Das Geheule ist gross, das Schweizer Volk will keine Minarette im Land.
Wie konnte es soweit kommen?
Wie immer hat der Spiegel, der das Wesen der Schweiz genau erkannt hat und hervorragende Artikel ueber das Land schreibt, den Nagel auf den Kopf getroffen. Es ging in der Abstimmung eigentlich darum, wer hier im Land das Sagen hat.
Die Schweiz ist sich gewohnt, dass man sich hinsetzt und gemeinsam nach Loesungen sucht. Am Ende steht der Kompromiss. Muslime in der Schweiz haben aber regelmaessig versucht, ihre Maximalforderungen ueber Gerichte zu erzwingen. Kreuze in Schulzimmern, Weihnachten an Schulen, Schwimmzwang, eigene Plumpsklos am Arbeitsplatz, keine Gemeinschaftsduschen im Sport. Es brodelte schon laenger. Ausloeser war denn auch ein 6 Meter hohes Minarett, dass die Gemeinde verboten hat, der tuerkische Iman, der erst seit ein paar Monaten in der Schweiz lehrte, aber ueber Bundesgericht erzwungen hat.
Am Anfang hatte die Initiative keine Chance, aber im Verlaufe der Debatte war mir schnell klar, dass sie angenommen wird. Die Gegner der Initiative haben alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Imane, welche sich in Interviews fur die Einfuehrung der Scharia fuer Schweizer Muslime aussprachen, sich partout nicht vom Terrorismus distanzieren wollten und auch Steinigungen nicht verurteilten. Die moderaten Muslime aeusserten sich gar nicht. Dann Drohungen der Wirtschaft, dass ein "Ja" Arbeitsplaetze kostet. Dann die Drohung vor Terroranschlaegen. Drohungen loesen hier im Trotz aus. Am Schluss warben sogar linke Frauen fuer ein "Ja". Die Befuerworter argumentierten, dass das Minarett politische Bedeutung hat. Der Turm steht fuer die islamische Eroberung von feindlichem Land; Auch wurde das Feld ausgeweitet. Genitalverstuemmelungen, unterdrueckte Frauen, Zwangsehe, Burka. Ploetzlich spielte das alles mit. Die Regierung ist wiedermal ueberrascht und war auf ein "Ja" nicht vorbereitet und rudert nun planlos rum.
Es ging schlussendlich darum, denn Muslimen zu zeigen, wer hier im Land das Sagen hat und das ist das Volk. Ihre Zwaengelei und mangelnde Kompromissbereitschaft haben das Ganze ins Rollen gebracht.
Indirekt ist es auch ein Konflikt zwischen Schweizer und Tuerken. Hier hat man das Gefuehl, dass sich Tuerken einfach nicht der Gesellschaft unterordnen wollen. Man sieht sie als Querulanten. Und es ist auch kein Zufall, dass die lauteste Kritik am Entscheid aus der Tuerkei kommt, die seit Jahrzehnten keine Gelegenheit auslaesst, an der Schweiz herumzumotzen.
Bei aller Kritik am Entscheid ist es aber schon jenseits, mit welcher unsaeglichen Arroganz Politiker aller Welt auf die Schweiz eindreschen, welche Volksentscheide wie das Weihwasser fuerchten und sie daher verhindern. Was sich die Journalisten leisten, ist teilweise von bedenklicher Qualitaet. Den graesslichsten Artikel bot der Berliner Tagesspiegel. Einfach mal, rein sachlich, gilt es festzuhalten, dass der Entscheid nicht rassistisch ist, weil man nur gegenueber einer Ethnie rassistisch sein kann und nicht gegenueber einer Religion. Auch wird niemand an der Ausuebung der Religion gehindert, Moscheen duerfen weiterhin gebaut werden, halt ohne Tuermchen. Dann auch der Vorwurf, man holt Zuwanderer ins Land um zu profitieren und nun das. Profitieren denn die Zuwanderer nicht auch? Der Vorwurf der Intoleranz, ja, der ist absolut richtig.
Erstaunlich ist auch die Diskreptanz zwischen Volk und Politik. Waehrend die Politik den Entscheid einhellig verurteilt, scheinen weite Teile von Europas Bevoelkerung den Entscheid zu begruessen. Leben die Politiker und Medien in einer Scheinwelt? Auf jedenfall muss die Debatte Europa und Islam gefuehrt werden. Stellen sich die Politiker nicht der Debatte, dann werden rechtspopulistische Parteien Aufschwung erleben.
Mein Fazit ist: Die Schweiz hat die richtige Fragen gestellt udn vielleicht die falsche Antwort gegeben. Aber wie man in Europa mit dem Islam umgehen soll, darueber wird noch viel diskutiert werden.