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Nicht um jeden Preis: BVB-Fans boykottieren Revierderby bei S04 **
Es sind die Spiele des Jahres für die Fans aus Dortmund und Gelsenkirchen: Der Derby-Klassiker zwischen S04 und BVB 09 (und umgekehrt). In dieser Saison scheint aber alles anders. Grund: Schalke hat für das Spiel gegen den BVB am 19. September, wie für zwei weitere "Topspiele" (gegen Bayern München und das letzte Heimspiel der Saison), die Preise erhöht.
So kostet ein Stehplatz jetzt mit 22 Euro knapp acht Euro mehr, als in der vergangenen Saison. Die Erhöhung beträgt laut Vereinsgaben für einen Stehplatz fünf und für einen Sitzplatz zehn Euro. Dazu könnten Sonderspiele (Pokal) um bis zu 50 Prozent über dem Normalpreis liegen. Britische Preisverhältnisse in der Bundesliga? Nicht mit den BVB-Fans.
Wie schon in der vergangenen Saison im Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach, als 2.000 Anhänger wegen der Preispolitik ihre Karten zurückgaben, werden nun rund 1.500 das Match beim königsblau-weißen Rivalen boykottieren. Rückendeckung erhalten die Supporters vom eigenen Verein. So wolle der BVB nicht Spieler wie Raul und Huntelaar finanzieren, hieß es aus dem schwarz-gelben Metropole.
Sicherlich ist ein Topzuschlag für ein Spitzenspiel vertretbar – andere Vereine stehen dem im nichts nach. Auch der kleine fußballerische Ruhrgebiets-Nachbar der beiden Rivalen – der VfL Bochum – setzt auf die Topzuschlag-Strategie. Anders als aber bei der schnellen Gewinnmaximierung-Taktik von Schalke 04, setzt der VfL auf eine minimale Preiserhöhung von drei Euro (letzte Bundesligasaison). Ob Schalke und andere Vereine die Preistreiberei lange durchhalten scheint fraglich. Das Resultat der hohen Eintrittspreise sieht man in England: Operettenpublikum statt traditionelle und leidenschaftliche Fußballfanschar.