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THEMA: turus.net Magazin-Interview mit den Machern von Operation Milk
turus.net Magazin-Interview mit den Machern von Operation Milk 13 Feb 2010 09:48 #13468
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** This thread discusses the content article: turus.net Magazin-Interview mit den Machern von Operation Milk **
Milch, die es nur noch in Form von Milchpulver gibt. Ein fiktive Welt in einer fiktiven Zeit voller Gewalt und Argwohn. Drei Männer auf der Suche nach dem großen Geschäft. Milchpulver ist rar und wird teuer gehandelt. Zusammen versuchen sie gemeinsam ein großes Ding zu reißen.[/quote] Kürzer kann man wohl die Handlung des Filmes "Operation Milk" nicht umschreiben. Seit August 2009 dauerten die Dreharbeiten an. Die letzte Klappe fiel Anfang Februar 2010, nachdem zwei Szenen noch einmal komplett neu gedreht wurden. Das turus.net Magazin führte ein Gespräch mit Marco Bertram (Drehbuch, Regie, Hauptdarsteller) und Christian Linge (Hauptdarsteller), der gemeinsam mit Marco das Projekt leitet und zu einem erfolgreichen Ende führt.[/quote] turus: Jungs, man hat jetzt ein paar Wochen lang nichts von euch gehört - wie ist denn jetzt der Stand der Dinge?[/quote] Marco Bertram: Nachdem wir den "Last Shot" angekündigt hatten, ist eine Menge passiert. Es gab doch noch zusätzliche Bilder und es wurden sogar zwei Bilder komplett ausgetauscht...[/quote] turus: Komplett ausgetauscht? Welche Bilder waren es denn?[/quote] Marco B.: Teile der Badewannenszene und ein Gespräch am Tisch zwischen dem Typen mit Hut und dem Typen mit Mantel. Dieses Bild wurde komplett neu gedreht und mächtig ausgebaut. Der Stellenwert dieses Bildes ist jetzt weitaus höher. In dieser Gesprächsszene wird einiges erläutert, es wurde so einiges hineingepackt. Zweifel, Freude und Wut...[/quote] turus: Apropos Wut. Christian, was sagt man eigentlich als Hauptdarsteller dazu, wenn mitgeteilt wird: Diese oder jene Szene wird noch einmal komplett neu gedreht?[/quote] Christian Linge: Bei mir persönlich kam gar keine Wut auf. Um ehrlich zu sein, es war meine Idee, diese Szene noch einmal neu zu drehen. Ich machte Marco den Vorschlag, und er sagte sofort, okay, warum nicht. Die Szene in der alten Form passte einfach nicht mehr ins Gesamtprodukt. Um es noch deutlicher zu sagen, die Szene war zuvor dilettantisch. Da musst einfach nachgebessert werden![/quote] turus: Schwingt da nicht ein wenig Kritik in Richtung Regie mit?[/quote] Christian L.: Ach, was. Das ist doch ein ganz normaler Vorgang. Wir drehen seit einem halben Jahr zusammen diesen Film. Etliche Male sichteten wir das Material gemeinsam. Manche Szenen sieht man nach einiger Zeit mit einem anderen Auge. Das ist völlig normal. Wir beide arbeiten sehr eng zusammen, unsere Sicht wird mit Fortschreiten des Projektes reifer.[/quote] turus: Okay, und was ist mit der Badewannenszene? Woran hakte es da?[/quote] Marco B.: (lacht) Zuerst gab es nur die Lady in der Wanne. Parallel gibt es nun auch den Typen mit Hut in einer anderen Wanne. Immer im Wechsel. Auf der einen Seite Genuss, in Form des Badens in Milch, auf der anderen Seite die Rohheit, in Form des Badens mit Machete im trüben Wasser. Die Sache mit der Lady stand, die Sache mit dem Typen mit Hut - gespielt von mir - war nicht rund. Da war mir zu viel Nacktheit. Zudem sollte das Licht düsterer sein. Jetzt passt alles, ein hübsches Ergebnis...[/quote] turus: Ihr spracht von zusätzlichen Bildern? Was genau wurde noch gedreht?[/quote] Christian L.: Wir verraten nicht alles, sei nur so viel gesagt: An manchen Stellen mussten verschiedene Dinge plausibler gemacht werden. Die Emotionen mussten noch ein Stück weiter herausgearbeitet werden, um mehr Spannung zu erzeugen. Vor allen Dingen sollte bei den beiden Hauptcharakteren mehr Feinheiten gezeigt werden. Es soll ja im Film nicht nur um dumpfe Gewalt und Verwahrlosung gehen.[/quote] Marco B.: Und nicht zu vergessen, es wurden noch etliche kleine Clips für eine Art Trailer gedreht. Und auch hier soll nicht zu viel verraten werden...[/quote] turus: Wie geht es denn jetzt weiter? Gibt es einen festen Termin, an dem ihr sagt: So, liebe Zuschauer, hier ist das fertige Werk![/quote] Marco B.: Ich weiß, es war im vergangenen Sommer der Februar 2010 im Gespräch. Fakt ist jedoch, da sprachen wir von einem 30-minütigen Film, nun wird Operation Milk eine Stunde lang werden. Nicht mehr und nicht weniger. Nach 28 Drehtagen können wir sagen: Definitiv ist jetzt alles im Kasten. Jetzt geht es an den Schnittplatz und ins Tonstudio. Daumendrücken, dass alles klappt, dann wird der Film auch recht bald zu sehen sein...[/quote] turus: Gab es einen Moment, an dem das Projekt hätte komplett kippen können?[/quote] Christian L.: Ui, cool, ja... Gute Frage![/quote] Marco B.: Kippen? Nein, das nicht, doch um ehrlich zu sein, es gab im Herbst auch nicht so schöne Situationen. Letztendlich wurde für alles eine Lösung gefunden. Wir alle freuen uns auf den fertigen Film, das war immer Antrieb, weiterzumachen. Ein Aufgeben kam nie in Frage.[/quote] Christian L.: Selbst bei aufkommenden Problemen hatte ich immer gemerkt, dass meine Motivation nicht nachließ. Nein, ganz im Gegenteil, ich habe gespürt, dass ich immer weitermachen wollte. Probleme motivierten mich, diese anzugehen und zu lösen. In Bezug auf den Film ging der kreative Prozess zu jedem Zeitpunkt weiter.[/quote] turus: Hat es zwischen euch beiden auch einmal mächtig gekracht?[/quote] Marco B.: Na klar, einige Male wollte ich ihm richtig in die Fresse hauen, denn der Chef bin ich... Nein, halt, das war natürlich nur Spaß...[/quote] Christian L.: (lacht) Ich hau dir gleich auf nen Pimmel, du Sack! (lacht noch lauter) ... okay, auch nur Spaß.[/quote] turus: Ihr sagtet, nun sind alle Bilder im Kasten. Zeit für ein kurzes Résumée. Welcher Drehtag war der schönste, welcher war der härteste?[/quote] Marco B.: Christian, sag du es. Ich ahne, was für eine Antwort kommt.[/quote] Christian L.: Definitiv war für mich die Dinner-Szene mit den beiden Damen der schönste Drehtag. Gleichzeitig konnten wir gemeinsam auf meinen 34. Geburtstag anstoßen...[/quote] Marco B.: Ich gebe zu, ich lag falsch. Die Dinner-Szene war wirklich super, doch noch besser fand ich persönlich den Drehtag am Lagerfeuer in der Wildnis. Da passte wirklich alles. Die Darsteller, das Licht, das Ambiente, die Stimmung. Technisch und zwischenmenschlich war dieser Drehtag ein echtes Highlight.[/quote] Christian L.: Das kann ich nur bestätigen! - Hart war der Dreh in der Ruine im Januar. Bei minus acht Grad mussten wir eine Sommerszene nachdrehen. Das war wirklich bitter.[/quote] Marco B.: Die Kamera-Akkus hielten an diesem Tag nur kurze Zeit, uns froren die Hände ein und wir mussten uns für die Einstellungen einige Male umziehen. Das war wirklich extrem ungemütlich. Körperlich anstrengend war natürlich auch der Dreh mit den Kampfszenen auf der Farm. Glücklicherweise blieb es bei meiner angebrochenen Rippe...[/quote] turus: Anscheinend gibt es in dem Film eine Menge Gewalt? Wird das ein P18-Streifen?[/quote] Marco B.: Sicherlich gibt es harte Szenen. Der eine oder andere stirbt in dem Film, doch übermäßig brutal geht es nicht zur Sache.[/quote] Christian L.: Wir hatten uns gerade gestern darüber unterhalten, ob er als P12- oder P16-Film eingestuft werden würde...[/quote] turus: Und ihr kamt zu welchem Ergebnis?[/quote] Marco B.: Es gibt ja zahlreiche Werke, die man zum Vergleich heranziehen kann. Ich denke, er geht als P12-Film durch, doch ich sage mal ganz einfach: Man sollte schon 16 Jahre alt, um diesen Film zu sehen. Man muss die Grenzen nicht noch weiter nach unten verschieben. Schlimm genug, was so alles Kindern und Jugendlichen im Fernsehen vorgesetzt wird. Gewalt und Brutalität sind doch an der Tagesordnung. Ich staune immer wieder, welche Film als FSK 12 durchgehen...[/quote] turus: Eine abschließende Frage. Darsteller, Regie und Drehbuch in einer Hand. Kann das überhaupt funktionieren?[/quote] Marco B.: Natürlich, warum nicht? Das Team muss stimmen. Man muss sich gegenseitig gut zuarbeiten. Alle müssen am Set und bei den Besprechungen gut mitwirken. Da ich auch noch für die Kamera verantwortlich bin, kann ich Ideen hervorragend umsetzen. Die Wege sind kurz, die Chemie hat meist gestimmt. Wenn ich mal nicht weiter wusste, besprach ich die Einstellungen mit den Darstellern. Zudem stand und steht mir stets Christian tatkräftig zur Seite. Sehr gute Anregungen kamen aber auch aus Essen von Karsten Höft, der das Projekt von Anfang an unterstützt und trotz des geografischen Abstandes immer mit frischen und innovativen Ideen förderte. Eine Mini-Nebenrolle hatte er sich damit verdient. Bei der Vertonung und der technischen Seite des Schnitts kommen jetzt außerdem noch ganz andere Leute zum Zuge. Profis, die ihr Handwerk verstehen und dem Film den entscheidenden Schliff geben. Ich stehe ja nicht da und sage, hey ich bin der coole Marco - ich kann alles...[/quote] turus: Vielen Dank für das Gespräch. Wir sind alle bereits sehr auf den fertigen Film gespannt![/quote] |
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turus.net Magazin-Interview mit den Machern von Operation Milk 13 Feb 2010 09:48 #13469
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Hey Christian, wo genau kann man denn dann den Film sehen? Nur im Internet oder gibt es auch käufliche DVDs?
Ciao, Sven |
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turus.net Magazin-Interview mit den Machern von Operation Milk 06 Mär 2010 19:24 #13679
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Hey Sven
der Film wird hier auf turus.net zu sehen sein,eine DVD wird es eventuell auch geben. Beste Grüsse Christian |
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