortschreitende Verschleiß könne in Verbindung mit verschiedenen äußeren Einflüssen zu einer erhöhten Reibung im Pedalmechanismus führen.
Fazit: Im Herunterspielen der Tatsachen ist Toyota erste Klasse, wie früher seine Autos. Das eigentlich große Problem wird als rätselhaftes "Phänomen" klein geredet. Anstatt offen mit dem technischen Makel umzugehen, will Toyota diesen am liebsten tot schweigen. Dies zeigte sich bis Samstag auch auf der deutschen Webseite des Unternehmens. Dort war bis zu diesem Zeitpunkt nirgendswo auch nur ansatzweise ein Hinweis für die Kunden über das Problem versteckt. Wenn der technische Defekt wirklich fast vernachlässigbar ist, warum zieht Toyota fast alle Modelle aus dem Verkehr? Perfekte Krisen-PR sieht anders aus. Toyota muss dringend nachbessern. Und die Kunden? Statt einer Autofahrt mit einem Toyota ist eine Schlittenfahrt derzeit sicherer. (R.S. stolzer Besitzer eines Toyota Auris)
