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Interview mit der jungen Unternehmerin Katharina Gebhardt
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THEMA: Interview mit der jungen Unternehmerin Katharina Gebhardt
Interview mit der jungen Unternehmerin Katharina Gebhardt 23 Jan 2010 13:15 #13304
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Bekanntlich genügt häufig nicht ein Standbein. Die in der Nähe von Aschaffenburg geborene Katharina Gebhardt (29) zog 2002 nach Berlin und machte eine Ausbildung an einer privaten Schauspielschule. Im Anschluss engagierte sie sich sehr für das Kinder- und Jugendtheater und wirkte in zahlreichen Kurzfilmen mit.[/quote] Als Lady in einer festlichen Szene wird Katharina Gebhardt Mitte 2010 auch im Film "Operation Milk" zu sehen sein. 2008 gründete sie mit zwei anderen Frauen eine Agentur für Künstlerprofile in Berlin. Der Name der Agentur: "Blond Identity". Das turus-Magazin führte mit Katharina Gebhardt ein ausführliches Gespräch und befragte sie zu ihrem beruflichen Werdegang.[/quote] turus: Katharina, wie wir gehört haben, hast du gemeinsam mit zwei anderen Frauen eine Agentur aufgemacht. Angefangen hatte jedoch alles mit der Schauspielerei, oder?  Katharina Gebhardt: Fast. Doch davor kam noch was. In der fünften Klasse trat ich der Theatergruppe unseres Lateinlehrers bei und schnell war es mein Traum, Schauspielerin zu werden. Die gesamte Schulzeit über trat ich auf, wenn sich mir die Möglichkeit bot. Nach dem Abi dachte ich jedoch, ich müsse erst einmal einen "richtigen" Beruf erlernen. Ich hatte mich einfach nicht getraut, die Sache mit der Schauspielerei professionell anzugehen...[/quote] turus: Und welchen Beruf hattest du dann gelernt?[/quote] Katharina G.: Erst einmal begann ich ein Studium. In den wunderbaren Fächern Neuere Deutsche Literatur und Medien, Europäische Ethnologie und Kunstgeschichte an der Uni Marburg. Zwei Jahre hatte ich studiert, nebenbei spielte ich weiter Theater. Auch auf der EXPO 2000 trat ich mit dem Bread & Puppet Theatre auf, ein großer Spaß. In der Waggonhalle in Marburg absolvierte ich ein Praktikum im Bereich Kulturmanagement. Ich wusste, das Studium war nicht wirklich mein Weg.[/quote] turus: Und was passierte dann?  [/quote] Katharina G.: 2002 brach ich das Studium ab. Ich zog nach Wuppertal. Ich hatte das Angebot, eine Ausbildung im Bereich Mediengestaltung für Digital und Print zu machen. Vor der Ausbildung machte ich an der dortigen Firma ein sechsmonatiges Praktikum. Das waren sechs Monate. Zeit genug, um zu überlegen, was ich genau möchte. Ich merkte, dass mich die Bereiche Fotografie und Design sehr reizten. Andererseits lockte noch immer die Schauspielerei. Ich wollte nicht nur im Büro sitzen. Ich wollte auf die Bühne! Parallel zum Praktikum nahm ich Schauspielunterricht, bei dem ich speziell für das Vorsprechen vorbereitet wurde. Die Ausbildung im Bereich Mediengestaltung machte ich nicht. Ich ging zurück in meinen Heimatort und von dort aus nach Berlin zum Vorsprechen. Es klappte und ich begann meine Ausbildung an der privaten Schauspielschule "DIE ETAGE", Schule für die darstellenden Künste.[/quote] turus: Weshalb Berlin? War das dein konkreter Wunsch?  [/quote] Katharina G.: Das war reiner Zufall. Eine Bekannte in einem Workshop meinte mal zu mir: "Mensch, sprech da mal vor!" Warum nicht, dachte ich mir. Und schon war ich hier. Zuerst wohnte ich an der Grenze von Neukölln zu Treptow und nun an der Grenze von Kreuzberg zu Neukölln. Mittlerweile schon ein paar Jährchen...[/quote] turus: Wie lange dauerte die Ausbildung an der Schauspielschule?  [/quote] Katharina G.: Drei Jahre. Parallel zur Ausbildung habe ich immer fotografiert und für andere Leute Lebensläufe und Flyer gestaltet. Anfangs einfach nur ein Hobby. Im Hinterkopf hatte ich stets: Weshalb nicht einmal später damit Geld verdienen? Besser zwei Standbeine haben. Nach der Schauspielschule merkte ich, dass es nicht einfach werden würde. Ich hatte eine klassische Theaterausbildung. 100 Bewerbungen hatte ich rausgeschickt. An all die Bühnen im Lande...[/quote] turus: Das ist nicht wahr, oder? 100 Bewerbungen? Ohne Erfolg?  [/quote] Katharina G.: Damit man nichts falsch versteht. Es ging ja nicht um das Engagement für ein Stück. Ich wollte an einem Theater ein Festengagement. Das war das Problem. Zweimal wurde ich zum Vorsprechen eingeladen. Nach Dresden und nach Marburg. Es hatte aber nicht geklappt. [/quote] turus: Marburg? Welch ein Zufall, oder?[/quote] Katharina G.: Ja, das stimmt! Doch ich blieb in Berlin. 2006 arbeitete ich für die erste Produktion. Ich war damals für eine andere Darstellerin eingesprungen. Das war für das Stück "Momo" im Saalbau Neukölln. Für das Theater "Aldente". Kinder- und Jugendtheater liegt mir sehr. [/quote] turus: Der Saalbau Neukölln war sicherlich kein schlechter Einstieg. Wie ging es danach weiter?  [/quote] Katharina G.: Im Anschluss folgte Tourneetheater. Das bereitete mir viel Freude, war jedoch auch ziemlich anstrengend und aufreibend. Mein Ziel war es, ein bisschen Filmmaterial für ein Showreel zu bekommen. Ich hatte in Bezug auf das Theater ein wenig Frust. Ich wollte den Fokus ändern. So spielte ich dann in vielen Kurzfilmen mit. Eine meiner Lieblingsrollen war Sabine in "Sabine und die Revolution". Regie führte der DFFB-Student Jasco Viefhues. Da gab es eine Szene in der ich völlig irre in einem Eiscafe auf dem Tisch stehe und mit einer Waffe auf die Besucher ziele.[/quote] Habe ich es schon erwähnt? Ich liebe Waffen! Im April gehe ich zu einem Schwertkampfseminar. Wenn ich im Film eine Waffe in der Hand halte, bin ich glücklich. Jetzt mal Spaß beiseite. [/quote] Der Film wurde für mich gegenüber dem Theater gleichwertig, die Filmsache reizte mich immer mehr.[/quote] turus: Im Film "Operation Milk" gibt es auch einige Waffen.  [/quote] Katharina G.: Das stimmt! Hätte Marco Bertram, der das Drehbuch schrieb und Regie führt, gewusst, dass ich so gut mit Waffen kann, dann hätte er mir bestimmt eine andere Rolle zugeteilt. So spielte ich eine Lady, die genüsslich schlemmt und sich verwöhnen lässt. Sicherlich klappt es in seinem kommenden Film mit einer Rolle mit Waffe...[/quote] turus: Was ist dein großes Ziel beim Film?  [/quote] Katharina G.: Ich möchte Tatort-Kommissarin werden! Mein Plan lautet: Als Kommissarin werde ich nach Salzburg versetzt. Vielleicht auch nach Wien, aber eher Salzburg. Joseph Hader wird dann als Privatdetektiv mein Partner. Ich schätze diesen Menschen sehr. Er spielt großartige Figuren. Als Piefke aus der Provinz käme ich also nach Österreich. Und nur Haders Insiderinformationen würden mich regelmäßig vor dem Rausschmiß bewahren.[/quote] turus: Und wenn es mit dem österreichischen Tatort nicht klappen würde. Welche deutsche Tatort-Stadt wäre dann erste Wahl?[/quote] Katharina G.: Egal! Joseph kann sie sich aussuchen!  [/quote] turus: Wie kamst du eigentlich zum Filmprojekt Operation Milk?[/quote] Katharina G.: Über den Darsteller Christian Linge. Wir hatten uns auf einer Veranstaltung kennengelernt. Das war 2008. Wir unterhielten uns lange Zeit über Filme und andere berufliche Dinge. Christian schlug mir vor, mich doch auch in die Kartei einer Komparsenagentur einzutragen. Und was soll ich sagen. Mein erster Dreh war bei GZSZ. Und wen traf ich dort? Christian Linge! Wir waren gleich ein Herz und eine Seele. [/quote] turus: Man kennt ja diese Problematik. Viele gelernte Schauspieler sagen: Als Komparse arbeiten? Niemals, das macht meine Laufbahn kaputt.  [/quote] Katharina G.: Für mich war es eine hervorragende Möglichkeit, die Praxis am Set kennenzulernen! Ich konnte Mäuschen spielen und die Abläufe genau beobachten. Da kann man wahnsinnig viel lernen. Auch Christian und Marco können ein Lied davon singen. Als Komparse ist man häufig nah dran. Eigentlich ist diese Tätigkeit für jeden Schauspieler unentbehrlich. Es sollte ein Pflichtfach in der Ausbildung sein. Komparsen- und Kleindarstellertätigkeiten schaden nicht. Klar, irgendwann muss es dann natürlich weitergehen...[/quote] turus: Zurück zum Projekt Operation Milk. Wie war es am Set?[/quote] Katharina G.: Richtig nett! Es war ja auch eine festliche Szene, das machte es noch angenehmer. Das war feiern mit Freunden. Zum fachlichen: Es wurde professionell gearbeitet und dabei blieb es stets entspannt. Ich habe gerade die Rohfassung Nummer 11 zu sehen bekommen. Die letzte, die ich sah, war die Fassung 4. Toll, wie sich der Film entwickelt, der Zuschauer darf gespannt sein![/quote] turus: Mal zu Berlin. Wie hattest du dich hier in der Stadt eingelebt?[/quote] Katharina G.: Durch meine Ausbildung an der Schauspielschule war es wie Ferienlager. Man war gleich unter Freunden, unter Gleichgesinnten. Man konnte die Stadt gemeinsam erkunden. Ich kann mir ein Leben ohne Berlin schon lange nicht mehr vorstellen.[/quote] turus: Wie kam es denn eigentlich zur Idee, eine eigene Firma zu gründen?  [/quote] Katharina G.: Ich hatte das Kindertheater nie aus den Augen verloren. Die vielen Tourneen machten mich robuster. Es ist eine knallharte Lebensform - jeden Tag muss man funktionieren. Man ist nicht nur Schauspieler, sondern Fahrer, Manager, Bühnentechniker, Kinderbetreuer, eben Mädchen für alles. Ich hatte auch viel Spaß hinter der Bühne, Koordination und Organisation sind genau mein Ding. Ich merkte, dass mir Schauspiel allein auf Dauer nicht genügt. Es entstand die Idee, eine Firma zu gründen. Ich sprach viel mit Freunden, man hat sich gegenseitig geholfen. Mit einem guten Netzwerk fällt einem schließlich alles leichter. Es gibt weniger Frust. Mit der Zeit warf mich alles nicht mehr so schnell um. Natürlich kommen dann irgendwann die Fragen: Wohin will ich? Was habe ich erreicht? Wie ist der Stand der Dinge?[/quote] turus: Und wie lautete das Fazit?[/quote] Katharina G.: Alles toll, doch wo ist das Standbein? Wo genau liegt die Perspektive? Es kann ja schließlich sein, dass mein Durchbruch als Schauspielerin erst mit 50 kommt. Womit soll ich jedoch bis dahin meine Brötchen verdienen? Hey, ich will nicht nur Tochter von Beruf sein. Obwohl dieser Job auch ganz schön fordern kann.[/quote] Mit Verena Linnemann und Pia Zima, beide sind auch Schauspielerinnen, führte ich Mitte 2008 erste Gespräche. Wir haben viel rumgesponnen. Man bräuchte eine eigene Agentur. Wir malten uns viele Dinge aus. Dann wurde alles konkreter. Wir können ein großes Netzwerk bieten. Mit diesem Netzwerk können wir uns und anderen Kollegen helfen.  [/quote] turus: Und dann wurde Ernst gemacht?[/quote] Katharina G.: Genau! Im April 2009 gründeten wir die Gebhardt Krack Linnemann GbR. Wir alle wollten ein zweites Standbein. Pia hatte schon immer den Wunsch, eine eigene Agentur zu gründen. Wir kennen uns in den Bereichen Fotografie und Gestaltung gut aus. Wir machten zwei Bereiche auf. Zum einen "Blond Identity". Dies ist die Agentur für Künstlerprofile. Wir helfen den Schauspielern sich mit gutem Material auf dem Markt präsentieren zu können. Wir schneiden Showreels, fotografieren, gestalten Lebensläufe, Sedcards, Visitenkarten, wir beraten, vermitteln, was das Herz begehrt. Zum anderen gibt es die Schauspielagentur "Blond Management". Dieses Projekt ist allerdings noch in Arbeit. Im Frühjahr werden wir an den Start gehen...[/quote] turus: Das klingt beeindruckend. Kann jeder zu "Blond Identity" kommen?  [/quote] Katharina G.: Wir betreuen nicht nur Schauspieler. Wir möchten uns nicht beschränken. Jeder Künstler, der sich präsentieren möchte, ist bei uns herzlich willkommen![/quote] turus: Aber das Ziel "Tatort-Kommissarin" wird nicht aus den Augen gelassen?  Katharina G.: Nein, gewiss nicht! Klar, die Firma ist für mich besonders wichtig. Ich möchte und werde allerdings Theater und Film nicht aus den Augen lassen! Ganz besonders das Kindertheater gilt es zu fördern! Wer geht denn später ins Theater? Die Kinder, denen man es jetzt näher bringt![/quote] turus: Katharina, lieben Dank für das interessante Interview![/quote] > www.katharinagebhardt.de[/quote] > www.blondidentity.de[/quote] |
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Interview mit der jungen Unternehmerin Katharina Gebhardt 23 Jan 2010 22:57 #13312
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Hey Süße, das ist ja ein echt cooles Interview geworden! Wir sehen uns bald beim Sushi, ja? Bussi - Katja
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